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Funko Fusion

Wenn Popkultur-Ikonen aufeinandertreffen.

Funko Fusion ist ein ambitioniertes Action-Adventure, das die beliebten Funko Pop!-Figuren zum Leben erweckt und in ein chaotisches Crossover-Abenteuer schickt. Entwickelt von 10:10 Games und veröffentlicht von Funko Games, versucht der Titel, den Charme der Sammelfiguren mit abwechslungsreichem Gameplay zu verbinden. Doch gelingt dieser Spagat zwischen Fanservice und spielerischer Substanz?

Die Welt der Funko Pops

Auf der gamescom konnte ich mir bereits einen ersten Eindruck von Funko Fusion verschaffen. Dabei kam mir direkt eine Frage in den Sinn: Seit wann gibt es eigentlich diese Funko Pops mit den riesigen Köpfen? Weil ihr euch das vielleicht auch fragt, schauen wir uns mal gemeinsam außerhalb des Spiels um.

Hier ein kurzer Exkurs in die reale Welt der Funko Pops: Diese Vinyl-Figuren mit übergroßen Köpfen und stilisierten Körpern haben seit ihrer Einführung 2010 die Popkultur im Sturm erobert. Mit Lizenzen von Marvel bis Star Wars, von Musikern bis zu Filmikonen, gibt es kaum eine Figur, die nicht als Funko Pop existiert. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in Funko Fusion wider.

Storyline und Themenwelten

Die Haupthandlung von Funko Fusion dreht sich um den Kampf zwischen Funko-Maskottchen Freddy und seinem bösen Gegenspieler Eddy. Diese dünne Rahmenhandlung dient als Vorwand, um Spieler durch verschiedene Popkultur-Universen zu schicken.

Das Spiel umfasst zum Start sieben Hauptwelten:

1. Hot Fuzz
2. The Thing
3. Jurassic World
4. Battlestar Galactica
5. The Umbrella Academy
6. Masters of the Universe
7. Scott Pilgrim vs. The World

Jede dieser Welten bietet etwa fünf bis sechs Level, die lose an die Handlung der jeweiligen Franchise angelehnt sind. Zusätzlich gibt es Cameo-Auftritte und Bonuslevel aus anderen Universen wie Back to the Future oder Jaws. Ich glaube, dass ich damit direkt ins Zielpublikum falle.

Die Umsetzung der einzelnen Welten ist dabei durchaus charmant. Fans werden viele Easter Eggs und Anspielungen entdecken, von der idyllischen Kleinstadt Sandford aus Hot Fuzz bis hin zur eisigen Forschungsstation aus The Thing. Aber auch Musik-Schnipsel, wenn sich Prinve Adam in He-Man verwandelt, lassen mein nostalgisches Herz höher schlagen. Die Entwickler haben sichtlich Liebe zum Detail in die Gestaltung der Umgebungen gesteckt.

Fühlt sich irgendwie vertraut an

Das Grundgerüst von Funko Fusion erinnert stark an die LEGO-Videospiele. Kein Wunder: Wie mir Harry bei der Präsentation auf der gamescom verrät, haben einige der Entwickler früher an LEGO-Spielen mitgearbeitet. Wer je ein LEGO-Spiel gespielt hat, wird das direkt merken.

Als Spieler steuert ihr verschiedene Charaktere durch 3D-Levels, bekämpft Gegner, sammelt Gegenstände und löst einfache Rätsel. Jeder Charakter verfügt über spezielle Fähigkeiten, die zum Erreichen bestimmter Bereiche oder zum Lösen von Puzzles benötigt werden. Mit neuen Charakteren könnt ihr in bereits beendete Levels zurückkehren und dort weitere Geheimnisse lüften.

Gute Ideen, zähe Umsetzung

Das Kampfsystem ist leider recht simpel geraten. Mit Nah- und Fernkampfangriffen bekämpft man Gegnerhorden, die oft in Wellen angreifen. Bosskämpfe folgen meist einem ähnlichen Muster und werden schnell repetitiv. Zudem sinken die Lebenspunkte von euch teils schneller als ihr schauen könnt. Besonders junge Spieler haben hier dran zu knabbern.

Interessanter sind die Rätsel und Erkundungselemente. Hier macht sich das Spiel die Vielfalt der Charaktere zunutze. So kann man beispielsweise Number Five aus The Umbrella Academy nutzen, um durch Teleportation neue Bereiche zu erreichen, oder He-Mans Schwert einsetzen, um bestimmte Objekte zu zerstören. Vielleicht kann man diese Kreativität auch noch auf die Kämpfe übertragen.

Mein größter Kritikpunkt ist jedoch die oft unklare Zielsetzung. Missionen sind häufig schlecht erklärt, was zu frustrierendem Herumirren führen kann. Bei den ersten Minuten in The Masters of the Universe hatte ich keine Ahnung, was zu tun ist. Einfach durchhalten oder etwas Bestimmtes machen? Auch danach gab es keine Erklärung zu den Portalen, die man offensichtlich nutzen sollte. Hinzu kommt, dass sich die Steuerung manchmal schwammig anfühlt, besonders in Plattforming-Passagen.

Traditionell lustig

Grafisch präsentiert sich Funko Fusion in einem charmanten, comichaften Stil, der die Ästhetik der Funko Pops gut einfängt. Die übergroßen Köpfe und die stilisierten Umgebungen sorgen für einen einzigartigen Look. Technisch ist das Spiel solide, wenn auch nicht bahnbrechend. Aber den Humor hat das Spiel an der richtigen Stelle.

Der Soundtrack passt sich den jeweiligen Welten an und sorgt für passende Atmosphäre. Die Sprachausgabe ist spärlich, was angesichts der stummen Funko Pops Sinn ergibt, aber die Erzählung der Geschichte erschwert. Hier wäre ein kleiner Helfer sinnvoll gewesen, der einem nebenbei auch die Aufgaben erklärt – nur als Idee.

Fazit

Funko Fusion ist ein Spiel voller guter Ideen, das leider an der Umsetzung scheitert. Fans der dargestellten Franchises und Funko-Pop-Sammler werden sicherlich Freude an den liebevoll gestalteten Welten und den vielen Anspielungen haben. Das Gameplay ist jedoch zu oberflächlich und repetitiv, um langfristig zu fesseln. Die Stärke des Spiels liegt eindeutig in seinem Crossover-Charakter. Die Möglichkeit, Charaktere aus verschiedenen Universen zu mischen und ihre Fähigkeiten zu kombinieren, sorgt für einige unterhaltsame Momente. Leider werden diese Ideen nicht konsequent genug ausgearbeitet.

Letztendlich bleibt Funko Fusion ein gutes, wenn sich nur mittelmäßiges Action-Adventure, das mehr von seinem Lizenz-Potpourri lebt als von seinen spielerischen Qualitäten. Mit ein paar Updates könnte sich das aber noch verbessern lassen. Bis dahin tauche ich aber gerne mit meiner Nostalgie-Brille in die einzelnen Welten ein.

Erhältlich für: Xbox, PC, PS, Switch (folgt bald)
Webseite: funkofusion.com