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Hirogami

Gefaltete Heldenreise.

Anfang September erschien mit Hirogami ein neues Abenteuer für PC und PlayStation 5. Entwickelt wurde es von einem kleinen Team bei Bandai Namco Studios, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die faszinierende Welt der Papierfaltkunst spielerisch zum Leben zu erwecken.

Der kann falten!

Die Hauptfigur des Spiels ist Hiro, ein Meister der Faltkunst. Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, Papier in unterschiedliche Formen zu verwandeln: Hiro kann sich in hüpfende, fliegende oder kletternde Origami-Tiere verwandeln oder auch in ein einfaches, zerknittertes Blatt, das über Hindernisse hinwegsegeln kann.

Diese Mechanik eröffnet vielfältige Möglichkeiten, um Rätsel zu lösen, Hindernisse zu überwinden, versteckte Orte zu entdecken und geheime Objekte zu finden. Eine coole Idee, die man bisher seltener bei Spielen gesehen hat. Ich fand das sehr charmant.

Wunderschöne Umgebung

Doch nicht nur Hiro steht im Fokus – die Welt selbst erzählt eine Geschichte. Bedroht wird sie von einem mysteriösen, digitalen Wesen namens Der Fraß, das alles verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen der zarten, kunstvollen Welt der Papierfaltkunst und der bedrohlichen digitalen Leere, die sie zu zerstören droht. Das ist zwar oftmals nur Mittel zum Zweck, aber dennoch eine interessante Geschichte, die ich so nicht erwartet hatte.

Saubere Technik

Hirogami läuft technisch überraschend flüssig und sauber. Besonders positiv fällt das Leveldesign auf, das mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. Die verschiedenen Umgebungen sind abwechslungsreich und laden durch ihre fantasievollen Ideen dazu ein, immer wieder Neues zu entdecken. Auch die Farbgestaltung trägt dazu bei, dass die Welt lebendig und einladend wirkt.

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte. Die Steuerung fühlt sich an manchen Stellen etwas grob und unpräzise an. Besonders beim Kämpfen macht sich das bemerkbar: Es gibt zwar eine Vielzahl von Angriffen, doch diese bleiben meist auf Einzelattacken beschränkt – richtige Kombos fehlen. Das sorgt dafür, dass der Spielfluss im Kampfgeschehen manchmal ins Stocken gerät.

Etwas mehr Tiefe, bitte!

Auch die Tatsache, dass es keine Möglichkeit zum Blocken gibt, sondern nur die Ausweichfunktion zur Verfügung steht, könnte für manche Spieler gewöhnungsbedürftig sein.

Ein weiterer Punkt, der etwas stören kann, ist die Kameraperspektive. Da man diese nicht frei bewegen kann, fällt es mitunter schwer, den Überblick über das gesamte Level zu behalten. Gerade in Abschnitten mit vielen Gegnern oder Plattformen wirkt das manchmal etwas unübersichtlich.

Fazit

Trotz kleiner Schwächen ist Hirogami ein sehr gelungenes Spiel, das sich an eine breite Zielgruppe richtet. Dank seines charmanten Designs, des kreativen Einsatzes der Papierfaltkunst und der insgesamt stimmigen Spielwelt eignet es sich nicht nur für erfahrene Spieler, sondern auch für jüngere oder weniger geübte Gamer. Der Schwierigkeitsgrad ist fair gewählt: nicht zu hoch, sodass auch Einsteiger schnell Erfolgserlebnisse haben, aber fordernd genug, um auch fortgeschrittene Spieler zu unterhalten. Unterm Strich präsentiert sich Hirogami als cooles Indie-Game für jedermann, das mit frischen Ideen, einem ansprechenden Leveldesign und seiner besonderen Atmosphäre begeistert. Wer Freude an kreativen Spielkonzepten hat und sich auf eine Welt voller Origami-Abenteuer einlassen möchte, sollte sich dieses Werk auf keinen Fall entgehen lassen.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: kakehashigames.com/hirogami_en.html