Kann eine Entscheidung den Unterschied machen? Genau das fragen sich ehemalige Veteranen von Bioware und Sucker Punch in ihrem neuen Titel Hindsight 20/20 - Wrath of the Raakshasa. Das Studio, das unter dem Namen Triple-I Games bekannt ist, will Entscheidungen in den Vordergrund rücken, die die Welt verändern können. Dazu geht die Reise in ein Fantasy-Reich, das von einem Virus zerstört wurde. Klingt spannend. Schauen wir uns die Sache an.
Der Titel gibt Aufschluss
In Hindsight 20/20 - Wrath of the Raakshasa beginnen wir mit dem Ende zuerst: Unser einarmiger Held – das ist mal außergewöhnlich – steht vor einer Klippe und sieht unter sich seine lodernde Heimat. Diese wurde zerstört, nachdem ein Virus die Bewohner in wilde Kreaturen, die sogenannten Raakshasa, verwandelt hat. Hätte er die Stadt nicht verlassen, hätte er das Unglück verhindern können – später ist man immer schlauer (Sprichwort aus dem Englischen dazu: „Hindsight is 20/20“).
Nun wisst ihr zumindest auch, woher der merkwürdige Titel stammt. Unser Held bekommt nun allerdings eine einmalige Chance: Er darf zurückreisen an den Tag, an dem alles anfing. Wird er mit den richtigen Entscheidungen seine Heimat retten können? Das ist die Ausgangslage des actionbetonten Abenteuers.
Spielen wie früher
Gespielt wird aus der Third-Person-Perspektive: Der erste Eindruck erinnert an ein älteres Spielchen auf der Xbox 360 oder PS3, was die Grafik an geht. Denn sonderlich High-End sieht das hier nicht aus: Wenige Polygone, schwammige Texturen und teils hölzerne Animationen. Aber Grafik ist bekanntlich nicht alles. In der Einführung lernen wir die besonderen Mechaniken des Spiels kennen. Dazu gehören anfangs ein paar Schalter- und Schieberätsel, aber auch Kampfeinlagen.
Schon beim Kämpfen müsst ihr euch entscheiden: Nehmt ihr lieber das Schwert oder den Elektrostab als Waffe? Beides könnt ihr jederzeit wechseln, wenn ihr wollt. Doch es macht einen deutlichen Unterschied. Das Schwert teilt eure Feinde in Stücke, während der Stab lediglich dafür sorgt, dass die Feinde kampfunfähig werden. Die einfache Frage dahinter: Töten oder verschonen?
Jede Entscheidung zählt
Bei Hindsight 20/20 - Wrath of the Raakshasa haben eure Entscheidungen direkten Einfluss auf die Handlung. Wer nur tötet, wird gefürchtet. Wer edel kämpft, geachtet. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Ein kleines Beispiel: Töte ich den ersten Boss, einen Ritter, der euren Vater getötet hat, wird dieser Ritter später nicht mehr zu eurer Unterstützung herkommen, wenn es am Ende brenzlig wird.
Dafür habt ihr aber endlich die Rache, die ihr immer haben wolltet. Manche Entscheidungen werden direkt, andere erst später im Spiel erkenntlich. Selbst bei den Boss-Fights, die ihr bestreiten müsst, könnt ihr zwischen der entwaffneten oder tödlichen Variante des Kämpfens wählen. Interessanter Ansatz, der spielerisch allerdings wenig ändert. Ob ihr jetzt mit dem Schwert oder dem Stab hantiert, fühlt sich am Controller ziemlich gleich an.
Übrigens ändern sich die Kämpfe bis zum Ende von Hindsight 20/20 - Wrath of the Raakshasa so gut wie nicht. Es könnte also etwas monoton werden. Dafür macht die Welt, in der das Speil angesiedelt ist, Lust aufs Entdecken. Was ist hier passiert, warum und wie kann ich es verhindern sind die treibenden Fragen. Allein der erste Bosskampf hat mich dazu animiert, dreimal dorthin zu spielen, weil ich jeweils die unterschiedlichen Reaktionen erfahren wollte. In dieser Hinsicht hat Hindsight 20/20 - Wrath of the Raakshasa schon etwas richtig gemacht.
Fazit
Wer über den grafischen und technisch etwas angestaubten Rahmen blicken kann, wird hier ein interessantes Abenteuer finden, in dem eben wirklich eine Entscheidung den Unterschied macht. Eine spannende Welt wartet darauf gerettet zu werden. Seid ihr in der Lage das zu tun?
Erhältlich für: PC, PS, Xbox, Switch
Website: hindsight2020thegame.com