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Hyper Sentinel

Für ein bisschen Retro-Sci-Fi-Ballerei ist doch immer etwas Zeit.

Pixel-Optik, Raumschiff-Action und bunte Explosionen: Das ist genau der Stoff, aus dem in den 80er-Jahren vielen Arcade-Ballerspiele bestanden. „Was damals ging, könnte doch heute wieder funktionieren“, dachten sich Huey Games und Four5Six Pixel mit ihrem Spielchen „Hyper Sentinel“. Auf Kickstarter war das Projekt jedenfalls ein Erfolg: Mal sehen, ob sich der Retro-Arcade-Shooter auch lohnt.

So simpel wie möglich

Viel Story oder Hintergrundwissen zur Steuerung müsst ihr nicht besitzen: Denn eine Geschichte gibt es nicht und viele Knöpfe sind auch nicht von Nöten, um euer pixeliges Raumschiffchen zu navigieren. Kennt ihr noch Shoot-Em-Up-Klassiker wie „Galaga“ oder „Space Invaders“, wo ihr herannahende Gegner mit eurer Untertasse abballern müsst?

Die Regeln sind bei „Hyper Sentinel“ so ziemlich genau die gleichen – nur optisch ist das hier etwas besser (aber wirklich nur etwas). Von links nach rechts geht es zunächst in jeder Mission los: Dabei überfliegt ihr stets eine feindliche Basis, die euch mit Abwehrtürmen oder feindlichen Raumschiffen bombardiert. Eure Aufgabe: Alles dem Erdboden gleichmachen. Die eigentlichen Level sind dabei wirklich nicht groß: Meist habt ihr die gesamte Basis in zehn Sekunden überflogen.

Richtig gelesen: Zehn Sekunden (!) und nicht Minuten. Doch für eure Aufgabe braucht ihr mehr als nur einen Flug über das gegnerische Gebiet: Daher kann euer Raumschiff jederzeit wenden und wieder zurückfliegen, bis entweder alles geplättet wurde oder ihr ins Gras gebissen habt. Den Finger haltet ihr dabei am besten auf der Taste fürs Feuern – das war es dann auch schon mit der simplen Steuerung, ganz wie in den 80er-Jahren.

Wer ist hier der Boss?!

Sobald ihr alle feindlichen Stellungen erfolgreich aufs Korn genommen habt, taucht ein (oder mehrere) Endgegner auf, die euch dann vor eine größere Herausforderung stellen. Erst wenn diese besiegt sind, habt ihr die Mission beendet. Und das macht ihr dann immer und immer wieder – wirklich abwechslungsreich sind die Missionen wahrlich nicht.

Für eine leichte Auflockerung sorgen Power-Ups, die von feindlichen Schiffen zurückgelassen werden. Diese verstärken und verändern euren Schuss für einen kurzen Zeitraum: So könnt ihr beispielsweise plötzlich nach hinten ballern, durchdringt Wände oder wirbelt mit Morgensternen um euch herum. Nett. Für rund zehn bis zwanzig Minuten ist „Hyper Sentinel“ eine ganz unterhaltsame Angelegenheit – danach vergeht einem die Lust am immer gleichen Ablauf ziemlich schnell.

Die Grafik ist zu simpel, das Spielprinzip tut es ihr gleich: Aus heutiger Sicht lockt diese Spielmechanik keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Nostalgische Gefühle kommen ebenso wenig auf, da es sich wesentlich flotter spielt, als die alten Klassiker damals. Vielmehr fühlt es sich wie ein Mini-Spielchen für Zwischendurch an.

Fazit

„Hyper Sentinel“ mag vielleicht als Hommage an die alten Shoot-Em-Up-Klassiker aus einer längst vergangenen Zeit gedacht sein, doch so richtig zünden will es einfach nicht: Vielmehr zeigt der Titel von Huey Games und Four5Six Pixel, dass eben nicht jede Spielmechanik die letzten Jahre problemlos überstanden hat. Für immer mal wieder zehn Minuten zwischendurch ist „Hyper Sentinel“ durchaus nett, aber einen ganzen Spieleabend kann die Punkte-Jagd im Weltall leider nicht füllen.

Erhältlich für: Xbox One, PS4, PC, Switch, Android, iOS
Website: hypersentinel.com