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Goat-Simulator-3-Erweiterungen

DLCs mit noch mehr Ziegenchaos.

Die beiden Goat-Simulator-3-Erweiterungen liefern euch nicht nur frische Maps, sondern zwei sehr unterschiedliche Sorten Unsinn. Kurz zur Einteilung: Multiverse of Nonsense ist die größere, ideenreichere und kreativere Eskalation. Die Baadlands: Furry Road erweist sich als postapokalyptischer Sandkasten mit starkem Setting, aber leidet auch etwas stärker unter Jank.

Wer das Hauptspiel mochte, bekommt mit beiden DLCs mehr Ziegenchaos, aber das multiversale Add-on wirkt insgesamt runder, während Baadlands eher die herrlich kaputte Lieblingsfolge einer ohnehin nicht ganz gesunden Serie ist. Aber seht selbst.

Multiverse of Nonsense

Schon auf dem Papier klingt Multiverse of Nonsense wie ein Meeting, in dem niemand mehr „Nein“ gesagt hat, und genau das ist als Kompliment gemeint. Coffee Stain North schickt Pilgor in eine komplett neue Sandbox mit Story, 41 Events, 36 Instinkt-Herausforderungen, acht neuen spielbaren Ziegen, über 100 Ausrüstungsteilen und mehreren Dimensionen, durch die man sich wie eine schwer verwirrte Abrissbirne hüpft. Dazu kommen neue Fahrzeuge und sogar ein Dialogsystem, was in einem Spiel, in dem man Probleme normalerweise mit Kopfstößen löst, schon für sich genommen ein guter Witz ist.

Der eigentliche Reiz liegt aber nicht nur im Umfang, sondern im Stil. Es gibt so viele abgedrehte Orte wie Goatroit, Mount Olympus oder Goofville. Außerdem gibt es einzelne Rifts mit ganz eigenen Themen, darunter sogar eine Deep-Rock-Galactic-Parodie. Das passt perfekt zu Goat Simulator 3, weil das Grundspiel ohnehin am besten funktioniert, wenn es nicht auf Kohärenz, sondern auf maximale Ideen-Freude setzt. Multiverse of Nonsense versteht das einfach bestens. Es liefert nicht bloß mehr vom Bekannten, sondern bläst das gesamte Konzept in noch absurdere Richtungen auf.

Kleine Risse im Riss

Natürlich bleibt auch dieses Add-on nicht frei von den typischen Ziegenkrankheiten. Die offiziellen Patch Notes lesen sich phasenweise wie ein Unfallbericht aus einem Paralleluniversum, mit Fixes für kaputte Rifts, Sound-Crashes, Quest-Probleme, Multiplayer-Aussetzer und sogar gravierende Bugs wie einen Xbox-Absturz beim Betreten der Miningverse.

Immerhin zeigt die lange Liste an Nachbesserungen auch, dass an Stabilität, Performance und Steuerung über Monate gearbeitet wurde. Unterm Strich wirkt Multiverse of Nonsense deshalb wie das bessere der beiden DLCs: groß, bescheuert, randvoll mit Einfällen und genau selbstbewusst genug, um aus purem Chaos fast schon eine Designhaltung zu machen.

Baadlands: Furry Road

Sofern Multiverse of Nonsense die Science-Fiction-Quatschkanone ist, dann ist Baadlands: Furry Road die staubige Schrottplatz-Version davon: weniger Dimensionensprung, mehr Wüste, Motorenlärm und Mad-Max-Fiebertraum mit Fallout-Nachgeschmack. Das Add-on versetzt San Angora in eine postapokalyptische Einöde, lässt euch als „Baallistic Pilgor“ durch Dünen pflügen, Fraktionen ärgern, einen mysteriösen Vault öffnen und dabei auf Motorrädern, improvisierten Vehikeln und in voller Ziegenwürde den Weltuntergang genießen.

Das Setting funktioniert hervorragend. Die Anspielungen auf Mad Max und Fallout, den neuen Schrott als Währung und die Mischung aus offenen Aufgaben, Radiotürmen, Stadtaufbau und Vehikel-Blödsinn sind gelungen. Gerade das Motorrad und die Möglichkeit, eine eigene Siedlung auszubauen, geben dem DLC einen etwas anderen Rhythmus als dem Hauptspiel oder Multiverse of Nonsense. Baadlands wirkt dadurch weniger wie eine neue Pointe pro Minute und mehr wie ein großer Spielplatz für staubiges Endzeit-Chaos.

Der Haken ist allerdings deutlich sichtbar: Selbst für Goat-Simulator-Verhältnisse ist Baadlands technisch ruppig geraten. Ein besonders lästiges Problem, bei dem man beim Sprung von Klippen durch den Boden fällt, nervt. Aber auch manche Missionen sind unnötig langwierig und das Fahrzeughandling nenne ich mal gewöhnungsbedürftig.

Was besser funktioniert

Wenn man beide Erweiterungen nebeneinanderstellt, zeigt sich eine klare Rollenverteilung. Multiverse of Nonsense ist das kreativere Paket mit mehr Systemspielerei, mehr Schauplätzen, mehr Gags pro Quadratmeter und dem stärkeren „Was zum Henker passiert hier gerade?“-Faktor. Baadlands: Furry Road punktet dagegen stärker über sein Thema, seine Wüstenstimmung, den Schrottplatz-Charme und die Idee, Goat Simulator einmal durch den Endzeit-Filter zu jagen.

Das heißt aber auch: Wer vor allem neue verrückte Ideen will, dürfte mit Multiverse glücklicher werden. Wer Lust auf eine spezifische Parodie mit Motoröl, Vaults und radioaktivem Blödsinn hat, findet in Baadlands die markantere, aber auch holprigere Erweiterung.

Fazit

Die beiden Add-ons zeigen sehr schön, warum Goat Simulator 3 als Reihe überhaupt funktioniert: weil sie völligen Unfug mit genug Inhalt und Selbstbewusstsein verbinden, dass daraus mehr als nur ein einmaliger Meme-Gag wird.

Multiverse of Nonsense ist dabei das rundere, größere und spürbar stärkere DLC, weil es seinen Irrsinn in viele Richtungen entfaltet und dabei näher an der besten Form des Hauptspiels bleibt. Baadlands: Furry Road ist die dreckigere Schwester im Lederjacken-Look: atmosphärisch, witzig, voller guter Endzeit-Ideen, aber auch anfälliger für technische Aussetzer und stellenweise mehr Schrottplatz als Schatzkammer.

Multiverse of Nonsense nimmt den Preis für den besseren DLC mit nach Hause, Baadlands den Preis für das charmanteste apokalyptische Durcheinander.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: goatsimulator3.com/de