Jumanji: Wilde Abenteuer

Nicht ganz so wild, wie der Titel verspricht, aber dennoch ein Fortschritt.

Als Jugendlicher habe ich Jumanji geliebt – ich spreche von dem Film aus den 1990er-Jahren mit Robin Williams. Das alles war schon etwas ganz Besonderes und ein großes Abenteuer. Aber auch die Fortführung der Reihe mit Dwayne The Rock Johnson konnte mich positiv überraschen. Eigentlich hat der Film alles, um ein cooles Spiel daraus zu entwickeln. Oder etwa nicht? Zumindest scheiterte Bandai Namco meiner Meinung nach daran vor rund vier Jahren. Nun kommt also der nächste Versuch von Cradle Games und Bandai Namco mit Jumanji: Wilde Abenteuer.

Vorgänger: Ziellos ins Abenteuer

Ein paar Worte muss ich noch zum quasi Vorgänger loswerden. In Jumanji: The Video Game, das im November 2019 erschien, durftet ihr mit bis zu vier Spieler:innen gleichzeitig ins Abenteuer. Das Problem damals aus meiner Sicht: Ihr seid einfach auf eine Karte, habt dort ein paar Gegner verprügelt oder seid Gefahren ausgewichen, um am Ende einen Schatz zu finden. Das war zwar an sich ganz okay, nur von einer Story oder Fortschritt keine Spur. Die Levels hingen nicht zusammen und erzählten auch nichts. Das ändert sich zum Glück nun in Jumanji: Wilde Abenteuer.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen wieder einmal vier Jugendliche, die durch unglückliche Umstände in einem Videospiel gelandet sind. Ihre Avatare dort sind Smolder, Shelly, Ruby und Mouse - vier sehr unterschiedliche Charaktere. Gemeinsam landen sie in Jumanji, einem Land voller Gefahren und Abenteuer. Ihre Aufgabe: Das Auge des Jaguars, ein wertvoller Edelstein, wiederbeschaffen. Angeblich kommen dafür drei Gruppen in Frage: Piraten, Söldner oder Wildlinge. Um herauszufinden, was die Truppen damit zu tun haben, verschlägt es euch also in verschiedene Gebiete – vom dichten Dschungel über sumpfige Moraste bis hin zu eisigen Gletschern ist alles abgedeckt.

Off-Road ins Geschehen

Diesmal führt euch das Spiel in unterschiedliche Level, die ihr nach und nach auf einer Übersichtskarte freischaltet und abklappert. Ein lustiges Feature dabei: Ihr düst mit eurem Jeep über die Karte und entdeckt dabei geheime Schätze oder versteckte Areale. Allein das reicht mir schon aus, um den groben Schnitzer aus dem Vorgänger auszubügeln. So hängt die Geschichte schön aneinander und nimmt mich mit – super.

Die Level selbst spielen sich in Jumanji: Wilde Abenteuer fast schon wie in amderen klassischen 3D-Plattformern. Ihr lauft durch recht schlauchige Passagen, hüpft, klettert und kämpft euch durch Gefahren. Hier und da spielt sich das zwar etwas hakelig, aber im Großen und Ganzen doch recht unterhaltsam. Komischerweise habe ich in den Levels immer wieder Probleme Entfernungen abzuschätzen. Vielleicht liegt es am zu schwach gezeichneten Schatten der Spielfigur oder an etwas anderem – aber häufig bin ich an Gegenständen in der Luft einfach vorbeigesegelt, obwohl ich dachte, dass ich sie erwische. Ich erwähne es an dieser Stelle, weil es nicht nur mir so ging.

Mehr Leute, mehr Fun

Die einzelnen Missionen dürft ihr diesmal wieder zu viert absolvieren, wenn ihr wollt. Aber auch alleine ist dies kein Problem. Die unterschiedlich Charaktere bieten wieder leicht verschiedene Spielweise, wobei keiner sonderlich hervorsticht. Ich habe meist auf die Kraft von Smolder gesetzt, der sich schön durch die Viecher im Dschungel prügelt. An manchen Stellen im Level habt ihr jedoch die Chance, eure besondere Fähigkeit freizuschalten. Wenn Smolder seinen Boomerang hat, sind die Kämpfe fast schon zu leicht. Aber spaßig ist es damit dennoch.

Damit ihr die Missionen nicht nur einfach durchspielen müsst, bekommt ihr zusätzlich noch zwei Nebenaufgaben. Nebenaufgabe 1 ist dabei immer, dass ihr die versteckten Buchstaben für “Jumanji” im Level entdecken und sammeln sollt. Die zweite Nebenaufgabe variiert. Mal sollt ihr alle Gegner besiegen, mal alle Tierstatuen zerstören oder ohne Lebensverlust ans Ende kommen. Wenn ihr den Level schafft und beide Nebenaufträge erledigt habt, winken drei Sterne dafür. Damit könnt ihr dann Erfolge freischalten, wenn ihr wollt.

Mach mich stärker!

Spannender ist das Aufleveln der einzelnen Charaktere. Durch das Abschließen von Missionen steigt euer Level und damit auch die Anzahl der Herz-Container oder Leben. Zusätzlich könnt ihr Geld in die Ausrüstung und Fähigkeiten der einzelnen Charaktere investieren, um sie noch besser zu machen. Das reicht schon aus, um Jumanji: Wilde Abenteuer über einen längeren Zeitraum interessant zu machen.

Grafisch bewegt sich der Titel auf einem soliden Mittelmaß. Da wir meist aus einer etwas erhobenen isometrischen Perspektive spielen, fallen die teils wenig detailreichen Texturen nicht sonderlich auf. Von daher gibt es meist nichts zu meckern. Ebenfalls nett ist die deutsche Synchronisation, die zwar nicht die Original-Stimmen bietet, aber äußerst ähnliche Stimmen, die gut klingen.

Fazit

Jumanji: Wilde Abenteuer ist ein familienfreundliches Abenteuer für unterhaltsame Koop-Abende. Dank einer zusammenhängenden Story-Line sticht der Titel diesmal positiv hervor im Vergleich zum Vorgänger. Nach meinem persönlichen Geschmack dürften die Levels ruhig etwas kürzer sein. Aber insgesamt stimmt das Lizenz-Paket, das Cradle Games und Bandai Namco hier abliefern. Es ist kein herausragendes, aber dennoch unterhaltsames Spiel, das ihr sehr gut mit Plattformer-affinen Freund:innen zocken könnt.

Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC
Website: de.bandainamcoent.eu/jumanji/jumanji-wilde-abenteuer