Eine Sache gleich vorweg: Mit Kao The Kangaroo betrat ich zum ersten Mal die Welt des schlagkräftigen Kängurus namens Kao. Mir war anfangs nicht klar, dass dieses Spiel bereits der vierte Ausflug des boxenden Hüpfers war. Tate Multimedia will hier einen Neuanfang schaffen, der den Spirit der alten Teile aufrechterhält. Ob das polnische Entwicklerteam das geschafft hat, kann ich euch nicht sagen. Dafür gebe ich euch aber gerne einen Rückblick samt meiner persönlichen Meinung zu der Neuauflage. Also los geht’s!
Lang, lang ist’s her!
Kao The Kangaroo betrat zum ersten Mal im Jahre 2000 die digitale Bühne der Videospielwelt: Damals musste sich Kao aus den Klauen eines fiesen Jägers befreien. Allerdings durfte Kao nur auf dem PC und ein Jahr später als Port auf den Game Boy Advanced los. Im Jahr 2003 folgte Teil 2 für Xbox, Playstation 2 und GameCube. Nochmals zwei Jahre später im Jahr 2005 fand die Trilogie ihren Abschluss - allerdings exklusiv auf dem PC. Daher hatte ich wenig Berührungspunkte mit dem Känguru. Nun also 16 Jahre später darf Kao erneut auf die Bühne hüpfen.
In Kao The Kangaroo muss das junge australische Beuteltier auf die Suche nach seiner Schwester Kaia gehen. Zudem kommt er dem Verschwinden seines Vaters auf die Spur. Spielerisch hält sich Kao The Kangaroo an die Grundlagen eines unterhaltsamen 3D-Plattformers. In sehr bunter und sehr schicker Unreal 4 Engine Optik geht es auf das große Abenteuer. Optisch spricht das Spiel definitiv eine jüngere Spielergemeinschaft an. Auch was den Plot angeht: Nachdem Kao einen schlechten Traum hatte und die Entführung seiner Schwester sah, macht er sich auf den Weg.
Hände hoch oder ich boxe!
Nach einem kurzen Tutorial findet Kao die Boxhandschuhe seines Vaters. Das Problem an der Sache: Die Dinger sind verflucht. Das bekommt Kao früher denn später zu spüren. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht. Dennoch schlummert in den Handschuhen eine ungeheure Macht. Diese nutzt Kao, um sich wortwörtlich seinen Weg zu einem finsteren Bösewicht freizuboxen.
In Kao The Kangaroo geht es sehr linear zur Sache: Mit euren anfänglichen drei Lebensherzen kämpft ihr euch durch die Levels. Es geht in den Dschungel bis hin in eisige Höhen - das Setting ist wirklich hübsch anzusehen. Dabei solltet ihr immer wieder links und rechts des Weges Ausschau halten: Überall sind kleine Geheimnisse versteckt. Beispielsweise Münzen und Diamanten. Damit bessert ihr in eurem Heimatdorf euren Charakter auf.
Entweder kauft ihr euch davon mehr Lebenspunkte, weitere Leben oder neue Outfits. Aber es gibt noch mehr Geheimnisse: Es warten insgesamt 14 geheime Quellen auf euch, die ihr entdecken müsst. Habt ihr sie entdeckt, warten darin stramme Herausforderungen auf euch. Eine schöne Abwechslung zu den restlichen, moderaten Levels.
Showdown im Ring
Die größte Herausforderung steht euch aber mit den mystischen Bossen bevor. Um diese zu besiegen, braucht ihr schon etwas Geschick. Spaßig ist die Sache aber dennoch. Ihr müsst hüpfen, boxen, rollen und geschickt bewegen, um die Kampf-Arenen siegreich zu verlassen. Die restlichen Gegner sind eher nicht so das Problem. Das liegt aber auch daran, dass Kao mit seinen Handschuhen sehr mächtig ist. Jeder Schlag unterbricht die Attacken der Gegner und nach drei erfolgreichen Treffern setzt Kao zum Flächenschaden-Schlag an. Ja, da fliegen die Fetzen. Für jüngere Spieler:innen ist das durchaus geeignet. Jump&Run-Profis sind aber leicht unterfordert.
Aber wenn wir schon über die Boss-Kämpfe reden, dann sollten wir auch über die musikalische Untermalung reden. Diese ist nämlich hervorragend gelungen. Es macht einfach Spaß, wenn die dicken Bösewichte umfallen und ihr die Hände nach oben reckt. In den restlichen Levels spielt die Musik übrigens keine große Rolle.
Fazit
Persönlich habe ich den Ausflug mit Kao The Kangaroo sehr genossen. Es war ein schöner nostalgischer Trip in die Vergangenheit. Das Spiel funktioniert dahingehend hervorragend. Allerdings bringt das Konzept natürlich auch einige Schwächen mit, die ein 3D-Hüpfer so hat. Bei Kao The Kangaroo kommt noch hinzu, dass es etwas an Abwechslung krankt. Aber das ist nicht weiter schlimm, wenn ihr das Genre generell mögt. An die großen Vorbilder wie Mario und Co. reicht das Werk von Tate Multimedia nicht heran, muss sich aber auch nicht verstecken. Ich würde mich freuen, wenn Kao bald wieder einen Auftritt hätte. Ich würde mir die Boxhandschuhe jedenfalls sehr gerne wieder anziehen.
Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC
Website: kaokangaroo.com