Unterhaltung Games

Frost

Zieht euch warm an – aber vergesst die Karten nicht.

Kartenspiele stehen derzeit hoch im Kurs bei Konsolenspielern – zumindest wenn man auf die zahlreichen Varianten sieht, die in den letzten Monaten veröffentlicht wurden. Für meinen Geschmack gibt es schon fast zu viele Kartenspiele, bei denen man sich entweder mit dem PC oder Freunden bekriegen kann. „Frost“ von Indie-Entwickler Jérôme Bodin und Publisher Digerati geht da jedoch einen leicht anderen Weg. Denn dieses Abenteuer ist ausschließlich für Singleplayer gemacht.

Die Devise: Überleben!

Das Prinzip ist recht simpel: In einer lebensfeindlichen Umgebung, die vom Eis eingehüllt wurde, gilt es als Überlebender Schutz zu finden. Ihr müsst einfach mehrere Runden überstehen, um ans Ziel zu gelangen. Klingt jetzt nicht nach einer großen Herausforderung – ist aber ganz schön knifflig.

Um nämlich einen Schritt voranzukommen, müsst ihr mit den Ressourcen haushalten, die ihr zur Verfügung habt. Am einfachsten lässt sich das vielleicht am Beispiel einer typischen Runde erklären: Zu Beginn bekommt ihr fünf Karten auf die Hand – abhängig von dem jeweiligen Terrain, auf dem ihr euch befindet.

In der Bildschirmmitte seht ihr, was ihr braucht, um weiter zu kommen. Die drei grundlegenden Ressourcen sind Nahrung, Holz und Überlebende. Habt ihr ein paar der benötigten Ressourcen auf der Hand, so könnt ihr diese in der Mitte des Spielfeldes „einzahlen“.

Könnt ihr mit euren Karten in dieser Runde nichts mehr machen, müsst ihr zur nächsten Runde gehen, um fünf neue Karten zu erhalten. Das Problem dabei: Jede neue Runde lässt die Temperaturanzeige um einen Punkt sinken. Anfangs steht diese auf acht – sobald sie null erreicht, war es das mit euch.

Erfüllt ihr die Bedingungen der jeweiligen Runde, geht die Temperatur wieder um eins nach oben und das Spielchen beginnt erneut von vorne. Das mal zum sehr groben Ablauf.

Tiefer als der Schnee

Allerdings wäre das natürlich nicht alles: Je mehr ihr spielt, desto komplexer wird das Spiel. Habt ihr zu Beginn nur eine begrenzte Auswahl an Optionen, werden die Situationen, die ihr meistern müsst im späteren Verlauf immer komplexer – dann ist eine genaue Planung gefragt und ein gewissen Talent an Management.

Zum Beispiel: Opfert ihr bei einem Wolfsangriff lieber einen eurer Überlebenden oder nehmt selbst eine Wunde in Kauf? Oder: Wandert ihr trotz Müdigkeit weiter und riskiert dadurch verrückt zu werden oder macht ihr Rast, was aber mit einer Senkung der Temperatur einhergeht. Keine leichte Entscheidung.

Grafisch ist „Frost“ ebenfalls auf ein Minimum beschränkt: Die handgezeichneten Karten haben jedoch ihren Charme. Es gibt sogar einen „Nacht“-Modus, der die Farben umdreht – kann ich aber aus persönlicher Erfahrung nicht empfehlen. Spielt es, wie es eigentlich gedacht ist.

Fazit

Indie-Entwickler Jérôme Bodin liefert mit „Frost“ ein eisiges Vergnügen für Single-Kartenspieler ab. Optisch glänzt das Spielchen mit hübschen handgezeichneten Szenen und bietet spielerisch – besonders im späteren Verlauf – einiges an taktischer Tiefe, gepaart mit einer ordentlichen Portion Glück.

„Frost“ mag nicht jedermanns Sache sein: Ihr solltet zumindest ein Faible für Kartenspiele haben. Eine durchschnittliche Runde dauert in etwa 30 bis 60 Minuten. Von daher ist der Titel ein prima Lückenfüller, wenn ihr es euch einfach mal „gemütlich“ machen wollt. Aber wie gesagt: Zieht euch warm an – der Winter naht.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, Switch
Website: digeratidistribution.com/game/31-frost