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Grit and Valor – 1949

Mech-Action, Mut und Ruhm.

Dieselpunk trifft Roguelite: Grit and Valor – 1949 wirft euch in eine Welt, in der der Zweite Weltkrieg nicht 1945 zu Ende ging, sondern in eine alternative Realität abdriftete: Die Nazis stehen mit ihren Mechs und Supersoldaten fast vor dem Endsieg, als ein letzter Rest alliierter Rebellen ausgerechnet von Schottland zum Gegenschlag ansetzt. Ein sehr spannendes und ungewöhnliches Szenario.

Goodbye Deutschland!

Euer Ziel: Eine kleine, aber schlagkräftige Mech-Einheit eskortiert einen EMP-Lastwagen quer durch Europa, um in Deutschland die finstere Tech-Schmiede der Feinde lahmzulegen. Präsentiert wird diese SciFi-Geschichte mit stimmungsvollen Comic-Zwischensequenzen, entsprechendem Pulpy-Flair und Musik, die mit satten Soundeffekten und Sprecher:innen das Geschehen packend untermalt.

Die Xbox Series X-Version präsentiert sich technisch solide: Die Karten laden schnell, Explosionen und Bewegungen sind sauber animiert, und das Design der Mechs hat echten Wiedererkennungswert. Zwar ist der Look eher klassisch als spektakulär, überzeugt aber durch Übersicht und einen leicht verspielten Dieselpunk-Touch, der auf dem großen TV richtig zur Geltung kommt.

Strategie, Positionierung und der endlose Versuch

Grit and Valor ist ein Roguelite durch und durch. Ihr bekommt eine kleine Truppe aus drei (später mehr) Mechs, die sich – jeder mit Typen wie Feuer, Ballistik oder Sprengstoff – in Pokémon-Manier gegenseitig kontern oder kontert werden. Die kompakt gehaltenen Maps sind in griffige Kachelabschnitte unterteilt und werden zur Bühne für taktische Fights gegen feindliche Horden.

Eure Aufgabe: Die richtigen Mechs ins Feld führen, Spezialfähigkeiten clever nutzen und vor allem die Positionen so wählen, dass Schwachpunkte geschützt und gegnerische Angriffswellen aufgehalten werden. Dabei ist manchmal auch etwas Experimentieren nötig.

Alles im Griff

Gesteuert wird vor allem das „Wohin?“ und „Welche Fähigkeit wann?“ – ein klassisches Echtzeit-Taktikspiel, bei dem eure Truppe automatisch zuschlägt, sobald ein Feind in Reichweite ist. Man muss aber bedacht die Deckung und die Typenverhältnisse einplanen, denn das Spiel bestraft Unachtsamkeit rasch mit empfindlichen Verlusten.

Besonders spannend wird es, wenn ihr euren Kommandowagen schützen müsst: Wird dieser zerstört oder gehen alle Mechs zu Boden, geht es zurück an den Start – klassisches Roguelite-Roulette, das gerade zu Beginn ordentlich fordert. Manchmal ist das auch zu viel des Guten.

Zwischen Belohnung und Frust

Jede Runde bringt euch gegnerische Drops, Upgrades für neue Skills, bessere Piloten oder stattdessen direkte Boni für euer nächstes Match. Perks lassen Panzer schneller feuern, geben Resistenz gegen Treffer oder steigern den Schadensoutput.

Allerdings bremst der Spielfortschritt bei längerer Spieldauer merklich ab; die Belohnungen sind zu Beginn recht motivierend, später aber eher spärlich verteilt, wodurch sich der Mid- und Endgame-Grind manchmal etwas zieht. Ein leicht angepasstes Balancing könnte in diesem Punkt helfen.

Viel zu tun mit euren Mechs

Die Missionsvielfalt schwankt zwischen Verteidigung von Gebäuden, Zerstörung von Zielobjekten und Bosskämpfen, wobei sich nach ein paar Stunden leichte Ermüdung einstellt, weil die Maps strukturell und optisch sehr ähnlich bleiben. Besonders die finalen Runs und Bossgegner verlangen noch einmal deutlich mehr Planung und Fingerspitzengefühl und bringen echte Spannung, können aber auf Dauer frustrieren, sofern man einfach nicht weiterkommt. Aber insgesamt macht es schon ziemlich Laune.

Positiv hervorzuheben sind zudem das gelungene Sounddesign, die verständliche Benutzeroberfläche und einige schön integrierte Accessibility-Features wie Farb-Modi, Sprach- und Kameraoptionen.

Fazit: Für Mech- und Taktikfans eine originelle Herausforderung

Grit and Valor – 1949 ist kein roher Blockbuster, aber ein sehr gelungenes Strategiespiel mit eigener Handschrift. Wer Roguelites und taktisches Echtzeit-Denken mag, wird mit jedem Durchlauf etwas besser, schaltet neue Upgrades frei und entdeckt stets neue Ansätze für die nächste Runde. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad manchmal hart an die Grenze des Frusts reicht und die Vielfalt nach hinten raus etwas abnimmt, packt das Spiel regelmäßig mit spannenden Mech-Duellen und cleveren Twists. Für Fans von Dieselpunk, Alternativgeschichten und Mechtaktik ein kurzweiliges, lohnenswertes Erlebnis.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch, Meta Quest, PSVR 2 
Webseite: megabit-publishing.com/de/games/grit-and-valor-1949