In "Hannah" schlüpfen wir in die Rolle der titelgebenden Protagonistin, die in einem Albtraum gefangen ist: Ihr kleiner, süßer Teddy wurde entführt. Nur Hannah kann den kleinen Kerl jetzt noch retten. Ohne Ahnung, was uns erwartet, müssen wir Hannah durch die gruseligen Korridore und Räume führen, um das Geheimnis der Entführung und den Grund für ihren Aufenthalt in diesem Albtraum zu lüften.
Die Story entfaltet sich langsam durch Umgebungsdetails, Notizen und gelegentliche Cut-Scences. Dieser Erzählstil schafft eine dichte Atmosphäre des Unbehagens und der Spannung, lässt den Spieler aber oft im Unklaren. Manche mögen diese Art der Narration schätzen, andere könnten sich mehr Klarheit wünschen.
Atmosphäre zum Schneiden
Der größte Pluspunkt von "Hannah" ist zweifellos die Atmosphäre. Die albtraumhafte Welt ist detailreich und beängstigend gestaltet. Flackernde Lichter, knarzende Dielen und unheimliche Geräusche sorgen für eine konstante Anspannung. Die Entwickler haben hier ganze Arbeit geleistet, um ein Gefühl der Beklemmung zu erzeugen. Außerdem wuseln überall merkwürdige Monster herum, die Hannah bei Sichtkontakt angreifen.
Rätsel mit Licht und Schatten
Das Gameplay von "Hannah" basiert hauptsächlich auf Hüpfeinlagen, Rätseln und der Erkundung der Umgebung. Viele Puzzles drehen sich um das Aktivieren von Schaltern und das Verschieben von Kisten. Hinzu kommen teils fiese Gegner und knifflige Hüpfeinlagen. Insgesamt fehlt mir aber hier die Abwechslung auf Dauer.
Zudem variiert der Schwierigkeitsgrad stark. Während einige Rätsel clever und befriedigend zu lösen sind, wirken andere entweder zu einfach oder frustrierend schwer. Hinzu kommen die Monster, die Hannah manchmal zu schnell angreifen, wobei sie sich nie wehren kann. Hier hätte eine ausgewogenere Progression dem Spielerlebnis gutgetan.
Technische Höhen und Tiefen
Grafisch präsentiert sich "Hannah" ganz solide, wenn auch nicht bahnbrechend. Die düstere Ästhetik passt perfekt zum Setting, und die Lichteffekte sind beeindruckend umgesetzt. Auf der Xbox Series X läuft das Spiel größtenteils flüssig, gelegentliche Framerate-Einbrüche in komplexeren Szenen trüben das Bild jedoch etwas.
Der Sound-Design ist gelungen. Die sparsam eingesetzte Musik und die atmosphärischen Geräuschkulissen tragen erheblich zur unheimlichen Stimmung bei. Besonders die Schritte Hannahs auf verschiedenen Untergründen sind sehr detailliert.
Fazit
Atmosphärisches Abenteuer mit Schwächen: "Hannah" ist ein Spiel, das vor allem durch seine dichte Atmosphäre und netten Hüpfeinlagen glänzen kann. Die Geschichte plätschert leider etwas dahin – was man später auch vom Gameplay sagen kann. Auch der unausgewogene Schwierigkeitsgrad machen Hannah eher zu einem mittelmäßigen Vergnügen. Wer auf düstere Atmosphäre steht und 3D-Jump&Runs mag, könnte mit Hannah seinen Spaß haben. Der Rest schaut sich lieber nach was anderem um.
Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC
Webseite: hannahthegame.com