Kennt ihr vielleicht folgende Situation: Ihr führt jemanden einen VR-Titel vor. Dabei hat der Spieler die Brille auf und ihr steht nebenan und schaut euch das Geschehen auf einem Monitor an. Was ihr auf dem Monitor seht, spiegelt zwar das, was der Spieler gerade sieht, aber weitaus nicht das, was er auch wirklich erlebt.
In VR sieht alles wesentlich besser und auch intensiver aus. Warum ich das erzähle? Immortal Legacy: The Jade Cipher ist ursprünglich ein VR-Titel, der nun auf der Xbox gelandet ist. Und da es dort bekanntlich keine VR-Unterstützung gibt, erlebt ihr das Spiel eben als normale First-Person-Geschichte.
Von der Brille auf den Monitor
Wenn ihr das im Hinterkopf behaltet, erklären sich viele Spielelemente und -momente von selbst, die euch Entwickler Viva Games bei Immortal Legacy: The Jade Cipher liefern. So ist die Laufgeschwindigkeit von Tyre, dem Hauptakteur, sehr gemächlich. Auch einige Passagen, wie das langsame Überschreiten einer schmalen Planke macht dann Sinn. Solche Situationen treten immer wieder auf und würden ohne den VR-Hintergrund einfach merkwürdig sein.
Also kommen wir mal zur eigentlichen Story. Als Teil einer Spezialeinheit soll Tyre mit einer Kollegin zusammen eine merkwürdige Insel untersuchen. Doch bevor das Flugzeug überhaupt sicher landen kann, wird es von einem gigantischen Viech aus der Luft gerissen. Verwirrt, alleine und zu allem Überfluss noch gefesselt, wacht ihr zumindest lebend neben einem grimmigen Kerl auf. Schon bald merkt ihr, dass ihr nicht die Einzigen seid, die hinter das Geheimnis des Eilands kommen wollen.
Influencer und andere Gefahren
Nach eurer erfolgreichen Flucht schlagt ihr euch für ein Weilchen mit einer bekannten Influencerin durch die Gegend - bis die junge Dame entführt wird. Ja, die Story ist merkwürdig, aber auch irgendwie amüsant. Aber um die Story geht es hier eigentlich nur sekundär. Vielmehr steht hier die Action im Vordergrund - und die ist in VR wohl deutlich intensiver als in der normalen First-Person-Perspektive.
Insgesamt ist Immortal Legacy: The Jade Cipher sehr linear und äußerst schlauchig aufgebaut. Sobald das Areal etwas breiter wird, wisst ihr, dass gleich eine Schießerei beginnt. Das liegt erneut in der Sache des Ursprungs. Die Ballereien gestalten sich dabei etwas behäbiger als bei CoD und Co. Ihr haltet ziemlich was aus, was aber Anfänger recht kommen sollte.
Waffe bleibt Waffe
Neben der Pistole entdeckt ihr im weiteren Verlauf noch weitere Waffen, die bis auf die Menge an Munition und Schussgeschwindigkeit kaum zu unterscheiden sind. Außerdem dürft ihr auch auf Hand- oder Blendgranaten zurückgreifen, was sich in manchen Situationen durchaus lohnt. Wenn Feinde dich beieinanderstehen, bekommt ihr mit einem Treffer viele Lücken geschlagen.
Immortal Legacy: The Jade Cipher reichert das Spielgeschehen immer wieder mit neuen Aspekten und Feinden auf, so dass es nie wirklich langweilig wird. Aus VR-Sicht muss das schon beeindruckender sein, wenn ihr beispielsweise eine steile Felswand hochklettert. An der Xbox ist das lediglich eine monotone Passage, die Zeit frisst. Einmal stand mir die Sicht am Monitor sogar im Wege – nämlich bei einem Rätsel.
Dort sollte ich einen virtuellen Würfel so verschieben, dass die Inhalte immer seitlich abgedeckt sind. Nur war es aus meinem starren Blickwinkel oft nicht möglich zu sehen, wie weit die Teile im Inneren des Würfels von mir entfernt sind, was es äußerst schwierig machte, das Rätsel zu lösen. Hier kann ich mir gut vorstellen, dass ich durch leichte Kopfbewegungen nicht so viele Probleme gehabt hätte.
Sei’s drum. Am Ende wird es in Immortal Legacy: The Jade Cipher sogar noch mysteriöser und etwas gruselig, wenn ihr Bekanntschaft mit einigen Monstern macht. Mehr will ich an dieser Stelle gar nicht verraten.
Fazit
Sobald ihr über die Ursprünge von Immortal Legacy: The Jade Cipher als VR-Titel Bescheid wisst, lösen sich viele Design-Fragen in Luft auf. Denn auf der Xbox mag der erste Kontakt mit dem Spiel durchaus solche Fragen aufwerfen. Hat man das verstanden, macht der Titel auch so am Monitor durchaus Laune – auch wenn die Grafik dann eher aus der vorletzten Generation stammt. Ein schön nostalgisches Gefühl entsteht, bei dem die Action etwas langsamer vorangeht als bei anderen Genrevertretern. Meiner Unterhaltung tat das jedenfalls keinen Abbruch.
Erhältlich für: PC, PS, Xbox
Website: store.playstation.com/de-de/product/EP9000-CUSA09438_00-KILLX00000000000