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G.I. Joe: Operation Blackout

Chaotisch und actionreich wie eine Spielgruppe im Kindergarten.

Seit ich damals den Film zu G.I. Joe im Kino gesehen habe, weiß ich, was übertriebene Action bedeutet. Dazu muss man sagen, dass ich vorher nur eine wage Idee davon hatte, wofür G.I. Joe überhaupt steht. In meiner Kindheit dominierte eher He-Man, Action-Force oder Mask. G.I. Joe – so habe ich mir sagen lassen – war in den USA allgegenwärtig. Nun also taucht das Spiel „G.I. Joe: Operation Blackout“ von IguanaBee auf und lockt mit schönen Kindheitserinnerungen.

Da fehlt doch was

Die Rechnung mit den Kindheitserinnerungen geht bei mir nur leider nicht ganz auf – ich habe nämlich keine. Daher muss „G.I. Joe: Operation Blackout“ bei mir also ganz andere Erwartungen erfüllen. Für mich ist das hier ein nett gemachter Third-Person-Shooter mit einigen Macken. Alles schient hier im soliden Mittelmaß verortet zu sein: Angefangen von der Grafik über die Steuerung bis hin zum schlauchigen Missionsdesign.

Als reiner Actiontitel ohne jegliche Vorkenntnisse macht „G.I. Joe: Operation Blackout“ durchaus eine Weile Spaß. Nur während der insgesamt 17 Missionen wiederholen sich die Aufträge allzu sehr: Meist alles wegballern, dann die Stellung halten, Schalter drücken und noch ein Boss-Kampf. Wie gesagt: Solid und nett, aber wenig innovativ.

Schöne, neue Welt(ansicht)

Als ich dann aber einen Freund für den lokalen Koop-Modus einlud, sah ich „G.I. Joe: Operation Blackout“ aus einem neuen Blickwinkel. Jede Mission startet mit zwei – aus meiner Sicht völlig generischen – Charakteren, aus denen ich einen auswählen darf. In der Solo-Kampagne wird der andere Charakter vom Computer übernommen. Diesmal steht mir mein Kumpel zur Seite – und erklärt mir einiges.

Urplötzlich bekommen die Figuren dort auf dem Bildschirm eine Hintergrundgeschichte, die ich nicht kannte. Dass hier die super Spezialeinheit der G.I. Joes mal wieder gegen die böse Terror-Organisation Cobra kämpft, war mir schnell klar. Aber welcher Charakter, welche Rolle spielt, blieb mir ein Rätsel. Erst als ich ein paar Missionen zu zweit gespielt habe, merke ich, dass sich „G.I. Joe: Operation Blackout“ wirklich an Fans und Kenner des Spielzeugs widmet. Es kommt sogar wieder etwas Begeisterung in mir hoch.

Action mit Schönheitsfehlern

Nur hin und wieder haben wir mit der Technik zu kämpfen: Beim ersten Zusammentreffen mit einem Boss hüpft dieser auf einen geschrotteten Truck, der auf dem Flugzeugträger steht und verschwindet. Danach? Nichts mehr. Wir sitzen in einem Areal fest, in dem wir nichts mehr machen können. Haben wir was übersehen? Keine Ahnung. Also lade ich nach zehn Minuten einfach wieder den letzten Checkpoint – plötzlich sieht die Sache anders aus.

Nachdem der Boss nun auf den Truck hüpft, explodiert an anderer Stelle ein Container und gibt den Weg für den weiteren Level frei. Diesen Trigger gab es vorher nicht. Hinzu kam die oft störrische Kameraführung innerhalb von engen Gebäuden. Die hat mich oft das Leben gekostet. Ein Glück, dass man nach ein paar Sekunden wiederbelebt wird, wenn der Kumpel nicht draufgeht.

Von der Story habe ich ehrlich gesagt wenig mitgenommen, da sie lediglich aus Action und Explosionen besteht. Mein Freund war aber hellauf begeistert von den etlichen Anspielungen aus den Comics und der Zeichentrickserie.

Fazit

„G.I. Joe: Operation Blackout“ hat zwei Seiten: Zum einen wäre da der unglaubliche Fan-Service, den die Entwickler von IguanaBee und Fair Play Labs abliefern. Die Charaktere, deren Fähigkeiten und anscheinend auch die Story sind eine Hommage an die gute, alte Action-Zeit mit diesen Figuren.

Bricht das allerdings aufgrund fehlender Kindheitserinnerungen weg, bleibt lediglich ein mittelklassiger Third-Person-Shooter, von dem es gefühlt dutzende auf dem Markt gibt. Daher stellt euch die Frage, wie nah ihr G.I. Joe verbunden seid, bevor ihr hier zugreift.

Erhältlich für: PS4, Xbox One, Switch
Website: gamemill.com/games/gi-joe-operation-blackout