Der Name ist Programm: Mit Hide the Corpse bringt das Studio Realcast einen der wohl schrägsten und unterhaltsamsten VR-Titel des Jahres auf die Meta Quest 3 – ein Spiel, das beweist, wie kreativ und humorvoll Virtual Reality sein kann. Statt Monster zu jagen oder Highscores zu knacken, stehst du hier vor einer ganz anderen Herausforderung: Innerhalb von vier Minuten musst du den schwergewichtigen Gus – offensichtlich das Opfer eines Verbrechens – samt aller Beweise spurlos verschwinden lassen, bevor die Polizei auftaucht. Mal sehen, wie das so ist.
Schwarzer Humor trifft Physik-Chaos
Das Spielprinzip ist simpel, aber genial: In jeder Runde habt ihr exakt vier Minuten Zeit, Gus’ Körper in einem der vielen möglichen Verstecke zu verstauen und sämtliche Spuren zu beseitigen. Die Levels – von Wohnzimmern über Garagen bis hin zu absurden Orten wie Raumschiffen – sind im knalligen 70er-Jahre-Stil gehalten und strotzen vor schrillen Farben, schrägen Mustern und jeder Menge Retro-Charme. Die Musik und Soundeffekte unterstreichen das Retro-Feeling und sorgen für eine herrlich absurde Atmosphäre.
Was das Spiel so besonders macht, ist der Umgang mit Gus’ ragdoll-artigem Körper: Er ist schwer, unhandlich, und seine Gliedmaßen neigen dazu, in den unmöglichsten Momenten aus dem Versteck zu baumeln. Ihr müsst ihn ziehen, schieben, falten und manchmal regelrecht stopfen, um ihn in Sofas, unter Autos oder sogar in einen Tresor zu bugsieren. Die Physik ist dabei so überdreht, dass jeder Versuch zur Slapstick-Einlage wird – Frust kommt dabei kaum auf, denn das Scheitern ist meist so komisch, dass man einfach lachen muss.
Mehr als nur Leichen verstecken: Taktik und Kreativität
Doch Hide the Corpse ist mehr als nur ein Gag: Wer die höchste Wertung erreichen will, muss nicht nur den Körper verschwinden lassen, sondern auch Beweise wie Gus’ Ausweis, Sonnenbrille oder Kamm einsammeln und alle Fingerabdrücke mit einem Schwamm entfernen. Das erfordert Planung, Übersicht und manchmal auch Improvisation, denn die Zeit ist knapp und jeder Fehler kostet wertvolle Sekunden. Besonders spannend wird es, wenn Gus nach dem neuesten Update an zufälligen Orten im Level spawnt und du ihn erst einmal finden musst, bevor das eigentliche Chaos beginnt.
Für eine zusätzliche Herausforderung könnt ihr Gus so einstellen, dass sein Körper unkontrolliert zu flatulieren beginnt. Das macht die Suche nach einem passenden Versteck nochmals amüsanter. Aber damit erhöht sich auch der Schwierigkeitsgrad deutlich. Letzten Endes sorgt es auch dafür, dass ihr Tränen lachen werdet - insbesondere, wenn euch jemand beim Spielen zuschaut.
Zugänglichkeit, Wiederspielwert und Technik
Mit jedem erfolgreichen Durchlauf werden neue Kostüme für Gus freigeschaltet, die den ohnehin schon schrägen Look noch toppen. Wer nicht auf Scorejagd gehen will, kann im Sandbox-Modus experimentieren und seiner Kreativität freien Lauf lassen – hier dürft ihr alles im Raum als potenzielles Versteck nutzen, was für noch mehr verrückte Situationen sorgt.
Die Steuerung ist schnell erlernt, die Tutorials sind inzwischen deutlich verbessert und machen den Einstieg angenehm. Die Physik-Engine ist bewusst überdreht, aber gut ausbalanciert – selten fühlt sich der Umgang mit einem virtuellen Körper so „echt“ und gleichzeitig so witzig an. Die kurze Spielzeit pro Durchlauf macht das Spiel perfekt für schnelle Runden zwischendurch oder als Party-Hit, bei dem man das Headset gerne mal weiterreicht.
Kleine Kritikpunkte gibt es bei der Übersichtlichkeit in hektischen Momenten und gelegentlichen Aussetzern der Physik, wenn Gus komplett im Möbelstück verschwindet oder sich partout nicht falten lässt. Doch das gehört fast schon zum Konzept – und sorgt für noch mehr Lacher im Wohnzimmer.
Fazit: Makabres Party-Highlight und VR-Geheimtipp
Hide the Corpse ist ein Paradebeispiel für kreatives VR-Design: Es verbindet schwarzen Humor, chaotische Physik und überraschend viel Taktik zu einem kurzweiligen, immer wieder lustigen Erlebnis. Die Mischung aus Zeitdruck, Slapstick und cleverem Rätseln macht süchtig – und sorgt garantiert für Gesprächsstoff. Wer eine ungewöhnliche, humorvolle VR-Herausforderung sucht oder einfach mal wieder richtig lachen will, sollte sich diesen Titel nicht entgehen lassen.
Erhältlich für: Meta Quest, Steam VR, PSVR 2