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Go! Go! Mister Chickums

Überraschungsspaß für Retro-Fans: Ein Huhn, 100 Bildschirme.

Die Prämisse ist herrlich simpel: Ein Bösewicht hat Mister Chickums’ Eier geklaut. Also hoppelt ihr durch 100 Levels, sammelt die Eier ein und werft sie zurück ins Nest, am besten bevor der Timer abläuft.

Entwickelt wurde das Spiel von com8com1 Software und setzt ganz bewusst auf klassische Single-Screen-Arcade-Action samt Solo-Modus, lokalem Zwei-Spieler-Koop, Leaderboards und Achievements.

Genau dieser Fokus ist die größte Stärke des Spiels. Go! Go! Mister Chickums will einfach nur, dass ihr springt, werft, ausweicht und immer besser werdet. Das erinnert deutlich an Klassiker wie Bubble Bobble, Mario Bros. oder andere Arcade-Spiele der 80er, ohne dabei bloß wie eine lieblose Kopie zu wirken.

Retro mit Köpfchen

Spielerisch lebt das Ganze von kompakten Räumen, klaren Zielen und Gegnern mit unterschiedlichen Mustern, die euch entweder beim Eiertransport nerven oder direkt eins auf den Schnabel geben wollen. Besonders nett ist, dass die zehn Welten laufend neue Gegnertypen und kleine Mechaniken einführen. So kippt der Ablauf nicht in monotones Bildschirmputzen.

Was mir an der Sache gefällt: Das Spiel nimmt den alten Arcade-Geist ernst, aber will nicht dessen schlimmste Gemeinheiten kopieren. Somit ist das hier ein sehr schöner Retro-Titel, der mit Nostalgie anlockt und dann mit gutem Design festhält.

Wo das Huhn stolpert

Ganz ohne Kratzer bleibt der Eiertransport aber nicht. Manche Mechaniken, Bonusregeln und Geheimnisse werden nur sehr sparsam erklärt, was für Entdecker charmant sein kann, andere aber beim Einstieg eher verwirrt als motiviert. Eine richtige Anleitung fehlt – das ist zwar nostalgisch, aber zehrt auch anfangs an den Nerven. Zudem kippt der Schwierigkeitsgrad in manchen Levels unverhältnismäßig schnell um.

Präsentation und Koop

Audiovisuell liefert das Spiel ziemlich genau das, was man von so einem Projekt hofft: bunte Pixeloptik, hörbare 16-Bit-Vibes und einen Soundtrack, der angenehm im Ohr bleibt. Gerade die liebevoll gestalteten Levels und der charmante Look sorgen offenbar dafür, dass sich das Ganze eher wie ein verlorenes SNES-Spiel als wie ein schnell zusammengeschraubtes Retro-Zitat anfühlt.

Der lokale Zwei-Spieler-Koop passt dazu hervorragend, weil diese Art Spiel ohnehin nach gemeinsamen „Nur noch ein Versuch“-Abenden schreit. Es ist zwar kein riesiger Multiplayer-Baukasten, aber genau für ein familiäres oder freundschaftliches Couch-Date mit viel Gehopse und gelegentlichem Gezeter scheint Mister Chickums wie gemacht.

Fazit

Go! Go! Mister Chickums ist für mich ein wunderbar altmodischer Arcade-Platformer, der nicht wegen Ironie funktioniert, sondern weil seine Grundlagen stimmen: klare Regeln, gute Level, stetige Ideen und ein schöner Zugänglichkeitsgrad. Die etwas kryptische Erklärung mancher Systeme und kleinere Reibungen beim Einstieg kosten Sympathiepunkte, ändern aber wenig daran, dass hier ein erstaunlich rundes Retro-Spiel entstanden ist.

Wenn ihr auf Single-Screen-Action mit Bubble-Bobble-DNA steht, dürfte dieses Huhn ziemlich direkt ins Nest treffen. Es ist kein revolutionärer Genre-Umsturz, aber ein Spiel mit so viel Charme, Präzision und Spielfreude, dass man ihm seine kleinen Macken bereitwillig als Eierschalen im Teppich verzeiht.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: store.steampowered.com/app/2436810/Go_Go_Mister_Chickums