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Killer Klowns from Outer Space

3 gegen 7: Ist das nicht etwas unfair? Fragt sich nur, für wen …

Ich mag keine Clowns – egal ob sie mit „C“ oder „K“ geschrieben werden. Vielleicht liegt es an Stephen King und dem Film Es. Oder ich habe generell eine Abneigung gegen sie. Eventuell habe ich als Teenie aber auch den Film Killer Klowns from Outer Space gesehen. Dieser Horror-Streifen erschien 1986. Wie viele kennen den Film? Ich kannte ihn nicht – bis ich 2022 bei Ilfonic auf der gamescom zu Besuch war.

Das K macht den Unterschied

Dort hörte ich zum ersten Mal, dass sich das Team um eine Versoftung zu dem launigen Horrorfilm macht. Ganz typisch für die 1980er-Jahren stand bei solchen Filmen neben Horror auch viel Comedy im Vordergrund. Die Story ist schnell erzählt: Außerirdische Klowns – mit „K“ geschrieben; sind ja schließlich Aliens – kommen auf die Erde. Dort jagen und töten sie die Menschen.

Das machen sie aber mit typischen Clown-Utensilien. Mit bunten Laser-Waffen, quietschenden Nasen und unsichtbaren Rennautos gehen sie auf die Jagd. Zusätzlich umgarnen sie die Menschen mit Zuckerwatte, um sie in Kokons einzuhüllen. Diese benötigen sie, um Energie zu gewinnen. Das mal ohne Spoiler.

Warum erzähle ich euch das? Ganz einfach: So seht ihr schon, welches Potenzial für ein Videospiel hier drin steckt. Genau das hat sich Ilfonic auch gedacht und sich auf die Lizenz gestürzt. Nun also ist das Spiel fertig. Aber um was geht’s? Und welches Genre haben wir hier überhaupt?

Sie wissen, was sie tun

Nachdem Ilfonic zuletzt am Online-Shooter Ghostbusters gearbeitet hat, wollte man dieses Wissen auf die Killer Klowns from Outer Space übertragen. Daher handelt es sich hier ebenfalls um einen Online-Shooter. Wobei Shooter vielleicht nicht ganz richtig ist. Sehr es mehr als eine Art Dead by Daylight oder Freitag, der 13. an. Soll heißen: Mehrere Menschen treten hier im Überlebenskampf gegen die Klowns an. Zu welcher Seite ihr gehört, entscheidet das Spiel per Zufall vor jeder Partie. So müsst ihr euch immer wieder auf neue Situationen einstellen. Schon mal eine nette Idee.

Bis die Macher:innen bei Ilfonic allerdings die richtige Balance gefunden hatten, dauerte es eine Weile. Nach etlichen Versuchen und internen Turnieren fanden sie dann die ideale Lösung für sich: 3 gegen 7. Um genau zu sein: Drei Klowns treffen auf sieben Menschen pro Match. Das mag zunächst unfair klingen, ist es aber gar nicht, wenn man auf die Ziele und Fähigkeiten der einzelnen Gruppen schaut.

Tod den Menschen

Kommen wir zunächst zu den Klowns: Ihr Ziel ist es, die Menschen zu töten. Dafür sammeln sie zufällig auf der Karte verteilte Kokons ein und bringen sie zu ihren Reaktoren. Zudem können sie Menschen mit ihren Lasern in süße Fracht verwandeln. Nach spätestens 15 Minuten kommt es zum großen Showdown. Schaffen sie es, ihren Stützpunkt zu verteidigen, vernichtet ein Strahl aus dem Weltall die Menschen in der Gegend. Klingt einfach.

Allerdings sind die Klowns verdammt langsam. Da wird die Jagd schwer. Aber sie haben viele Tricks. So können sie alle paar Sekunden auf verschiedene Bereiche der Karte springen. Das macht sie ziemlich mobil. Zusätzlich können sie Fallen aufstellen, Lakaien erschaffen oder sich tarnen. Es macht schon einen Heiden-Spaß den Menschen aufzulauern. Ich sage es euch aber sofort: Es braucht schon ein paar Runden, bis ihr den Dreh mit den Klowns raus habt. Je mehr Erfahrung ihr sammelt, desto mehr Klassen schaltet ihr später frei.

Weg mit den Clowns

Aufseiten der Menschen müsst ihr das alles verhindern und flüchten. Hier heißt es ebenfalls Teamplay und durchhalten. Denn zu siebt seid ihr den Klowns anfangs immer einen Schritt voraus, wenn ihr es clever anstellt. Nur werden eure Gegner über die Zeit immer stärker. Daher lohnt es sich, wenn ihr den Klowns so früh wie möglich das Leben schwer macht. Solltet ihr die 15 Minuten der Runde erfolgreich überstehen, könnt ihr die Angreifer dann in die Flucht schlagen. Ich muss gestehen: Die Runden mit den Klowns waren gerade in den ersten Partien etwas einfacher zu meistern.

Allerdings verbessert ihr euch kontinuierlich. Mit den gesammelten Erfahrungspunkten schaltet ihr nach einer Weile immer mehr Möglichkeiten frei. Aufseiten der Klowns bekommt ihr beispielsweise neue Klassen, mit denen ihr spielen könnt – unter anderem einen Fallensteller oder einen Tank. Bei den Menschen sieht es ähnlich aus. Insgesamt belohnt euch Killer Klowns from Outer Space für jede Runde – und das motiviert.

Grafisch zaubert Ilfonic ein sehr hübsches und auch düsteres Bild auf die Mattscheibe. Allein schon auf dem Startbildschirm lachen euch die gruseligen Klowns mit sehr vielen Details entgegen. Im Spiel selbst ist es mir persönlich manchmal zu dunkel, um all die Details zu genießen. Natürlich verstehe ich das aus atmosphärischer Sicht. Ein bisschen Schade finde ich es doch. Und trotzdem bekommt ihr hier ein schickes Werk abgeliefert.

Fazit

Ich halte mich kurz: Das Warten auf Killer Klowns from Outer Space hat sich gelohnt. In diesem Spiel steckt jede Menge Potenzial. Allerdings fehlt es dem Titel gerade noch an Spieler:innen – doch das sollte sich bald ändern. Spielerisch hat Ilfonic hier ein unterhaltsames Third-Person-Katz&Maus-Spiel erschaffen. Durch die freischaltbaren Charaktere ist zumindest anfangs die Motivation sehr hoch. Wie lange euch das Endgame bei Laune hält, kann ich derzeit noch nicht sagen. Der Weg dorthin ist jedenfalls mit viel Spaß verbunden. Daher kann ich diesen asynchronen Multiplayer-Titel wärmstens empfehlen.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: killerklownsthegame.com