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Hellmut: The Badass From Hell

Kopf-, nein, körperlos gegen die Horden der Hölle: Hellmut macht’s möglich.

Wenn es einen Preis für den dämlichsten Titel eines Spieles geben sollte, dann wäre dieser hier sicherlich ein heißer Kandidat. Aber lustig ist er zumindest, der Hellmut. Und damit geben die Entwickler von Volcanicc auch gleich die Marschroute dieses kurzweiligen Vergnügens vor: Spaß steht bei der Dauerballer-Action an vorderster Stelle. Das beginnt schon mit der eigentlichen „Story“: Weil Hellmut etwas schwach auf der Brust war, hat ihn der Dämonenfürst kurzerhand eingeäschert. Aber Hellmut will Leben. Und so schwirrt sein Kopf samt Wirbelsäule davon, um sich in allerhand Mutationen zu verwandeln. Hellmuts Plan: Rache am Dämonen nehmen, der ihm das angetan hat. Die Action kann beginnen.

Große Vorbilder

Ähnlich wie in Rogue-Like-Spielen á la „Enter the Gungeon“ oder „The Binding of Isaac“ findet sich Hellmut immer wieder in einem zufallsgenerierten Dungeon wieder. Doch das sind nicht alle Parallelen zu den genannten Titeln: Optisch verströmt Hellmut einen soliden 16-Bit-Charme, der an die guten alten 90er-Jahre erinnert. Das passt also. Die eigentliche Spielidee ist ein schneller, erbarmungsloser Twin-Stick-Shooter, bei dem Geschick und Können gefragt ist. Da Hellmut in seiner „Naturform“ nicht sonderlich viel aushält, kann der Spieler zu Beginn zusätzlich aus einer von zwei Mutationen auswählen: Der Rattenkönig mit seiner Kanone oder das Stichmonster mit dem riesigen Hammer.

Diese Mutationen sind so etwas wie Hellmuts Leben: Gehen die Lebenspunkte auf Null, stirbt die Mutation und Hellmut steht in seiner natürlichen Pracht da. Während der Levels könnt ihr aber stets frei wählen, welche Form Hellmut gerade annehmen soll. Das wird aber erst dann nützlich, wenn ihr eine bestimmte Herausforderung packt: Sammelt ihr 20 Kristalle auf einem Stockwerk, dürft ihr das Auge des Ka-Ra beschwören. Dieses teleportiert euch dann in einen Extra-Abschnitt, in dem ihr unter Zeitdruck jede Menge Feinde erledigen sollt. Schafft ihr dies, spendiert euch das Auge eine zusätzliche Mutation, die als weiteres Leben dient. Doch es gibt da einen dicken Haken …

Zuckerbrot? Hier ist die Peitsche

Wenn ihr jetzt denkt, dass ihr von nun an auch die neu erhaltene Mutation zu Beginn eines jeden Neustarts auswählen dürft, habt ihr euch geschnitten. Zu Beginn stehen immer nur die beiden Grundtypen. Neue Auswahl erhaltet ihr erst, wenn ihr den Endboss besiegt habt – was richtig hart ist. Warum sich die Macher auf diese Art der sehr späten Belohnung festgelegt haben, bleibt mir ein Rätsel. Nach mehreren Stunden habe ich es noch nicht einmal ansatzweise in die Nähe des letzten Bosses geschafft. Zusätzliche Mutationen würden mir da deutlich mehr Abwechslung bieten. So vergeht mir langsam, aber sich die Lust am Ganzen. Der Spielablauf selbst ist dabei eigentlich recht unterhaltsam geworden: Ballern, ausweichen, ballern, Glück haben, neue Items shoppen gehen. Die Suchtspirale dreht sich zumindest am Anfang in die richtige Richtung. Nur wenn es dafür nie eine Belohnung gibt, setzt der Spaß irgendwann zum Routineflug an bis er ganz auf dem Boden landet. Vielleicht könnte man an dieser Stelle noch nachpatchen. Denn dann wartet hier eine echte Perle, die allerdings nur etwas für Hartgesottene Badasses ist.

Fazit

Wie gesagt: Ich mag den kleinen Hellmut. Nur die Art und Weise, wie er mich belohnt – oder eben nicht, ist doch schon etwas fies. Dabei ist das Gunplay gut gelungen, die morbiden Witze sitzen und die Herausforderung könnte kaum besser sein. Wenn jetzt nur noch ein ständiger Fortschritt zu sehen wäre, würde ich wesentlich öfters zum Gamepad greifen, um Hellmut endlich zu rächen. Aber vielleicht wird das ja was, wenn Hellmut im April auf die Konsolen gelassen wird.

Erhältlich für: PC
Website: dissidiafinalfantasynt.com