Dank etlicher „Classic-Collections“ sollte manchen Spielern unter euch der Titel „Gauntlet“ sicherlich etwas sagen: Schnelle Action trifft auf coolen Multiplayer-Spaß – und das schon vor fast dreißig Jahren. Als ich zum ersten Mal meinen Fuß ins Schloss „Hammerwatch“ setzte, fühlte ich mich gleich um Jahre in der Zeit zurückversetzt.
Auf den ersten Blick spielt sich „Hammerwatch“ nämlich wie eine grundlegend verbesserte Version von „Gauntlet“, was mich direkt begeisterte. Habe ich schon erwähnt, dass ich solche Retro-Schinken echt zu schätzen weiß?! Aber fangen wir von Vorne an: „Hammerwatch“, ein Spiel von Jochum Skoglund and Niklas Myrberg, wurde erfolgreich mithilfe von Blitworks auf die Konsolen portiert.
Auf dem PC feierte der Titel schon ein paar Erfolge. Eins vorweg: Da das Entwickler-Team lediglich aus zwei Mann besteht, könnt ihr im Folgenden sicherlich das ein oder andere Auge zudrücken. So ist auch verständlich, dass ihr grafisch keinen Triple-A-Titel erwarten dürft. Dennoch fährt das Mini-Pixel-Abenteuer ein schweres Unterhaltungskaliber auf.
Heldenhaft im Pixel-Saft
Zu Beginn wählt ihr euren Helden aus – acht Stück stehen zur Wahl, was euren eigenen Spielstil etwas unterstreicht. Aber ganz ehrlich: Die Unterschiede sind nicht ganz so krass, wie man es im ersten Moment glauben mag. Dennoch: Die Abwechslung stimmt zumindest. Danach geht es los in das riesige Schloss, in dem dutzende, ach was: tausende von Monstern darauf warten, mit euch Bekanntschaft zu machen.
Nicht nur die Grafik, sondern auch die Steuerung zeigt sich in ihrer einfachsten Form: Bewegen, Schießen, Spezial-Attacke – fertig. So simpel kann es sein. Das soll aber nicht heißen, dass die Hack’n Slay Action, die ihr hier geboten bekommt, genauso simpel ausfällt – ganz im Gegenteil. Die meisten Monster vernichtet ihr anfangs mit einem Schuss.
Da es aber immer dutzende von Feinden sind, die auf euch zugestürmt kommen, solltet ihr schnell sein. Denn wenn euch einer dieser Fieslinge trifft, tut das ganz schön weh. Mit meinem Magier halte ich gerade mal vier oder fünf Treffer aus, bis ich das zeitliche segne – und Heilung ist rar gesät.
Kombinationsgabe
Das Kernstück eurer Attacken ist übrigens ein schickes Kombo-System, das ihr auslöst, indem ihr … nun ja, ihr könnt es euch bestimmt denken: Feinde schnell hintereinander tötet. Dadurch triggert ihr spezielle Angriffe oder Effekte, die ihr euch bei einem der etlichen verstecken Händler im Verließ, erstanden habt. So entfacht ihr einen Rundumschuss oder ladet eure Lebensenergie wieder etwas auf – sehr praktisch.
Die Händler sind zudem auch der einzige Weg, um euch permanent besser zu machen. Es gibt zwar Levelaufstiege, die euch mehr Leben und Rüstung gewähren, aber wirklich neue Sprüche oder Fähigkeiten erhaltet ihr nur über die Verkäufer. Daher: Augen auf und nach versteckten Hinweisen, brüchigen Mauern oder manchmal sogar Richtungspfeilen Ausschau halten, die euch den Weg zum nächsten Händler weisen.
Geld findet ihr während eurer Reise durch die verschiedenen Stockwerke zu Hauf durch Kills, in Truhen oder versteckt in Gegenständen, die ihr zertrümmert. Die kleinen goldenen und silbernen Münzen zu sammeln lohnt sich also in jedem Fall. Manchmal gibt es diese auch als Belohnung, wenn ihr eins der wenigen Rätsel gelöst habt, auf die ihr im Schloss so trefft. Aber im Vergleich zu einem „The Legend Of Zelda“ ist das natürlich pillepalle. Trotzdem lockern solche Passagen das Geschehen etwas auf.
Einer für alle, alle für einen
Der Spielspaß bei „Hammerwatch“ erhöht sich immens, wenn ihr einen – oder noch besser: Gleich drei – weitere Kumpels einladet mit euch zu spielen. Erst dann entfaltet das Spiel seine volle Sogwirkung. Gemeinsam kämpft es sich eben doch besser – und wesentlich leichter.
Denn wenn ihr euer Team gut aufeinander abstimmt, habt ihr für jede Situation den passenden Charakter: Vom Tank über den Fernschützen bis hin zum Heiler verteilen sich die Rollen recht gut. Auch bei den wirklich strammen Bossgegnern wird dadurch der Schwierigkeitsgrad ganz gut nach unten gesenkt. Daher meine Empfehlung: Spielt es unbedingt mit Freunden!
Fazit
„Hammerwatch“ mag in seiner Präsentation und Steuerung sehr simpel herüberkommen, wiegt dies aber wieder locker mit seinen Inhalten und der Spielbarkeit auf. Solo-Kämpfer haben hier ihren Spaß, werden sich aber etwas alleine fühlen.
Denn erst im Team dreht das Werk von Jochum Skoglund and Niklas Myrberg richtig heftig an der Spaß-Schraube und lässt die Stunden im Flug vergehen – und das zu einem fairen und kleinen Preis. Was will man mehr?!
Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: hammerwatch.com