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Grind Survivors

Ballern mit deutlicher Vorwarnung.

Grind Survivors ist ein flotter, visuell auffälliger Survivors-like-Shooter, der mit Dämonenhorden, Loot-Waffen und einem erstaunlich tiefen Fortschrittssystem schnell Sog entwickelt. Aber wie sieht es mit dem Langzeitspaß aus? Wenn ihr auf Build-Bastelei, Dauerfeuer und dieses herrlich dumme „Nur noch ein Run“-Gefühl steht, bekommt ihr hier viel Futter – müsst aber akzeptieren, dass der Name Grind nicht nur cool klingt, sondern ziemlich wörtlich gemeint ist.

Hölle, Waffen, Dauerstress

Das Grundgerüst ist schnell erklärt: Ihr jagt als Dämonenjäger durch eine postapokalyptische Erde und weicht Kugel- und Gegnerteppichen aus. Dabei sammelt ihr Erfahrung, lootet Waffen mit zufälligen Eigenschaften und versucht, euch gegen immer absurdere Horden über Wasser zu halten.

Besonders nett ist, dass Grind Survivors euch zwei Spielweisen anbietet: klassisch mit automatischen Angriffen im Survivors-Stil oder direkter im Twin-Stick-Ansatz, bei dem ihr Schüsse selbst ausrichtet und abfeuert. Das gibt dem Spiel sofort etwas mehr Eigenständigkeit, weil ihr nicht nur passive Flächenwaffen stapelt, sondern euer Kampfstil spürbar davon abhängt, wie aktiv ihr eingreifen wollt.

Der eigentliche Haken: Waffen und Fortschritt

Am spannendsten ist Grind Survivors für mich dort, wo es sich ein bisschen wie ein looterlastiger Action-Roguelite anfühlt. Waffen fallen mit unterschiedlichen Werten, Traits und Seltenheiten, und in der Schmiede dürft ihr sie fusionieren, neu würfeln oder mit riskanten Upgrades aufpumpen, die im schlimmsten Fall auch schiefgehen können.

Genau dieses System sorgt dafür, dass Runs nicht nur über Level-ups und Perks leben, sondern auch über die Vorfreude auf den nächsten absurden Fund – also jene Waffe, mit der ihr plötzlich das Gefühl habt, das Spiel nun endlich unfairerweise auf eure Seite gezogen zu haben.

Auch außerhalb eines Runs ist erstaunlich viel los. Skilltree, Runen, permanente Freischaltungen und verschiedene Währungen bauen ein ziemlich dichtes Metasystem auf, das euch selbst nach verlorenen Durchläufen fast immer noch irgendetwas in die Hand drückt. Das ist motivierend, weil ihr selten komplett leer ausgeht, aber eben auch der Punkt, an dem das Spiel seine Titel-Idee fast schon mit etwas zu viel Stolz vor sich herträgt.

Wenn das Geballer richtig klickt

Im Moment-to-Moment-Spiel macht Grind Survivors nämlich vieles richtig. Explosionen, Effekte, Cel-Shading, Gore und dieser ständige Gegnerdruck erzeugen ein angenehm überdrehtes Schlachtfeld, das deutlich hochwertiger aussieht als viele billigere Genre-Kollegen.

Dazu kommen Perks mit sinnvollen Überschneidungen, stärkere Synergien für fokussierte Builds und kleine Zwischenziele wie Schreine oder Power-ups, die euch auf der Karte in Bewegung halten und verhindern, dass ihr nur stur im Kreis rennt.

Gerade dadurch hat das Spiel immer wieder diese schönen Eskalationsmomente, in denen ihr zunächst noch harmlos Zombies und Dämonen wegputzt und zehn Minuten später in einem lodernden Chaos aus Blitzen, Flammen, Barrieren und Bossen steht. Wenn ihr solche Kurven mögt, bei denen ein Run erst gemütlich beginnt und dann kontrolliert explodiert, dann liefert Grind Survivors ziemlich zuverlässig.

Wo der Spaß zäher wird

Der größte Makel ist aus meiner Sicht nicht das Kämpfen, sondern das Drumherum der Freischaltstruktur. Neue Inhalte werden recht langsam verteilt, neue Schwierigkeitsgrade hängen oft vor neuen Gebieten, und selbst wenn ihr endlich weiterkommt, verändert sich nicht immer genug an Gegnern, Zielen und Karten, um die viele Wiederholung wirklich frisch wirken zu lassen. Das ist schade, weil das Spiel euch zwar viele Möglichkeiten gibt, euren Charakter immer weiter aufzubohren, aber vergleichsweise wenig daran ändert, was die Welt euch langfristig Neues entgegenwirft.

Und dann wäre da noch das Balancing, das nicht in jeder Phase gleich sauber wirkt. Einige Waffen und defensive Werte scheinen deutlich stärker zu sein als andere, und in höheren Schwierigkeitsstufen kippt das Ganze stellenweise dahin, dass Überleben wichtiger wird als das Gefühl, euch offensiv durch die Hölle zu fräsen. Das nimmt dem Spiel nicht seine Stärke, kratzt aber genau an dem Punkt, an dem ein Survivors-like sich eigentlich am mächtigsten anfühlen sollte.

Fazit

Grind Survivors ist ein guter, teilweise sogar sehr guter Genre-Vertreter, der mit seinem Waffenfokus, dem umfangreichen Meta-Fortschritt und seiner auffälligen Präsentation mehr Profil hat als viele schnelle Nachzieher im Survivors-Sektor. Für euch ist das vor allem dann spannend, wenn ihr nicht nur ein Feierabend-Geballer wollt, sondern ein Spiel, das euch Builds austüfteln, Werte würfeln und langfristig an einem Dämonenjäger herumschrauben lässt.

Wenn ihr allerdings vor allem auf ständig neue Umgebungen, schnelle Charakter-Freischaltungen und eine Progressionskurve hofft, die euch ohne Reibung weiterwinkt, dann könnte euch genau dieser Grind irgendwann etwas zu sehr nach Arbeit riechen. Unter dem Strich bleibt für mich aber ein unterhaltsamer Dämonen-Schredderer, der sich seine stärksten Momente mit Tempo, Loot und Build-Bastelei verdient – auch wenn er euch auf dem Weg dorthin ein bisschen zu oft dieselbe Hölle noch einmal zeigt.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC 
Webseite: grindsurvivors.com