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Ghostbusters Spirits Unleashed

I’m afraid of no ghosts! Illfonic lädt zur munteren Geisterjagd ein.

Der Blick auf die Uhr zeigt: Noch 30 Sekunden! So lange muss ich überleben, um zu gewinnen. Mein Herz pumpt. Ich kann meine Verfolger förmlich spüren. Da sind sie. Schnell weg. Oh nein! Ein Plasmastrahl hat mich. Drei Sekunden vor Ablauf der Zeit schließt sich die Geisterfalle um mich – Game Over. Meine erste Anspielsession mit zwei Entwicklern von Illfonic auf der gamescom war ein aufregendes Erlebnis. Nun darf ich mit Ghostbusters Spirits Unleashed daheim auf Geisterjagd gehen.

Däääädab Dääääädab Dabadidäääädab

Bereits das Intro macht Lust auf mehr: Fröhlich trällert der berühmte Ghostbusterssong vor sich hin, während wir sehen, wie unsere Einsatzzentrale hergerichtet wird. Als kompletter Neuling starten wir als Geisterjäger. Zu dem Zeitpunkt scheint das Spiel noch ein Ego-Shooter für Solo-Spieler:innen zu sein. Doch das ändert sich schnell.

Im Tutorial lernen wir die wichtigsten Orte und Personen innerhalb der Zentrale kennen. Außerdem werden wir im Umgang mit eurem Plasmastrahl geschult sowie der Geisterfalle. Dann geht es direkt auf den ersten Einsatz. Ghostbusters Spirits Unleashed schickt euch zu verschiedenen Locations, auf denen es spukt. Aber das Spiel ist kein Solo-Titel, sondern ein waschechter Koop-Shooter – und zwar ein asynchroner. Soll heißen: Hier treten vier Geisterjäger:innen gegen einen Geist an.

Wo steckst du?

In der Rolle des Geisterjägers oder der Geisterjägerin – immerhin dürft ihr euer Aussehen selbst bestimmen – müsst ihr den kleinen Fiesling erst einmal ausfindig machen. Dazu wechselt ihr zu eurem Radar und geht auf die Suche nach einem Signal. Nicht nur der Geist, sondern auch sogenannte Rifts könnt ihr entdecken. Diese Rifts sind die Kraftzentren des Geists. Wenn ihr alle drei zerstört habt, könnt ihr den Geist endgültig einfangen. Davor wird es schwieriger – geht aber auch.

Zudem solltet ihr in den Gebäuden darauf achten, dass ihr mit euren Strahlen nicht unnötig Schaden anrichtet. Das kostet euch wertvolle Punkte am Ende. Und als wäre das nicht genug, müsst ihr nebenher noch aufgeschreckte Zivilisten beruhigen. Als Ghost Hunter hat man es eben nicht leicht. Dabei solltet ihr immer wieder einen Blick auf die Angstanzeige werfen. Ist diese bei 100 Prozent angekommen, gewinnt der Geist bzw. hat noch drei Minuten bis er dann gewinnt.

Rollentausch

Habt ihr die ersten Einsätze erfolgreich überstanden, steigt ihr im Level auf und schaltet neue Ausrüstung frei. Wenn ihr dann einige Missionen erledigt habt, lässt euch Ghostbusters Spirits Unleashed sogar die Seiten tauschen. Dann dürft ihr in das Ektoplasma eines Geistes schlüpfen – drei Stück stehen zur Auswahl. Die kleinen Biester machen schon mächtig Spaß und sind sehr windig. Zudem verfügt jeder Geist über spezielle Fähigkeiten, die den Jäger:innen das Leben schwerer machen. Ihr könnt Schleim spucken, kleine Gehilfen herbeizaubern, euch in Objekten verstecken oder einen Ektoplasma-Sturm heraufbeschwören, mit dem ihr die Verfolger:innen verschleimt. Einmal verschleimt, müssen die Spieler:innen kurz warten, bis sie wieder einsatzbereit sind.

Grafisch orientiert sich Ghostbusters Spirits Unleashed an die Comic-Vorlage und kommt schön bunt daher. Nicht ganz so bunt wie Arcageddon, das ebenfalls von Illfonic stammt, aber dafür recht farbenfroh. Das merkt man besonders, wenn mit Plasmastrahlen geballert wird: Die Effekte können einen schon übermannen – und die Übersicht erschweren. Aber Laune macht es dennoch.

Ein Geist oder ein Käfer?

Weniger Laune machen kleinere, technische Fehler. So konnte ich das Tutorial an zwei verschiedenen Stellen nicht abschließen, weil das Spiel immer an der gleichen Stelle abstürzte. Ein kompletter Neustart löste das Problem. Als Xbox-Spieler fand ich es zudem nicht sonderlich schön, dass ich für Online-Partien eine Xbox Live Mitgleidschaft benötige. Das brauche ich bei Fall Guys auch nicht – und das Spiel kostet noch nicht einmal was. Ghostbusters Spirits Unleashed lässt euch aber nicht mit anderen spielen, wenn ihr nicht bezahlt – schade.

Denn alleine macht das Spiel eine Weile Spaß, weil die KI-Teammitglieder ganz ordentlich agieren. Aber mit echten Freund:innen wäre das hier deutlich lustiger. Nachdem ich dann eine Mitgliedschaft abgeschlossen hatte, durfte ich mit meinem Kollegen zocken – was richtig Spaß gemacht hat. Zumindest für eine Weile. Und hier zeigt sich das nächste, kleine Problem von Ghostbusters Spirits Unleashed.

Habt ihr ein paar Runden hinter euch gebracht, werdet ihr nicht mehr viel Neues entdecken. Die Level und die Missionen nutzten sich relativ schnell ab. Für lange Zockernächte taugt es mir per-sönlich nicht so viel. Für immer wieder eine Runde zwischendurch finde ich es aber durchaus unterhaltsam. Kommen wir zum …

Fazit

Ghostbusters Spirits Unleashed ist ein schönes, aber nicht herausragendes Spielchen geworden. Der asynchrone Multiplayer-Shooter, bei dem vier Geisterjäger:innen gegen einen Geist antreten, macht grundsätzlich einen richtig guten Eindruck und auch Spaß. Aber wie es bei solchen Spielen nun mal ist: Die Abwechslung fehlt hier und da etwas.

Hinzu kommen die anfänglichen technischen Stolperfallen, die manchmal zum Absturz führen – inzwischen wurde aber ordentlich nachgepatcht. Für Fans von Ghostbusters kann ich dennoch zum Kauf raten, weil die Atmosphäre sehr schön eingefangen wurde. Wer damit allerdings nicht viel anfangen kann, wird wohl bei ähnlichen Konzepten glücklicher werden, weil Ghostbusters Spirits Unleashed nichts Neues in den Ring wirft. Wer hat jetzt noch Angst vor Geistern?

Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Website: ghostbusterssu.com