ICARUS ist nach mehreren Anläufen und einer kurzfristigen Verschiebung nun endlich auf PS5 und Xbox Series X|S erschienen, inklusive der Erweiterung New Frontiers direkt zum Start der Konsolenfassung. Das Ergebnis ist ein spannendes, oft richtig packendes Survival-Spiel mit eigenem Profil, das sich vor allem im Koop lohnt, auf Konsole aber noch sichtbar mit Technik, Menüs und Controller-Komfort ringt.
Was Icarus besonders macht
Der große Reiz von Icarus liegt darin, dass es nicht einfach nur das nächste gemütliche Crafting-Survival sein will, sondern euch auf einen feindseligen, fehlterraformten Planeten wirft, auf dem Wetter, Sauerstoff, Raubtiere und Zeitdruck ständig gegen euch arbeiten. Anders als viele Genre-Kollegen setzt das Spiel nicht nur auf eine offene Welt, sondern bietet gleich drei Arten, es zu spielen: offene Welt, zeitlich begrenzte Missionen und entspanntere Außenposten zum Bauen.
Gerade die missionsbasierte Struktur hebt Icarus von Ark, The Forest oder Conan Exiles spürbar ab. Ihr landet auf dem Planeten, baut euch mit viel Handarbeit von der Holzhütte bis zur Hightech-Ausrüstung hoch und müsst dann trotzdem immer im Hinterkopf behalten, dass ihr nicht einfach nur siedelt, sondern einen Auftrag erfüllen und wieder lebend herauskommen wollt.
Wenn Stürme, Feuer und Tiere euch prüfen
In seinen besten Momenten ist Icarus richtig stark, weil die Umwelt hier nicht bloß Kulisse bleibt, sondern der eigentliche Gegner ist. Gewitter zerlegen unvorsichtige Bauten, Waldbrände können ganze Regionen ins Chaos stürzen, giftige Luft und aggressive Tiere zwingen euch zur Vorbereitung. Kurz gesagt: Ein schlecht geplanter Trip kann in einer unangenehmen Kettenreaktion enden.
Genau daraus zieht das Spiel seine Spannung. Ein simpler Holzunterstand wird plötzlich wichtig, weil am Horizont ein Sturm aufzieht. Oder ein kurzer Sammeltrip wird zu einer kleinen Überlebensgeschichte, wenn euch Dunkelheit, Wölfe und Hunger gleichzeitig erwischen. Solltet ihr Survival-Spiele mögen, in denen Planung wirklich zählt und die Welt euch nicht nur dekorativ, sondern aktiv feindlich gesinnt ist, dann liefert Icarus viele dieser starken „Mist, das war knapp“-Momente.
Solo machbar, im Koop deutlich besser
So fair muss ich sein: Icarus funktioniert allein, aber seine eigentliche Stärke entfaltet es klar im Zusammenspiel mit anderen. Die Konsolenfassung unterstützt bis zu vier Online-Spieler auf PS5 und Xbox Series X/S. Insbesondere die Arbeitsteilung, gegenseitige Rettung und gemeinsame Expeditionen geben dem Spiel genau die Dynamik, für die es wohl ursprünglich konzipiert wurde.
Im Koop bekommt das Ganze fast automatisch mehr Geschichten. Während eine Person jagt, baut jemand anderes die Basis aus, eine dritte sammelt Erz, und plötzlich wird aus einem harten Survival-Spiel ein ziemlich intensives Gruppenprojekt. Wer dagegen ausschließlich solo spielt, wird stärker merken, dass Icarus teils bewusst langsam, grindig und arbeitsintensiv angelegt ist. Das fühlt sich teils nach Arbeit an.
Die Konsolenversion hakt noch
Und damit kommen wir zum ehrlichen Teil: Die Konvertierung auf Konsole ist okay, aber nicht rund. Besonders die hakeligen Menüs, umständliche Controller-Steuerung und technische Schwankungen bremsen den Spielfluss auf PS5 und Xbox immer wieder. Gerade das Crafting leidet darunter, weil die Steuerung einem hier immer wieder in die Quere kommt.
Insgesamt gibt es noch ein paar technische Baustellen bei der Konsolenversion. Aber das Entwicklerteam bemüht sich, Icarus zu schleifen. Das Grundgerüst steht jedenfalls.
Fazit
ICARUS: Console Edition ist ein packendes, manchmal gnadenloses Survival-Abenteuer mit starkem Umwelt-Design, cleverer Missionsstruktur und einer Koop-Seite, die viele seiner besten Momente erst richtig zum Glänzen bringt. Gleichzeitig ist diese Konsolenpremiere noch nicht die makellose Landung, auf die man nach den Verschiebungen vielleicht gehofft hatte. An Technik, Menüs und Controller-Bedienung gibt es noch einiges zu schleifen.
Meine ehrliche Einordnung wäre deshalb: Lohnend ja, vorbehaltlos nein. Wenn ihr mit ein paar Ecken, Kanten und Nachbesserungsbedarf leben könnt, bekommt ihr ein Survival-Spiel mit richtig guter Spannung und eigenem Gesicht; wenn ihr aber maximale Politur erwartet, solltet ihr Icarus lieber noch ein paar Patches lang aus dem Orbit beobachten.
Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Webseite: store.steampowered.com/app/1149460/ICARUS