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Killing Floor 3

Zeds, Blut und das Gefühl, dass irgendetwas fehlt.

Wer sich als Fan von kooperativen Zombie-Horden-Shootern sieht, kam um die Killing-Floor-Reihe kaum herum. Nach dem langlebigen Vorgänger gelten die Erwartungen an Killing Floor 3 als hoch. Doch die ersten Monate schon vor dem Launch haben einen interessanten Mix aus Lob, Skepsis und Frust hervorgebracht, der sich – so viel vorweg – durchaus im Spiel wiederfindet.

Schon im Vorfeld mussten sich die Entwickler Tripwire Interactive einigen kritischen Stimmen stellen. Besonders die geschlossene Beta hat Wellen geschlagen: Langzeit-Fans warfen dem Spiel vor, ein wenig die „Seele“ der Vorgänger eingebüßt zu haben. Beklagt wurden insbesondere ein reduzierter Umfang, gefühlt zu glatte Sci-Fi-Optik und ein fehlendes Trefferfeedback. Alteingesessene Killing-Floor-Veteranen fragten immer wieder: Ist das wirklich noch unser brachial-chaotisches, düsteres Splatter-Highlight?

Baller-Spaß auf Streamline

Im Zentrum von Killing Floor 3 steht – wie nicht anders zu erwarten – das schnelle, blutige Kooperativ-Geballer gegen mutantenzersetzte Zed-Horden. Ihr stellt euch im Survival-Modus Wellen von Monstern entgegen, lernt, als sechsköpfiges Team jede Runde effektiver zusammenzuarbeiten, upgradet eure Waffen und versucht, nicht in den Fluten aus Blut und Chaos zu ertrinken. Die Steuerung ist direkter und angenehmer, das Movement dank neuer Agilitäts-Features wie Sliden, Klettern und Dashing deutlich zeitgemäßer. Auch die neue Crossplay-Funktion bringt frischen Wind und senkt die Einstiegshürde für Freunde auf verschiedenen Plattformen.

Das Waffenarsenal ist gelungen, die verschiedenen Klassen („Perks“) motivieren mit eigenen Skills und Gadgets, selbst wenn zur Veröffentlichung mit nur sechs Perks und etwa 30 Waffen ein klarer Sparkurs gefahren wird. Optisch überzeugt das Spiel vor allem beim Blutvergießen und den vielen Zed-Spreng-Effekten: Überall splittert, spritzt und tropft es, die Überbleibsel ganzer Horden bleiben als rote Seen auf den Maps zurück. Die Monster-KI ist wacher und trickreicher als in den Vorgängern, Zeds nutzen die Umgebung und versuchen, die Spielerinnen gezielt zu überrennen – ein spürbarer Fortschritt.

Noch wenig Fleisch am Knochen

Allerdings gibt es direkt zum Start auch viele Kritikpunkte, die den Spielspaß langfristig trüben können. Der Umfang ist mit acht Maps, drei Bossgegnern und einer überschaubaren Zahl an Gegnerarten auffällig gering für einen Vollpreistitel. Veteranen wie Neulinge fragen sich zu Recht, ob nicht mehr Abwechslung und optionale Spielmodi möglich gewesen wären. Stets die gleichen Runden im immergleichen Modus zu bestehen, lässt nach einigen Sessions ein Gefühl der Leere aufkommen. Dazu wirken einige Mechaniken wie das Spezialisten-System unausgereift, manche schicke Waffenskins oder Charaktere bleiben wohl späteren DLCs oder Service-Updates vorbehalten.

Solide – oder zu wenig für zu viele?

Besonders aus der Core-Community heraus kam im Vorfeld der Releasewelle viel Unmut: Dem Game wird eine gewisse „Hohlheit“ nachgesagt, viele Inhalte wirken wie vorbereitet für spätere Season Passes – und für Fans, in deren Herzen Killing Floor 2 als Content-Maschine brennt, fühlt es sich fast wie ein Early-Access-Spiel an. Manche vermissen die einzigartige, bewusst trashige Atmosphäre der Vorgänger und monieren, dass die neuen Sci-Fi-Zeds, die teils mit Rüstungen und Cyber-Gliedmaßen daherkommen, etwas von der ursprünglichen Horror-Anarchie verloren haben.

Auch das Trefferfeedback wird von einigen als enttäuschend beschrieben: Die Wucht der alten Shotguns, das Groteske beim Zed-Abschlachten, das „richtige“ Sounddesign fehlen manchem Kenner alter Tage spürbar. Auch wenn ich mich nicht so gut mit der Reihe auskenne, finde ich diese Kritikpunkte durchaus wieder im fertigen Game.

Fazit: Spaßige Survival-Kost – mit Luft nach oben

Killing Floor 3 macht viele Dinge gut: Das Movement ist – besonders für Neulinge – so dynamisch wie nie, das Crossplay-Feature funktioniert hervorragend, das Ballern bleibt auf den ersten Blick wuchtig und spaßig. Die Grafik und das Blutbad auf dem Bildschirm sind ein Fest für Gore-Fans. Doch nach dem ersten Adrenalinrausch bleibt der Eindruck einer kompakten, aber eben auch etwas inhaltsarmen Shooter-Basis, die auf Service-Updates und Content-Drops warten lässt. Hier glänzt Killing Floor 3 als (fast) perfekter Zwei-Tage-Koop-Spaß, dem auf lange Sicht Frische und Tiefgang fehlen könnten.

Für Fans, die einfach mal wieder eine Runde Zeds erleben wollen, lohnt sich ein Blick. Doch Veteranen und all jene, die die Serie lieben und auf Innovation, Umfang oder Atmosphäre gehofft haben, werden (noch) nicht völlig glücklich. Die Grundlage ist solide – aber der große Traum vom Splatter-Thron bleibt erstmal „work in progress“.

Erhältlich für: PS, Xbox, PC 
Webseite: killingfloor3.com