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Irem Collection Volume 3

Volle Ladung Nostalgie, die Dritte.

Mit der Irem Collection Volume 3 kehrt ein Stück Arcade-Geschichte zurück auf moderne Konsolen und den PC – und das mit drei Shoot-’em-Up-Perlen, die selbst unter Retro-Fans bislang eher als Geheimtipps galten.

Für 25,- Euro bekommt man ein digitales Paket, das auf Nintendo Switch, PlayStation 4/5 und Xbox One/Series X|S erhältlich ist und sich diesmal ganz dem fantasievollen, manchmal auch skurrilen Stil der späten 80er und frühen 90er widmet. Schauen wir uns die einzelnen Titel im Detail an.

Dickes Kerlchen

Die Sammlung startet mit Mr. Heli (Battle Chopper) von 1987, einem ungewöhnlichen Shooter, in dem man einen pummeligen Hubschrauber mit Beinen durch labyrinthartige Level steuert. Was auf den ersten Blick niedlich wirkt, entpuppt sich schnell als forderndes Arcade-Erlebnis: Zwischen engen Gängen, Gegnerwellen und Sammelobjekten gilt es, Kristalle einzusammeln und für Upgrades einzusetzen.

Die Steuerung ist angenehm präzise, das Leveldesign überraschend abwechslungsreich, und die Möglichkeit, jederzeit zu speichern oder zurückzuspulen, nimmt dem Spiel viel von seinem alten Frustpotenzial. Besonders die PC-Engine-Version von Mr. Heli ist ein schönes Extra für Sammler.

Heißer Ritt auf dem Besen

Mystic Riders von 1992 bringt einen ganz anderen Ton ins Paket: Hier reitet man als Hexe (oder Zauberer im Koop) auf einem Besen durch eine bunte, magische Welt, in der Schildkröten, Dämonen und allerlei Märchenwesen auf einen warten. Das Spiel ist ein klassisches Cute-’em-Up, erinnert an die Cotton-Reihe, bleibt aber mit seinem düsteren Einschlag und den kreativen Bosskämpfen eigenständig.

Die Waffenvielfalt ist überschaubar, aber das Gameplay punktet mit netten Ideen wie dem Wurfbesen und einer Ausweichrolle. Im ersten Durchlauf ist Mystic Riders eher leicht, doch ein zweiter, deutlich schwererer Run sorgt für Langzeitmotivation. Im lokalen Koop entfaltet das Spiel seinen vollen Charme und macht besonders zu zweit richtig Laune.

Entfessel den Drachen

Das Highlight der Collection ist für viele Dragon Breed aus dem Kahr 1989, ein postapokalyptisches Fantasy-Spektakel, das sich spielerisch an Irems Klassiker R-Type anlehnt, aber mit seinem Drachen-Feature einen ganz eigenen Reiz entwickelt. Als Reiter auf einem riesigen Drachen kämpft man sich durch organisch wirkende Biomech-Level, nutzt den Drachenkörper als Schutzschild und Waffe zugleich und sammelt Power-ups für verschiedene Projektilarten.

Die Grafik ist auch heute noch beeindruckend, das Gameplay flott und fordernd. Gerade die Möglichkeit, den Drachen taktisch einzusetzen, hebt Dragon Breed aus der Masse der Horizontal-Shooter hervor. Und auch hier punkten die Komfort-Features wie eine Rückspulfunktion oder individuelle Speicherpunkte.

Blick unter die Haube

Technisch liefert die Collection solide ab: Die Emulation ist sauber, verschiedene Grafikfilter (inklusive CRT-Optik) und Komfortfunktionen wie Rückspulen, Schnellspeichern und Leaderboards sind an Bord.

Die Spiele lassen sich in japanischer oder westlicher Version spielen, und Casual-Modi mit Hilfen machen den Einstieg für Neulinge leichter. Einziger Wermutstropfen: Historische Extras, Artworks oder Interviews fehlen, sodass der Fokus ganz auf den Spielen selbst liegt.

Fazit

Unterm Strich ist die Irem Collection Volume 3 eine gelungene Hommage an drei zu Unrecht vergessene Arcade-Shooter. Wer auf abwechslungsreiche Shoot-’em-Ups mit fantasievollen Ideen, charmantem Design und forderndem Gameplay steht, bekommt hier ein liebevoll zusammengestelltes Paket, das sowohl für Nostalgiker als auch für Neulinge eine echte Entdeckung ist. Besonders im lokalen Koop-Modus entfaltet die Collection ihren besonderen Reiz – und spätestens beim Ritt auf dem Drachen in Dragon Breed dürfte jeder Retro-Fan zufrieden sein.

Erhältlich für: Switch, Xbox, PS 
Webseite: https://iningames.com/blogs/news/irem-collection-volume-3-launches-today