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Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition

Setzt euch und bleibt ein Weilchen: Dieser Retro-Trip zeigt euch herrlich, wie alt ihr geworden seid.

Drei Spiele, die Geschichte geschrieben haben: GTA 3, GTA Vice City und GTA San Andreas. Anfang der 200er-Jahre machte ich auf dem PC Liberty City, Vice City oder San Andreas unsicher. Rockstar Games zeigte, wie man Open-Worlds macht. Und das können sie auch heutzutage wie kein zweiter. Aber die Zeit hat sich seit diesen drei Urgesteinen weitergedreht – und das merkt man im Guten wie im Schlechten, wenn wir uns die einzelnen Titel mal genauer anschauen.

Der Anfang einer neuen Welt

Mit GTA 3 wagte Rockstar Games im Jahr 2002 den Schritt in die dritte Dimension. Liberty City war ein dreidimensionaler Traum für Hobby-Verbrecher. Ich weiß noch, wie mir damals die Kinnlade nach unten klappte, als ich mit dem Intro fertig war. Die Zwischensequenz war in Spielgrafik gehalten und warf mich direkt in die Action hinein. Fast 20 Jahre später klappt mir wieder die Kinnlade nach unten – diesmal aus anderen Gründen.

Über die Animation des Regens haben sich schon etliche andere Kolleg*innen geäußert. Ich fand es sehr amüsant, dass mich diese Szene damals so vom Hocker gerissen hat. Die Staubschicht ist schon meterdick geworden. Aus technischer Sicht heutzutage nicht mehr tragbar, wenn es neue Titel wären – sind sie aber nicht. Denn das Ganze hat auch heute noch seinen Charme. Wenn ich mich in Liberty City bewege und GTA V im Hinterkopf habe, sehe ich genau, wie der Werdegang dieser ikonischen Spielreihe war.

Auch wenn hier noch alles in den Kinderschuhen steckt, ist hier damals viel Liebe ins Detail geflossen. Diese „Definitive Edition“, das sollte inzwischen klar sein, ist kein Remaster. Nein, ihr bekommt hier volle Kanne die alte Welt an den Kopf geklatscht und sollt damit erst einmal klarkommen. Wenn ihr diesen ersten Schock überstanden und verdaut habt, dann könnt ihr richtig eintauchen und sogar anfangen es zu genießen. Seht es als Zeitreise oder -zeuge an – dann passt das hier schon.

Denn spielerisch könnt ihr auch heute noch euren Spaß damit haben. Die Missionen mögen vielleicht nicht so ausgefuchst sein, wie bei GTA V, aber sie erfüllen ihren Zweck. Eine Runde Amok laufen geht hier blendend – zumal sogar die Story hier und da noch leicht greift. Für ein paar unterhaltsame Abende ist GTA 3 immer noch sehr gutes Material, das ich zu schätzen weiß. Gehen wir zurück in die 80er-Jahre …

Schillernde Neonlichter und wachsende Herausforderungen

Mit Vice City landet ihr nämlich in den 1980er-Jahren eines fiktiven Städtchens, das mich sehr an Miami erinnert. Neonlichter, Strand und schicke Hawaii-Hemden sind hier gang und gäbe. Wenn ich hier Tommy Vercettis Geschichte über Betrug und Vergeltung nachgehe, merke ich aber eins: Rockstar Games hat sich spielerisch leicht weiterentwickelt. Das Korsett der damals noch limitierenden Hardware lockert sich ein Stückchen.

Es gibt zwar immer noch nicht so viel Nebenaufgaben zu erledigen, wie wir es heute von jedem Spiel des Genres gewohnt sind, aber man kann schon mehr erleben als bloß die Hauptgeschichte. San Andreas schlägt da den Bogen noch weiter zur heutigen Zeit. Mit der komplexeren Spielmechanik und den Inhalten kann man in San Andreas schon deutlicher den Vorgänger erkennen, der GTA IV und GTA V den Weg eröffnete.

Von einem Spiel zum nächsten ist die Evolution deutlich zu spüren. Ich habe mir mal alle drei Teile direkt hintereinander angeschaut und festgestellt: Der Detailgrad wächst von Spiel zu Spiel. Waren es bei GTA 3 noch grobe Texturen und wenige Polygone, sehen manche Screenshots – insbesondere Gebäude – bei San Andreas schon sehr hübsch aus. Wenn man sich einmal mit der Grafik und dem Technik-Gerüst angefreundet hat, könnt ihr euch besser auf das Spielgeschehen konzentrieren.

Und siehe da: Ich empfand es persönlich sogar oft erfrischend, was ich hier erledigen muss. Denn die Aufgaben mutieren nicht zu stundenlangen Herausforderungen, sondern sind meist in ein paar Minuten zu erledigen. Außerdem kann ich meinen Drang befriedigen, die komplette Spielwelt einmal zu erkunden. Das ist hier wirklich ohne große Mühen möglich – und stört mich ehrlich gesagt an heutigen Titeln bzw. zerrt mich in einen inneren Konflikt.

Was nicht ganz so hübsch ist, sind immer mal wieder auftretende Bugs, die es damals schon gab. Klar, man kann nicht die komplette Engine umschreiben. Aber vielleicht hätte man sich um den ein oder anderen Grafikfehler kümmern können. Naja, vielleicht gehört das auch zur vollen Erfahrung dazu, wer weiß.

Fazit

Schock und Faszination liegen hier dicht beieinander – da bin ich sehr ehrlich. Auf der einen Seite habe ich gestaunt, wie viel in den letzten 20 Jahren passiert ist, seit GTA 3 an den Start kam – und war über die Grafik doch milde gesagt überrascht. Auf der anderen Seite mache ich diesen Zeitsprung gerne mit und tauche erneut in diese Welten ein, die mich viele Abende vor dem PC-Monitor bannten.

Dass das Ganze spielerisch heute immer noch funktioniert, muss man Rockstar Games hoch anrechnen. Euch muss aber klar sein, dass ihr hier mit der Grand Theft Auto: The Trilogy - The Definitive Edition wirklich die alten Spiele in ihrer ursprünglichen „Pracht“ serviert bekommt. Mein Tipp: Lasst euch drauf ein und lernt dabei Spielgeschichte am lebenden Beispiel. Ich bereue keine Sekunde, die ich hier verbracht habe.

Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC
Website: store.rockstargames.com/de/game/buy-grand-theft-auto-the-trilogy-the-definitive-edition