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Fury Unleashed

Wilder Trip: Eine Perle seines Genres.

Solltet ihr auf Spiele wie „Dead Cells“, „Binding of Isaac“ oder „Rogue Legacy“ stehen, braucht ihr lediglich diese Zeile zu lesen – und euch danach direkt „Fury Unleashed“ widmen. Mehr Erklärungen braucht es dann nämlich nicht, damit ihr vollends begeistert seid. Alle anderen: Weiterlesen und inspirieren lassen!

Immer feste drauf!

„Fury Unleashed“ zählt sich selbst zum Gerne der Roguelike-Action-Spiele: In prozedural generierten Levels geht es auf Monterjagd – und zwar mit sehr viel Karacho. Als Elitesoldat mit ordentlich Feuerkraft schießt ihr euch durch die Levels. Und einen kleinen Spoiler gibt es schon an dieser Stelle: Das Konzept geht wunderbar auf, was am Gameplay, dem Design und den Inhalten liegt.

Wenn ihr beginnt, habt ihr zunächst nur die Wahl zwischen optisch verschiedenen Varianten eures Söldners – einen Unterschied aufs eigentliche Spiel macht das nicht. „Fury Unleashed“ lebt davon, dass ihr öfters von vorne startet – soviel vorweg. Nach einem kleinen Tutorial solltet ihr die wichtigsten Bewegungs- und Baller-Möglichkeiten verinnerlicht haben.

Den Rest lernt ihr beim Spiel. Beispielsweise wie man geschickt ausweicht, die Kombo-Funktion sinnvoll nutzt oder Granaten euch das Leben erleichtern können. Aber fangen wir von vorne an.

Ein Comic im Comic

Aufgemacht ist „Fury Unleashed“ nämlich wie ein interaktives Comic-Buch, bei dem ihr die Helden seid und die Geschichte schreibt. Insgesamt müsst ihr vier Comic-Bücher durchstreifen, wenn ihr das Ende sehen wollt – und das wird euch einiges an Zeit, Geschick und Können abfordern.

Jeder Level ist dabei eine Doppelseite des Comic-Buches: Wo normalerweise die Bilder sitzen würden, befinden sich die einzelnen Räume, durch die ihr durchmüsst. Meist startet ihr oben links auf der Seite und solltet nach unten rechts, um weiterzukommen. Hoffe, dass ihr euch das grob vorstellen könnt. Allerdings sind die einzelnen Räume mit Fallen, Herausforderungen und natürlich schlagkräftigen Monstern gespickt.

Man weiß nie, was einen erwartet – und das macht einiges am Reiz von „Fury Unleashed“ aus. In den ersten Anläufen werdet ihr immer mit einem normalen Automatikgewehr beginnen. Später könnt ihr andere Startwaffen freischalten – je nach eurem Stil.

Der Tod kommt nach dem Tod – oder davor?

Wie gesagt: Schnelle Reaktionen und etwas Geschick gehören dazu, um hier länger zu überleben. Das Gute: Die Steuerung reagiert wunderbar präzise und ist schnell ins Fleisch und Blut übergegangen. Noch besser: Jeder Tod bringt euch ein Stückchen weiter. Denn während eurer Durchläufe sammelt ihr schwarze und goldene Tinte – immerhin seid ihr ja in einem Comic-Buch unterwegs.

Die schwarze Tinte sind eure Erfahrungspunkte, mit denen ihr im Level steigt. Die goldenen Ableger repräsentieren die Ingame-Währung, mit der ihr neue Waffen und Ausrüstung kauft. Allerdings halten diese Gegenstände immer nur so lange, bis euch der Tod dahinrafft. Mit den Erfahrungspunkten sieht die Sache anders aus.

Denn sobald ihr einen Versuch beendet habt, weil euch mal wieder die Lebenspunkte ausgehen, dürft ihr euren Levelaufstieg feiern – sofern ihr genügend Punkte gesammelt habt. Auf diese Art werdet ihr kontinuierlich stärker. Punkte verteilt ihr in mehr Lebensenergie, mehr Granaten, kürzere Cooldowns, mehr Tintendrops usw.

Jedenfalls bekommt ihr mit der Zeit einen recht guten Krieger, der in den ersten Levels in Windeseile aufräumt, wo ihr vor ein paar Stunden noch gescheitert seid. Genau das ist die Motivation bei solchen Spielen, die ich liebe.

Dark Souls lässt grüßen

Neben dem eigentlichen Level-Design, das bei jedem Durchgang mit Abwechslung glänzt, sind auch die Bosskämpfe in „Fury Unleashed“ grandios inszeniert – und teilweise nichts für schwache Nerven. Denn ihr wisst: Sobald ihr das Zeitliche segnet, müsst ihr wieder von Anfang ran. Zumindest müsst ihr das jeweilige Kapitel wieder erneut starten.

Aber umso süßer ist der Geschmack des Erfolgs, wenn ihr gesiegt habt. Zu guter Letzt werfen wir noch schnell einen Blick auf die Grafik: Der Comic-Look passt sich natürlich hervorragend an das gesamte Setting an. Detailverliebt und teilweise auch sehr blutig geht es hier zur Sache. Auch nach dem x-ten Anlauf fand ich immer noch Gefallen an der Optik.

Fazit

„Fury Unleashed“ von den Awesome Games Studios ist das, was ich unter einem guten Roguelike-Spiel verstehe: Abwechslungsreich, stätig fortschreitend und dadurch unglaublich motivierend. Für mich hat der Titel einen festen Platz in meiner Liste der Lieblings-Roguelikes gefunden – und das soll was heißen.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC, Switch
Website: furyunleashed.net