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Horizon Forbidden West

Ein Fest für die Augen und Finger: Mit diesem Action-Spektakel hat Sony einen Grund mehr, um für die Playstation zu werben.

Ich muss es nochmals betonen: Das Jahr 2022 ist aus spielerischer Hinsicht der Hammer. Das letzte Jahr vergessen wir mal schnell und schauen lieber nach vorne. Schon bereits im ersten Quartal fallen hier Top-Titel aus heiterem Himmel, die allesamt „Spiel des Jahres“-Potenzial haben. Einen von diesen Titeln ist definitiv Sonys Exklusiv-Abenteuer Horizon Forbidden West. Und nach einigen Stunden in dieser fantastischen Spielwelt kann ich sagen, dass das auch völlig in Ordnung geht.

Eine Welt, die immer noch fasziniert

Ein kurzer Blick zurück. Vor fünf Jahren zeigte mir das Entwicklerstudio Guerilla, welche fantasievollen Welten sie in Horizon Zero Dawn kreieren konnten. Damals warf ich mich mit Hauptakteurin Aloy in ein umwerfendes postapokalyptisches Abenteuer, das mich immer wieder in Staunen versetzte. Das Setting aus prähistorisch anmutenden Maschinen, die in einer farbenfrohen Welt leben, bekam direkt meine volle Aufmerksamkeit. Nun also steht der zweite Teil von Aloys Reise an. In Punkto Story will ich mich sehr kurzfassen und nichts spoilern.

Die Maschinen, die ihr aus dem ersten Teil kennt, gibt es natürlich immer noch – allerdings wurden diese um einige interessante Modelle erweitert. Nur hat Aloy in Teil eins nicht alles Böse aus der Welt geschaffen. Eine dunkle Macht schlummert hier noch immer und verwandelt die eigentlich friedvollen Maschinen in tödliche Feinde. Im verbotenen Westen soll Aloy eine Antwort suchen und finden. Die Story kommt dabei mit einigen spannenden Ansätzen, schönen Twists, aber auch jeder Menge Klischees daher. Gut inszeniert ist das Ganze jedoch immer – auch wenn sich über die Inhalte streiten lässt.

Ein Feuerwerk für die Augen

Was mich sofort wieder in den Bann gezogen hat, ist diese wundervoll designte Spielwelt. Wenn ich mich im roten Farn verstecke und mein Blick durch die Gegend schweift, vergesse ich fast, dass dort eine gefährliche Maschine ein paar Meter weiter meinen virtuellen Tod wünscht. Horizon Forbidden West ist Augenzucker pur. Hier sieht alles atemberaubend schön aus. Egal, was ihr macht, es wird euch visuell begeistern. Dazu zählen auch die fantastisch inszenierten Kämpfe mit den richtig dicken Gegnern. Und da wären wir schon beim richtigen Stichwort.

Die Kämpfe sind das Herzstück von Horizon Forbidden West. Haben mir in Teil eins schon die taktischen Möglichkeiten gefallen, legt Guerilla hier noch eine Schippe drauf. Da ich es auf den höheren Schwierigkeitsgraden spiele, sind die Kämpfe auch intensiver und fordern euch alles ab. Aber meine Güte: Wenn ihr mal einen dieser mechanischen Giganten nach einem langen Kampf gelegt habt, fühlt sich das so verdammt befriedigend an. Dieses Gefühl kenne ich sonst nur aus Dark-Souls-Titeln. Und das ist als dickes Kompliment zu verstehen.

Die Kämpfe können aber auch in der Schwierigkeit heruntergedreht werden, wenn ihr euch eher auf die Story fokussieren wollt – kein Problem. Selbst dann ist Horizon Forbidden West immer noch ein Genuss. In den Kämpfen müsst ihr jedoch immer strategisch vorgehen. Verschiedene Gegner haben besondere Schwachstellen, die es zu attackieren gilt.

Außerdem sind die meisten Gegner gegen eine bestimmte Schadensart besonders verwundbar. Diese gilt es, herauszufinden und schnell eure Taktik darauf anzupassen. Meist ihr euer Pfeil und Bogen der wichtigste Begleiter. Aber es geht auch immer wieder in den Nahkampf. Alles geht flüssig ineinander über bzw. nicht ganz: Denn ein Druck auf die Schultertasten ruft das Menü hervor, in dem ihr schnell die Waffen und Pfeile wechselt. Nach ein paar Kämpfen habt ihr aber den Dreh raus.

Eine Welt voller Geheimnisse

Die Open World ist ein gutes Stück größer geworden als in Teil eins. Das ist für mich nun kein sonderlich starkes Argument, um Wow zu rufen. Denn eigentlich heißt das für mich immer, dass ich lange umherlaufen muss und meist sinnlose Aufgaben erledige. Die sinnlosen Aufgaben hat Horizon Forbidden West größtenteils gestrichen. Ihr erledigt zwar immer mal wieder neben der Hauptquest kleinere Missionen, aber diese haben mich doch die meiste Zeit bestens unterhalten. Es ist eine gelungene Mischung aus Entdecken, Erforschen, Knobeln und Kämpfen. Hut ab vor dieser Leistung.

Ein weiteres Lob muss ich an die technische Umsetzung aussprechen: Denn Horizon Forbidden West sieht nicht nur auf der PS5 richtig gut aus, sondern wird euch auch auf der PS4 verzaubern. Es gibt zwar grafische Unterschiede, aber selbst Besitzer einer PS4 kommen in den vollen Genuss dieses Abenteuers. Also seid nicht traurig, wenn ihr noch keine PS5 habt. Dieses Spiel wird euch auch so begeistern.

Fazit

Ich könnte mit meinen Lobeshymnen noch stundenlang weitermachen. Aber ich halte mich kurz: Spielt Horizon Forbidden West einfach selbst und erlebt ein atemberaubendes Abenteuer, das schnell süchtig machen kann – egal auf welcher der beiden Sony Konsolen ihr es spielt. Horizon Forbidden West hat seine kleinen Macken, ist spielerisch und grafisch seinem Vorgänger aber um einiges überlegen – und das will was heißen. Um diesen Playstation-Exklusiv-Titel kommt eigentlich niemand mit Faible zu Action herum. Ein heißer Kandidat fürs Treppchen der Spiele des Jahres.

Erhältlich für: Playstation
Website: playstation.com/de-de/games/horizon-forbidden-west