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Gungrave G.O.R.E.

Achtung: Blutig und bleihaltig. Bei diesem Action-Shooter bleibt kein Finger auf dem anderen.

Als ich auf der gamescom Gungrave G.O.R.E. zum ersten Mal zu Gesicht bekam, wusste ich nicht, dass es sich dabei um eine Fortsetzung handelt. Denn tatsächlich gab es mal auf der Playstation 2 ein Third-Person-Action-Gemetzel, das Entwicklerstudio Iggymob und Publisher Prime Matter nun weitererzählen. Aber keine Sorge: Ihr braucht keinerlei Vorkenntnisse, um diesen Teil hier zu verstehen. Wenn ihr Spiele wie Devil May Cry mögt, dann solltet ihr unbedingt weiterlesen.

Völlig den Kopf verdreht

Eins muss ich sagen: Die Eröffnungssequenz in Gungrave G.O.R.E. ist einmalig. Wie der nun ja, Hauptheld von Gungrave G.O.R.E. die vier Kerle im Hafen platt macht, ist ganz großes (und brutales) Kino. Schnell zeigt sich hier, wo die Reise hingeht. Das Spiel geizt nicht mit Gewaltdarstellungen, die allerdings übertrieben dargestellt werden. Immer wieder musste ich an Mortal Kombat und Kumpane denken.

Dabei handelt es sich bei Gungrave G.O.R.E. nicht um einen Prügler, sondern um ein Third-Person-Action-Spiel. Die ersten paar Minuten fühle ich mich gleich wohl, weil ich an Devil May Cry erinnert werde. Unser knallhart bewaffneter Held rennt durch Lagerhallen und zerballert alles, was nicht bei Drei aus dem Weg ist. Dabei nutzt er zwei Pistolen, Uzis und … ein gigantisches Ding, das an seinen Schultern festgekettet ist.

Auf den ersten Blick sieht das aus wie eine altmodische Boombox, die etwas aufgemotzt wurde. Sehr unhandlich, das Teil, aber sehr schlagkräftig. Denn damit kann Titelheld Grave zuschlagen, Raketen umlenken und sogar mächtige Schüsse abfeuern.

Ballern. Einfach ballern.

Von Anfang an spielt sich Gungrave G.O.R.E. sehr schnell und spaßig. Zielen muss ich nicht, das übernimmt das Spiel automatisch. Lediglich ein paar Reaktionen sind gefragt, wenn Projektile auf mich einpreschen. Schon allein in der ersten Mission der linearen Levelabschnitte bekommt Grave Stück für Stück mehr Fähigkeiten präsentiert. So kann Grave sogar Menschen durch Teleki-nese an sich ziehen und dann im Nhkampf filetieren. Ein dicker Bosskampf am Ende von Kapitel 1 bildet dann den krönenden Abschluss einer adrenalingeladenen Action-Fahrt.

Genauso geht es dann für die nächsten 13 bis 16 Stunden weiter – je nachdem wie geschickt ihr seid oder auf welchem Schwierigkeitsgrad ihr spielt. Wenn euch das gefällt, dann lest nicht weiter, sondern schnappt die Waffen und habt mit Gungrave G.O.R.E. euren Spaß. Wer allerdings auf die Story nebenher steht, wird hier wohl nur enttäuscht werden. Denn die Geschichte um eine ominöse Droge taugt nicht einmal für einen alten B-Movie-Film. Zudem kommt die Geschichte eigentlich nie richtig in Fahrt. Was ihr wissen müsst: Ihr sollt alle fiesen Schurken erledigen, die mit dieser Droge zu tun haben. Klassische Sache eben.

Das Gameplay mag zwar nicht neu sein, spielt sich aber locker und unterhaltsam. Durch Kombinationen erhöht ihr euren Punktestand und sammelt wertvolle Erfahrungspunkte ein. Damit verbessert ihr nach den Missionen Graves Fähigkeiten oder spendiert ihm neue Moves. Wie gesagt: Hier richtet man sich im Geiste an Devil May Cry – nur blutiger.

Schattenseiten des Revolvers

Technisch und optisch macht Gungrave G.O.R.E. ebenfalls eine gute Figur: Eigentlich rennt ihr von einem Effektgewitter ins nächste. Besonders beeindruckt haben mich dabei die wunderbar inszenierten Bosskämpfe gegen teils gigantische Gegner. Einfach herrlich. Aber es gab auch Frustmomente: Denn Gungrave G.O.R.E. bestraft euch teilweise echt hart, wenn ihr mit Grave das Zeitliche segnet.

Wie ich das meine? Nun ja, die Speicherpunkte sind manchmal sehr weit auseinander. So kam es bei mir ein paar Mal vor, dass ich eine Passage fast gemeistert hatte, dann aber von einem blöden Feind in letzter Sekunde erlegt wurde – und wieder ganz von vorne anfangen durfte. Ganz besonders ist mir da die Stelle mit dem Zug im Kopf hängen geblieben. Solche Design-technischen Entscheidungen halte ich für äußerst nervtötend und nicht sonderlich motivierend.

Fazit

Am Ende des Tages ist Gungrave G.O.R.E. ein gutes Third-Person-Action-Spiel, das allerdings nicht sonderlich aus der Masse herausragt. Höchstens der brutale Stil könnte als Alleinstel-lungsmerkmal gezählt werden. Doch vor lauter Effekten, Ballereien und Blitzgewitter auf dem Monitor, wird euch das sowieso nicht sonderlich auffallen. Wenn ihr aber etwas den Kopf abschalten wollt und Action liebt, könnte Gungrave G.O.R.E. genau euer Ding sein. Ob das Ganze jetzt eine Fortsetzung verdient hat, bezweifle ich zwar, aber für die rund 14 Stunden war es recht unterhaltsam.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS
Website: gungrave.com