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Iris and the Giant

Dieser Aufstieg eines kleinen Mädchens entpuppt sich als unterhaltsame Taktik-Schlacht.

Ganz so frisch ist Iris and the Giant eigentlich nicht mehr. Aber ich bin erst jetzt dazu gekommen, diese kleine Spieleperle von Louis Rigaud, den Goblinz Studios und Publisher Klabater genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn eigentlich kämpft die kleine Iris bereits seit Anfang 2020 gegen den namensgebenden Riesen. Aber seither gab es nun einige Ports für die aktuellen Konsolen. Aus der Zeit gefallen ist das wunderschöne Abenteuer dabei allerdings keinesfalls.

Augenweide mit wenig Zutaten

Ich muss diesmal direkt ein dickes Lob an das Artdesign verteilen, bevor ich zum eigentlichen Spielgeschehen komme. Iris and the Giant ist mit minimalen Mitteln ein höchst ergreifendes und motivierendes Abenteuer geworden. Dieser Stil aus Formen und Farben sticht direkt aus der Masse und macht allein deswegen schon den Titel zu etwas Besonderem.

Spielerisch habt ihr es hier mit einer Mischung aus Deck-Builder und Rogue-Like zu tun. Jeder Run ist also zufallsgeneriert, was die Begegnungen mit euren Feinden angeht. Beim allerersten Mal werdet ihr einfach in die Gefechte geschmissen, ohne dass ihr so ganz genau über den Hintergrund Bescheid wisst – aber das passt schon. Nach und nach werdet ihr so in die Spielmechaniken eingeführt. Und die sind ziemlich interessant.

Kleine Heldin ganz groß

Iris ist die titelgebende Heldin hier. Warum sie gegen einen Riesen antreten will und was es mit dieser Traumwelt auf sich hat, erfahrt ihr Stückchen für Stückchen durch Erinnerungsfetzen, die ihr im Spielverlauf einsammeln könnt. Was ihr einfach wissen solltet: Die kleine Dame ist mächtig sauer und lässt ihrem Hass gegen ihre inneren Dämonen freien Lauf. In rundenbasierter Form tretet ihr gegen eine Gruppe von Feinden an. Ausschlaggebend ist dabei die Art der Anordnung. Und das erkläre ich euch jetzt.

Eure Gegner sind schön in Reih und Glied angeordnet. Anfangs kommen sie in Dreier-Reihen auf Iris zu und stehen dann hintereinander. Der Clou an der Sache: Nahkämpfer können Iris nur angreifen, wenn sie in der ersten Reihe stehen. Und die meisten Gegner sind Nahkämpfer. Immer wenn Iris einen Feind eliminiert, rückt der dahinter stehende Feind nach. So könnt ihr taktisch vorgehen und selbst etwas entscheiden, wie ihr am geschicktesten vorgeht.

Aber wie besiegt ihr Feinde? Ganz einfach: Mit gezogenen Karten. Zu Beginn einer Runde zieht ihr aus eurem Deck vier Karten. Von diesen dürft ihr pro Runde eine spielen, sofern es nicht anders auf der Karte geschrieben steht. Die meisten verursachen Schaden, andere heilen euch oder bescheren einige Boni. Dabei ist es etwas vom Glück abhängig, welche Karte ihr zieht.

Rollenspiel-Elemente für Langzeitmotivation

Aber ihr könnt dem Glück auf die Sprünge helfen. Denn Iris erhält mit jedem besiegten Fein Erfahrungspunkte bzw. -sterne. Steigt sie im Rang auf, erhaltet ihr neue Fähigkeiten. Hier könnt ihr auch neue Karten ergattern, die ihr in euer Deck schiebt. Damit ihr erhöht die Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Karten. Auch während der Kämpfe stolpert ihr immer mal wieder über eine Schatzkiste, in der ihr neue Karten finden könnt.

Hab ich schon erwähnt, dass Karten ganz wichtig sind? Gehen sie euch aus, war es das nämlich und der Run ist beendet. Gleiches gilt natürlich, wenn Iris ihre Lebenspunkte verliert. Doch Run für Run werdet ihr immer höher im Turm steigen und eure Aussichten verbessern, das verspreche ich euch.

Denn sobald ihr erledigt seid, dürft ihr einige permanente Verbesserungen und Karten behalten. Anschließend gestaltet ihr nach und nach euer Deck nach euren Vorstellungen. Liebt ihr den Nahkampf? Oder tödliche Angriffe aus der Tarnung heraus? Ober soll das Beil die erste Reihe abräumen? Ihr entscheidet. Iris and the Giant überzeugt an dieser Stelle mit spannenden, takti-schen Möglichkeiten.

Fazit

Iris and the Giant ist mal wieder der Beweis, dass es keine riesigen Budgets braucht, sondern einfach gute Ideen. Der Deck-Builder mit Langzeitmotivation und einzigartigem Art-Design ist einfach einen Blick wert. Schnappt euch die Karten und unterstützt dieses kleine Mädchen beim Kampf gegen eine schreiende Ungerechtigkeit. Jeder Run ist hier ein unterhaltsames Erlebnis. Daumen hoch für diese Spieleperle.

Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: store.steampowered.com/app/1127610/Iris_and_the_Giant