Vom Handy auf die große Mattscheibe: Der französische Publisher Ubisoft bringt völlig überraschend (für mich zumindest) die gefräßigen Haie der „Hungry Shark“-Reihe auf die aktuellen Konsolen. Das Entwicklerteam von Future Games Of London (FGOL) lädt mit „Hungry Shark World“ zum großen Fressen ein.
Pack die Badehose ein!
Seinen Ursprung merkt man „Hungry Shark World“ deutlich an – zumindest aus spielerischer Sicht. Ihr übernehmt die Kontrolle über einen äußerst hungrigen Hai, der sich durch ein nettes Touristengebiet im Pazifik futtert.
Später kommen noch drei weitere Gebiete hinzu, die mit neuen Gefahren und neuer Beute bestückt sind. Kurz zur Steuerung: Bewegen, fressen, Schub und Karte – ziemlich simpel. Genauso einfach gestaltet sich auch das eigentliche Spielprinzip: Als Hai kämpft ihr in dem abgesetzten Gebiet ums Überleben.
Um eurem Ziel der Arterhaltung gerecht zu werden, mampft ihr euch durch alles, was euch vor die scharfen Zähne kommt: Von der kleinen Forelle über Krebse und Thunfische bis hin zu Schildkröten, anderen Haien, Vögeln und natürlich Badetouristen ist alles dabei.
Aber Vorsicht: Viele der anderen Meeresbewohner wehren sich. Manche von ihnen könnt ihr anfangs noch gar nicht schlucken, da ihr dafür einen größeren Hai benötigt. Diesen schaltet ihr frei, wenn ihr gewisse Aufgaben erledigt. Die abgeschlossenen Aufgaben verschaffen euch neben neuen Raubfischen auch noch bessere Ausrüstung und zusätzliche Jagdgebiete – eine motivierende Spielmechanik.
Blutverschmiertes Lachen
Dass hier aber nicht alles so bierernst über die Bühne geht, wie es sich Darwin vielleicht gedacht hat, macht FGOL bereits von Anfang an klar. Die bunte Comic-Grafik übertreibt maßlos an jeder Stelle, vermittelt aber eine nette „Feel-Good“-Atmosphäre. Auch die „Ausrüstung“ für die Haie steht dem speziellen Humor der „Hungry Shark“-Reihe in nichts nach: So dürft ihr beispielsweise eurem bissigen Fisch einen Aloha-Kleid samt Sonnenbrille und einem Schnauzbart verpassen.
Alle angezogenen Items werten einen Aspekt wie Lebensenergie, Tempo, Goldgewinn oder sonst etwas auf. Sobald ihr eine Runde gestartet habt, geht der Timer los: Meist dauert es nicht länger als fünf bis zehn Minuten bis euer Hai das Zeitliche segnet.
Die Gefahren in den Ozeanen sind manchmal doch eine Spur zu überwältigend – besonders wenn ihr nicht damit rechnet. Hinzu kommt, dass an manchen Stellen im Wasser besonders dicke Bosse auf euch warten und sich die Rollen von Jäger und Gejagtem urplötzlich drehen.
Ist noch eine Packung da?
Mir persönlich kommt „Hungry Shark World“ etwa so vor wie eine Tüte Chips: Lecker, immer wieder gut für einen Zwischensnack, aber nach einer Zeit kommt dieses merkwürdige Sättigungsgefühl auf. Macht ihr dann doch weiter, fühlt ihr euch später nicht ganz so gut - leicht überfressen.
Liegt wohl daran, dass das Spiel nicht sonderlich in die Tiefe geht – das meine ich natürlich nur auf den spielerischen Aspekt bezogen, denn die Meere, in denen ihr euch tummelt, können verdammt tief werden.
Fazit
„Hungry Shark World“ kann ich jedem empfehlen, der auf leichte Kost steht – sorry, dass der Artikel nur so wimmelt vor Essensvergleichen. Das kunterbunte Treiben auf der Mattscheibe lässt sich prima in kleinen Stücken genießen (schon wieder so ein Vergleich!). Ich persönlich habe mich jedes Mal auf einen neuen Tauchgang gefreut, bis ich nach zwei, drei Runden keine Lust mehr hatte.
An dieser Stelle merkt ihr deutlich, dass das eigentliche Konzept hinter dem Werk von FGOL auf Mobil-Geräte abzielt, bei denen eben genau so ein Spielverhalten vorausgesetzt wird. Auf der Konsole funktioniert das Prinzip zwar ebenfalls – besonders die coole Comic-Optik fand ich grandios – aber ich bezweifele, dass viele Spieler das Ding in einer Session durchdaddeln werden. Seid ihr euch dessen bewusst, kann das große Fressen ruhig beginnen.
Erhältlich für: PS4, Xbox One, Switch
Website: ubisoft.com/de-de/game/hungry-shark-world