King of Fighters von SNK blickt auf eine traditionsreiche Vergangenheit: Seit 1994 kämpfen sich hier die Charaktere durch die Straßen dieser Welt. Nun also wartet Teil 15 auf Community. Dann schauen wir uns mal an, was das Prügelspiel seit dem letzten Ableger aus dem Jahr 2016 so gelernt hat.
Comic is King
Die guten News zum Start: King of Fighters XV hat einen wirklich hübschen Comicstil, der mitreißt – aber sicherlich auch polarisiert. Mir persönlich hat das Gefallen, was ich hier zu sehen bekomme. Der Comic-Look steht dem Fighting-Game, bei dem ihr euch aus der Seitenansicht gegenseitig bekämpft.
Ein Blick auf den Vorgänger zeigt mir aber auch: So sonderlich viel hat sich in Punkto Grafik gar nicht getan. Viele der insgesamt 39 Charakter zum Start sehen fast genauso aus wie damals – nur mit etwas mehr Details. Ja selbst die Animationen gleichen sich teilweise wie ein Ei dem anderen – was ja nicht sonderlich schlimm ist. Wieso sollte man die nicht wieder verwenden, wenn sie damals schon gut aussahen?! Aber schade ich es schon, dass die Bewegungen bei einigen Charakteren nicht um neue Moves erweitert wurden.
Ganz wie früher
Dafür haben es ein paar brandneue Charaktere in die Aufstellung geschafft. Da ich mich mit Teil 14 nur wenig beschäftigt hatte, waren die meisten in meinen Augen neu. Jedenfalls sind sämtliche Charaktere wirklich hübsch gestaltet und lohnen sich besser kennenzulernen. Im Trainingsraum solltet ihr aber ein paar von den Kämpfern testen, bevor ihr ins Gefecht zieht. Denn nicht jeder Charakter passt zu eurem Spielstil. Das habe ich schnell feststellen müssen.
Also Solospieler habe ich nicht sonderlich viel Auswahl: Ich darf mich lediglich zwischen einem etwas flauen Story-Mode und einem Arcade-Modus entscheiden. Beide Modi unterscheiden sich spielerisch nicht sonderlich voneinander. Nun ja, sei es drum. Wir haben hier also kein Motal Kombat, das mich mit seiner Trash-Story immer bestens unterhalten hat.
Die Kämpfe laufen nicht eins-gegen-eins ab, sondern immer drei-gegen-drei. Gekämpft wird aber immer nur eins-gegen-eins. Geht einem Fighter die Lebensenergie aus, kommt der nächste in die Stage gehüpft. Wer zuerst alle Kämpfer verliert, hat … nun ja … verloren. Die Wahl der Fighter sollte aber mit Bedacht getroffen sein. Ihr solltet etwas variieren mit flinken und kräftigen Kämpfern. Etwas schade ist auch, dass die restlichen Kämpfer nie ins Geschehen eingreifen, wie bei anderen Spielen der Art.
Jeder darf hier austeilen
Auf den niedrigen Schwierigkeitsstufen eignet sich King of Fighters XV bestens für Neulinge. Denn meist hilft hier schon Button-Mashing, um Erfolg zu haben. Wenn ihr aber tiefer in die Mechaniken eintaucht, werdet ihr schnell belohnt. King of Fighters XV lässt euch nämlich mächtige Kombos entfesseln. Es gibt sogar Schlagkombinationen, die die gesamte Lebensleiste des Gegners leeren, wenn ihr sie richtig einsetzt. Aber das bedarf einiger Übung. Es gibt auch wieder sogenannte Auto-Kombos. Dabei müsst ihr nur einen Knopf betätigen – vorausgesetzt ihr habt genug Energie gesammelt – und bumms! Danach schaut ihr schön inszenierten Cutscenes zu, in denen es euren Gegner ordentlich erwischt. Ja, das macht schon Laune.
Den größten Spaß macht King of Fighters XV allerdings, wenn ihr es gemeinsam mit Freunden spielt – lokal oder online. Man muss dazu sagen, dass die Entwickler deutlich den Fokus auf die Online-Features gelegt haben. Ihr könnt im Handumdrehen eigene Turniere erstellen, Freunde einladen und nach euren Regeln kämpfen. Mehr noch: Ihr dürft Zuschauer einladen und sogar streamen. In keinem anderen Fighting-Game war das einfacher als hier – sehr stark.
Fazit
King of Fighters XV ist ein gutes, aber nicht herausragendes Prügelspiel geworden. Mir kommt es zugute, weil es sich nicht nur an Profis wendet. Auch ich als Gelegenheitsprügler habe hier meinen Spaß – Auto-Kombos und leichtem Zugang sei Dank. Allerdings werde ich als Solo-Spieler nicht sonderlich verwöhnt, was die Spielmodi angeht.
Das Herz von King of Fighters XV schlägt eindeutig im Online-Bereich. Wenn ihr auf der Suche nach einem munteren Prügelspiel seid und vielleicht schon immer Fans dieser Reihe gewesen seid, dann ist Teil 15 definitiv einen Blick wert. Nur wünsche ich mir beim nächsten Mal vielleicht mehr Konzentration auf eine trashige Story – wenn man sich was wünschen darf.
Erhältlich für: Xbox, Playstation, PC
Website: snk-corp.co.jp/us/games/kof-xv