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Infernax

Metroidvania trifft Rollenspiel aus alten Tagen: Hier versteckt sich ein Schatz für Genre-Fans.

Ein Rachefeldzug der blutigen Art – das präsentiert euch The Arcade Crew und Berzerk Studio mit ihrem Werk Infernax. Das Retro-Spielchen wandelt optisch dabei auf den Spuren der NES-Ära, zeigt euch inhaltlich, dass es heutzutage noch prima zu genießen ist.

Blutige Heimkehr

Die Geschichte kann man getrost beiseiteschieben, obwohl sie nicht schlecht erzählt wird: Bei Infernax verkörpert ihr einen Kreuzritter, der nach jahrelanger Kriegsereignisse wieder in seine Heimat kommt. Dort hat das Böse die Macht übernommen. Ihr könnt euch in die Schlacht stürzen und für Ordnung sorgen – oder selbst das Zepter des Bösen übernehmen. Dazu später mehr.

Grundsätzlich stapft Infernax in die Fußspuren von Castlevania und Co – nur werden hier ziemlich viele rote Pixel verwendet, wenn Feinde oder der Hauptheld selbst sterben. Ausgestattet mit einer Peitsche, pardon, einem Morgenstern und Schild, schlagt ihr euch von Bildschirm zu Bildschirm. Die 8-Bit-Retro-Grafik erinnert sehr stark an Spiele aus der NES-Zeit, Ende der 80er-Jahre. Doch lasst euch davon nicht täuschen. Die Spielmechanik kann auch heute noch bestens überzeugen.

Bunte Mischung, die motiviert

Denn neben dem Element eines Metroidvanias, also Items finden und damit neue Wege freischalten, vermischt Infernax auch Teile eines Rollenspiels und Adventures unter das Spielgeschehen. Für jeden Gegner sammelt ihr fleißig Erfahrungspunkte. Diese könnt ihr dann an Schreinen, die auch als Speicherpunkte dienen, gegen stärkere Fähigkeiten eintauschen. Die Anzahl ist dabei stark begrenzt: Ihr habt das Attribut Macht (erhöht eure Schlagkraft), Leben (ratet mal) und Mana (mehr Punkte für Zaubersprüche). Das genügt aber schon, um zu motivieren.

Adventure-Anleihen tauchen immer wieder auf, wenn ihr euch in besondere Situationen begebt: So müsst ihr immer wieder Entscheidungen treffen, die den Spielablauf beeinflussen. Beispielsweise will ein entstellter Bürger, dass ihr in tötet. Kommt ihr seinem Wunsch nach, geht es normal weiter. Weigert ihr euch, mutiert er zu einem dicken Endboss, den ihr dann direkt bekämpfen müsst. Aber auch weniger direkte Entscheidungen sind zu treffen. Dabei verändert sich euer Status zu gut oder böse. Je nachdem welche Ausrichtung ihr am Ende habt, seht ihr eins von vier unterschiedlichen Enden.

Neue Fähigkeiten, neue Möglichkeiten

Die Karte von Infernax ist zwar nicht riesig, wird euch aber sicher acht bis zehn Stunden unterhalten. Denn auch hier geht es manchmal um Trial&Error. Zum Glück haben die Macher aber genügend nette Gadgets eingebaut, die den Spielablauf komplett drehen. So erlernt ihr Zaubersprüche oder die Fähigkeit Projektile zurückzuwerfen oder katapultiert euch plötzlich mit eurem Morgenstern in ungeahnte Höhen.

Der Schwierigkeitsgrad hat es in sich: Anfangs müsst ihr ziemlich viel einstecken. Dabei ist die Steuerung im Grunde recht überschaubar und das Gameplay wirklich fair. Es hat schon ein bisschen was von einem Dark Souls in 8-Bit-2D-Optik. Allerdings hilft hier das Grinden enorm: Wenn es euch zu schwer wird, dann tötet ein paar Gegner, speichert am nächsten Schrein und wiederholt das Ganze. So werdet ihr schnell ein gutes Stück stärker und die Gegner damit leichter.

Fazit

Infernax hat mich durchaus überrascht – und zwar im positiven Sinne. Anfangs dachte ich, dass ich es mit einem Castlevania-Abklatsch zu tun habe. Das wäre schon völlig okay gewesen. Aber was mich hier erwartet, macht so viel mehr Spaß. Die Spielmechanik ist herrlich eingängig und motivierend. Der blutige Alltag dieses 8-Bit-Pixel-Kreuzritters spornt mich an noch besser zu werden. Neben den ganzen Triple-AAA-Titeln, die derzeit erscheinen, ist Infernax eine willkommene Abwechslung zu den Wurzeln des Genres. Hätte nie gedacht, dass ich mit dem Titel dermaßen unterhalten werden. Ein dickes Lob an The Arcade Crew und Berzerk Studio.

Erhältlich für: Xbox, Playstation, Switch, PC
Website: infernax.com