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Gun Gun Pixies

Winzige, leicht bekleidete Damen, die riesige, leichte bekleidete Damen beobachten? So was kann nur aus Japan kommen.

An Kreativität mangelt es Entwickler Compile Heart sicherlich nicht: Denn „Gun Gun Pixies“ kommt mit einer eher ungewöhnlichen Shooter-Idee daher. Es geht um die Rettung einer Alienrasse, die uns Menschen eigentlich in allen Belangen ähnlich sind.

Nur bei der Größe unterscheiden wir uns doch etwas von den Außerirdischen: Diese sind nämlich im Vergleich zu uns winzig klein. Um ihr Volk zu retten, gehen zwei Mini-Spezialagentinnen auf die Erforschung der menschlichen Erdenbürger – in ein Mädcheninternat. Das mal als grobe Richtlinie.

Was fürs Auge

Bei den menschlichen Erdenbürgern handelt es sich, wie gesagt, ausschließlich um junge Damen, die sich meist in sehr lasziven Kleidern sportlich betätigen. Was für ein Zufall. Jedenfalls steht ein gepflegter Voyeurismus hier im Mittelpunkt: Manche der Mädels schlafen gerade, sitzen im kurzen Rock am Schreibtisch, nehmen ein Bad oder machen Yoga in enger – und teilweise recht unpraktischer – Kleidung.

Hier wird kein Erotik-Klischee ausgelassen. Lustig und irgendwie total crazy. Spielerisch gibt sich „Gun Gun Pixies“ als Shooter aus. Wie passt das zusammen? Nun, die Lösung liegt in den Forschungsmethoden der beiden Agentinnen. Um nämlich genug brauchbare Daten über ihre riesengroßen Testobjekte zu sammeln, müssen sie diese mit ihren Spezialwaffen beschießen. Logisch, oder?

Streng genommen enthalten die Kugeln, die die beiden Mini-Agenten im Gepäck haben, emotionale Glücklich-Macher. Schießt man damit oft genug auf den Ober- oder Unterkörper, werden die Mädels happy. Noch Fragen?

Voyeur mit Hindernissen

Die Missionen sehen beispielsweise so aus, dass ihr euch in ein Zimmer einer Dame schleicht, herausfindet, von wo ihr die beste Position zum Beschießen habt und dann Vollgas gebt. Dabei müsst euch aber auch mit den Tücken der Steuerung herumärgern: Die Kamera ist nämlich ein Biest, das ihr selten gezähmt bekommt.

Besonders, wenn ihr mal wieder auf allen Vieren, den Schlüpfer in die Kamera reckend, unter einem Tisch an der Wand entlang krabbelt, wird die Kamerasteuerung schon zum Abenteuer. Ebenso erging es mir mit dem Herumhüpfen: Wenn ihr euch auf Regalen, Bücherrücken oder Schränken herumbewegen sollt, kann das schon mal zur Geduldsprobe werden.

Von einem Mario und Co. ist „Gun Gun Pixies“ in Sachen Hüpfmechanik meilenweit entfernt. Sobald es darum geht etwas zu beschießen, wird es ebenfalls knifflig, wenn ihr ein Objekt genau ins Visier nehmen müsst: Der Zoom-Modus ist derart empfindlich, dass ich es kaum hinbekomme zielgerecht anzuvisieren. Dafür verfügen die meisten Munitionsarten über einen Streuschuss, bei dem es nicht so auf das genaue Zielen ankommt.

Damit ihr mehr als nur die riesigen Damen zu beschießen habt, geben diese hin und wieder Emotionen ab – ja, ich weiß, dass es immer absurder wird. Jedenfalls sind diese Emotionen Kugeln, die sich in eure Richtung bewegen.

Ballert sie weg und ihr habt freie Bahn auf euer Untersuchungsobjekt. Außerdem müsst ihr aufpassen, dass ihr nicht in den Sichtradius der monströsen Mädels geratet. Eine Anzeige gibt Auskunft darüber, wie sehr ihr die Aufmerksamkeit auf euch zieht.

Und sollte es mal eng werden, dann bleibt einfach stehen und macht per Knopfdruck eine verrückte Pose – das hilft. Ebenso solltet ihr euch auf leisen Sohlen bewegen, damit die Internatsschülerinnen keinen Verdacht schöpfen. Auch hier hilft es, die Anzeige im Blick zu haben und immer mal wieder still stehenzubleiben. Sobald ihr nämlich entdeckt werdet, gilt die Mission als gescheitert.

Alltag eines Alien-Mädchens

Das Missionsdesign wiederholt sich dabei ziemlich schnell: Immer wieder schlüpft ihr in die gleichen Zimmer hinein und beobachtet die Mädels in ihrer Freizeit. Während der Ausflüge in die Zimmer sammelt ihr auch noch Münzen ein, die überall versteckt liegen.

Ebenso füllen Energiekerne eure Magazine wieder auf, falls es mal knapp mit der Munition wird. Alles ganz nett, aber nicht weltbewegend. Die Umgebungen werdet ihr schon bald auswendig kennen – denn sonderlich viele gibt es leider nicht und diese werden dann ständig wiederholt. Den Reiz machen schlichtweg die zu beobachteten Mädels aus, die immer wieder mit neuen Outfits und Positionen überraschen.

Wie gesagt: Der Fokus liegt hier mehr auf dem heimlichen Beobachten. Grafisch gestaltet sich „Gun Gun Pixies“ als bunter Anime-Mix, der nicht sonderlich viele Details aufweist. Dafür wackelt es an den richtigen Stellen, wenn sich die Mädels schnell durch die Gegend bewegen. Schlüpfer und BHs glänzen mit abwechslungsreichen Aufmachungen. Wenn ich das bei einem Spiel erwähnen muss, dann wisst ihr, wo die Reise hingeht.

Fazit

Compile Hearts hat mit „Gun Gun Pixies“ definitiv einen einzigartigen Titel erschaffen. Die Idee ist erfrischend und unterhaltsam. Nur leider geht der Umsetzung ziemlich schnell die Luft aus, wenn es um das Thema Langzeitmotivation geht.

Die voyeuristischen Szenen sind eindeutig das Highlight des Spiels, flachen aber über die Zeit ab. Das Gameplay lässt ebenfalls an Tiefe vermissen, kann aber für eine kurze Weile unterhalten. Wer gerne mal einen abgefahrenen Titel in seiner Spielesammlung haben möchte, liegt mit „Gun Gun Pixies“ jedenfalls ziemlich gut.

Erhältlich für: Switch, PC
Web: pqube.co.uk