King of Meat landet wie ein gewitzter Sprung ins Hack-and-Slash-Partybecken: Mit anarchischem Humor, viel Farbe, schrägen Figuren und einer skurrilen Spielshow-Atmosphäre befördert das Spiel 1 bis 4 Spieler:innen in absurde Community-Dungeons voller Fallen, Monster und Puzzles. Alles gewürzt mit einer guten Prise Selbstironie auf TV- und Gameshows à la „Running Man“ oder „Takeshi’s Castle“. Kurz gesagt: Sobald ihr hier startet, wird es wild.
Überleben statt Langeweile
Schon bevor ihr den ersten Schritt wagt, bekommt ihr eine gute Dosis Wahnsinn mit. Scheinbar sind in diesem Universum alle so gelangweilt, dass sie tödliche Fernsehshows erfinden mussten. Jedenfalls stellt sich King of Meat als eine äußerst verrückte Welt vor, in der der Tod eben alltäglich ist. Aber es warten auch Ruhm und Ehre und Waffen auf die Überlebenden.
Das klingt jetzt richtig brutal, ist es aber nicht ganz. Denn zum einen mildert der Comic-Look das Ganze ab und zum anderen wird an jeder Ecke gezeigt, dass das hier alles „nur“ eine TV-Show ist - auch wenn der Tod echt ist. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass ihr lebend durch einen Parcours voller Fallen und Monster kommen solltet. Und das entweder allein oder mit Freund:innen.
Schlagkräftige Truppe und chaotische Action
Wie gesagt: Kern des Spiels sind Koop-Action, Plattforming und jede Menge Möglichkeiten, selbst kreativ zu werden. Die Dungeons (sowohl von Entwickler:innen als auch der Community) bieten alles von klassischen Hack-&-Slay-Sequenzen mit Waffen wie Hammer, Schwert und Arcane Fists über Sprungpassagen bis hin zu kleinen Knobelaufgaben und perfiden Fallen.
Die Waffenauswahl fühlt sich dabei durchaus abwechslungsreich an – besonders der Hammer und sein „Golf-Swing“ sorgen für famose Fleischklopfer-Momente. Aber auch die Armbrust hat was. Gezielt wird auf einfache Steuerung (jeder kann einsteigen), komplexe Kombos treten dezent hinter Timing und Reaktionsvermögen zurück.
Erschaffe deine Welt
Das Spiel glänzt vor allem mit dem riesigen Dungeon-Editor: Spieler:innen können eigene Fallen, Puzzles, Monster-Truppen und wahnwitzige Arenen für die Community basteln und teilen. Das wird auch in Zukunft wohl für jede Menge Herausforderungen sorgen.
Die Editor-Bedienung ist dabei zugänglich, und viele Belohnungen wie Kostüme, Moves oder Skins motivieren zum kreativen Austausch – ähnlich wie bei „LittleBigPlanet“, allerdings mit mehr Splatter, Witz und Monstern.
Humor und technische Kanten
King of Meat ist ein echter Comic-Kracher: Schrille Figuren, Rubber-Duckies als Requisiten, knallbunte Menüs und animierte Zwischensequenzen versprühen albernen Charme – manchmal überspannt der Splatter-Humor aber auch das Ziel und Cutscenes bremsen den Spielfluss für Humor, bei dem nicht jeder Gag zündet.
Die Technik liefert je nach Plattform flüssige Animationen und solide Effekte, die Steuerung wirkt gelegentlich etwas „floaty“ und Hitboxes sind nicht immer ganz sauber – für Gelegenheits-Koop sowie Couch-Action dennoch meist ausreichend.
Langzeitmotivation oder kurze Party?
Die Progression verdient Licht und Schatten: Während Cosmetics, Waffen, Titel und neue Moves schnell freigeschaltet werden, lässt echte Langzeitmotivation nach einigen Spielsessions für Einzelspieler:innen etwas nach.
Das Balancing schwankt bei Dungeon-Herausforderungen enorm – von leichter Entspannungsrunde bis hin zu fast unfairen Community-Kreationen ist alles vertreten. Die Synchronisation und Soundeffekte liefern solide Leistungen, auch wenn manche NPC-Gespräche oder Shopkeeper-Gags irgendwann nerven können.
Fazit: Spaßbombe fürs Sofa – aber kein Action-Meisterwerk
King of Meat ist wie eine bessere Runde „Takeshi’s Castle“ für Actionfreund:innen und kreative Bastler: Der einzigartige Mix aus Koop-Schnetzel-Party, absurden Custom-Levels und wahnwitzigem Humor macht kurz- bis mittelfristig richtig Laune. Der Dungeon-Editor sorgt für Nachschub aus der Community, die Spielmechanik bleibt einsteigerfreundlich und die selbstironische Präsentation hat Charme – echte Tiefe und progressiven Anspruch sucht man aber vergeblich. Wer Spaß an Mario Maker, Overcooked oder alten Party-Krachern hat, findet hier ein schräges, schnelles Action-Ritual für den nächsten Spieleabend. Für Solo-Spielende und Langzeitstrategen bleibt’s ein lautes, ordentlich gewürztes Fleischgericht – und manchmal eben doch „well seasoned, but undercooked“, wie einer meiner Journalisten-Kollegen treffend geschrieben hat.
Erhältlich für: Xbox, PC, PS
Webseite: kingofmeat.com/de-de