„Legt euch mal hin und macht euch dreckig!“ Das sind die ersten Anweisungen, die ich beim Anspielen von „Breakpoint“ bekomme. Also drücke ich die Taste, die meine Spezialeinheit zum Robben animiert, und stehe danach wieder auf. Der Schlamm, der an meiner Kleidung herunterfällt, sieht einfach fantastisch animiert aus. Es ist zwar nur ein kleines Detail, sorgt aber für mächtig gute Atmosphäre im neusten Teil der „Ghost Recon“-Reihe. Nach den „Wildlands“ geht es hier gegen übergelaufene Agenten, die ebenso gut ausgestattet sind, wie man selbst – ein sehr interessanter Ansatz. Auf der gamescom darf ich mich gleich mit anderen Pressevertretern in ein Online-Gefecht stürzen. Vorher wird allerdings noch etwas geübt und ich habe gleich meine erste – und an diesem Tag einzige – Sternstunde bei „Breakpoint“: Drei Kameraden meines Viererteams sind durch feindlichen Beschuss down gegangen. Nur ich stehe noch. Anstatt blindlinks zu ihnen zu rennen und sie zu reanimieren, schleiche ich mich in eine höhergelegene Deckung und warte kurz: Einer Aufklärungsdrohne kann ich dabei gerade so entgehen. Aus dem Hinterhalt kann ich den feindlichen Agenten blitzschnell ausschalten – fehlen also nur noch drei weitere. Die kurze Verschnaufpause nutze ich, um einem Teammitglied auf die Beine zu helfen. Danach schleiche ich mich erneut ins gegnerische Terrain. Mit einem etwas glücklichen Schuss schalte ich doch tatsächlich den zweiten Angreifer aus. Der zu Hilfe eilende Spieler hat wohl nicht damit gerechnet, dass ich auf ihn gewartet habe: Schuss, Nummer drei liegt am Boden! Nur zwei Minuten später ist die Runde zu Ende, nachdem ich auch den vierten Spieler ausgeknipst habe. Ich muss sagen: Das fühlte sich verdammt gut an. Den Rest der richtigen Partie habe ich leider nicht mehr so viel Glück. Allerdings reicht das Adrenalin in meinem Körper aus, um mich den Rest des Tages auf einem angenehm euphorischem Level zu halten – Danke an Ubisoft! Bereits im Oktober werde ich wieder auf spannende Missionen gehen können.
Generell gehören die Termine bei Wargaming.net immer zu einem Highlight jeder gamescom – sei es wegen der coolen Spiele, der lockeren Atmosphäre, meiner wunderbaren Ansprechpartnerin Marcela oder der ausgefallenen, kleinen Werbegeschenke. Jedenfalls stand diesmal das Thema „Caliber“ und „Pagan Online“ auf dem Plan: Zwei Spiele, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Bei „Caliber“ ging es direkt in Medias Res: Marcela spielte eine Runde in dem teambasierten Taktikshooter, während einer der Entwickler etliche Details zum Gameplay zum Besten gab. Die Macher von „World of Tanks“ oder „World of Warships” gehen hier einen recht klassischen Weg: Der Ego-Shooter ist typisch Wargaming-like free-to-play und steckt voller Action. Als einer von insgesamt 16 Operators – was schon an „Rainbow Six Siege“ erinnert – geht es im Vierertrupp entweder gegen andere Viererteams oder in kurze Missionen gegen den Computer. Das Wichtigste dabei: Geh nie alleine auf die Reise, sondern sprich dich mit deinem Team ab. Ein interessantes Konzept, das einen richtig guten Eindruck hinterließ. Als Motivation kann jeder der 16 Operators, die natürlich wieder authentisch in Szene gesetzt wurden, auf individuelle Spezialfähigkeiten zurückgreifen. Wer also alle 16 auf den Maximallevel bringen möchte, hat ein paar unterhaltsame Stunden vor sich. Ein völlig anderes Konzept präsentiert „Pagan Online“: Wargaming CEO Victor Kislyi nennt das Spiel im Interview „ein nettes Experiment“. Denn auf den ersten Blick sieht das hier gar nicht nach Wargaming aus: Bunte Optik, isometrische Perspektive und ein Fantasy-Reich. „Pagan Online“ ist ein waschechtes Hack’n Slay, das auf den Pfaden eines „Diablos“ wandelt. Auch dieses Konzept klingt vielversprechend: Aus insgesamt zehn Charakteren wählt ihr einen aus, den ihr ins Gefecht führen wollt. Die anderen neun könnt ihr später mit Ingame-Währung freischalten. Jeder Held hat seinen ganz persönlichen Spielstil. Was alle gemein haben: Es kommt in den späteren Gefechten auf Geschick und Koordination an – stillstehen bedeutet hier den Tod. Was wir in dem Termin zu sehen bekommen, macht einen richtig guten Gesamteindruck. Bereits wenige Tage nach der gamescom dürfen sich Spieler bereits auf die finale Version von „Pagan Online“ freuen. Ich jedenfalls freue mich darauf auf die Jagd nach Loot zu gehen.
Triff eine Entscheidung – aber schnell! Das ist das Motto von „Dying Light 2“, der Fortsetzung des grandiosen Zombie-Survival-Thrillers von Techland. Ehrlich gesagt hatte ich mich zwar auf den Termin gefreut, aber nicht so viel erwartet, da mir die Zombies so langsam richtig zum Halse heraushängen. Doch was ich zu sehen bekam, steigerte urplötzlich meine Vorfreude auf dieses actionreiche Abenteuer. In der gezeigten Mission übernehmen wir erneut die Rolle eines durchtrainierten Elite-Kämpfers, der es diesmal nicht nur mit Verseuchten, sondern einer Reihe von unterschiedlichen Fraktionen zu tun bekommt – eingepfercht in einer postapokalyptischen Stadt. Das Besondere: Jede Entscheidung, die ihr im Verlauf einer Mission trefft, hat direkte Auswirkungen auf die Kampagne oder auch die Umgebung. So entschieden wir uns beispielsweise in der Vorführung, dass wir das Oberhaupt einer Fraktion töten und einen Staudamm öffnen. Das Resultat: Die trockengelegte Masse entpuppt sich als neues Stadtgebiet, das uns sonst verwehrt gewesen wäre – inklusive einer neuen Art von Zombies natürlich. Faszinierend! Bei einem Durchspiel entdeckt man höchsten 50 Prozent der Geheimnisse und Umgebungen, verspricht uns einer der Entwickler. Daher steigt der Wiederspielwert enorm. Auch das Gameplay mit einer Mischung aus Kampf- und Parcour-Szenen machte einen richtig guten, wenn auch etwas hektischen Eindruck. Anfang des kommenden Jahres wissen wir, ob die Entscheidungen „Dying Light 2“ zu einem Highlight machen.