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Heal: Console Edition

Vom älter werden und vergessen – eine experimentelle Reise in die Zukunft.

Anscheinend mag Jesse Makkonen düstere Spiele. Der Macher von Distraint hätte sonst wohl kaum mit Heal erneut eine abstrakte Reise durch eine dunkle Welt ins Leben gerufen. Diesmal geht es jedoch nicht um Ängste, sondern ums Alter und damit zusammenhängende Demenz. Harte Themen für ein klassisches Point&Click-Adventure.

Wehwechen im Alter

Als alter Mann erwacht man aus einem traumlosen Schlaf und irrt etwas verloren durch die Gegend. Was ihr hier machen sollt? Nun ja, Heal verrät euch nicht allzu viel. Ihr sollt euch ebenso verloren fühlen, wie der Hauptcharakter – und das schafft Heal sehr gut. Als 2D-Sidescroller navigiert ihr den alten Mann samt Krückstock durch die Level und stoßt dabei immer wieder auf Rätsel.

Mal müsst ihr eine Uhrzeit richtig einstellen, dann eine Drehscheibe korrekt anordnen oder Schalter- und Schieberätsel lösen. Auch mit kleinen Rechenaufgaben solltet ihr euch auskennen, wenn ihr manche Rätsel knacken wollt. Aber keine Sorge: Allzu schwierig gestalten sich die Kopfnüsse eigentlich nie. Manchmal müsst ihr überlegen, manchmal hilft auch bloßes Ausprobieren, um ans Ziel zu kommen.

Eindringlich

Durch den einzigartigen Soundtrack schafft Jesse Makkonen eine mysteriöse, teils bedrohliche Atmosphäre. Es ist schon spannend zu sehen, wie dieser alte Herr durch die Gegend irrt. Fast fühlt man sich ebenfalls hilflos und vergesslich. Und genau das ist wohl auch die Absicht dahinter.

Grafisch setzt der Entwickler fast auf den gleichen Stil wie bereits bei Distraint. Düstere Farbgebung dominiert den Großteil des Geschehens. Wenn es dann um die Rätsel geht, kommen weitere Details zum Vorschein, die die Welt glaubhafter erscheinen lassen. Auch die Steuerung kam mir bekannt vor – jedenfalls hat man diese schnell verinnerlicht und kann sich damit auf das Wesentliche konzentrieren.

Fazit

Eine kleine, feine Point&Click-Erfahrung, auf die man sich ruhig einlassen kann. Die etwas düstere, kryptische Geschichte, die sich ums Alter und den Abbau mentaler Fähigkeiten bewegt, regt zum Nachdenken an. Auch wenn die Rätsel nicht immer sonderlich fordernd sind, gibt Heal eine gute Gesamtfigur ab. Für Fans des Genres definitiv einen Blick wert.

 

Erhältlich für: Xbox, Playstation, Switch

Website: https://www.ratalaikagames.com/games/heal.php