Voll auf die Ohren
Anfangs konnte ich mir unter dem Konzept wenig vorstellen – inzwischen finde ich, dass Rollen- und Musikspiel ganz gut zusammenpassen. „Kingdom Hearts: Melody of Memory“ ist eine melodische Hommage an die vergangenen zwei Jahrzehnte. Ihr spielt euch hier durch fast 150 Tracks aller bekannten „Kingdom Hearts“-Ableger.
Dabei seid ihr stets als Dreier-Team unterwegs. Das Team wechselt im Laufe der Story seine Protagonisten. Ihr werdet hier wohl alle bekannten Final Fantasy und Disney-Charaktere wiederfinden. Dennoch spielen sich die Musikstücke allesamt ähnlich – die Bosskämpfe einmal außen vor. Zu denen kommen wir später noch.
Guitar Hero lässt grüßen
Ihr lauft automatisch einer Spur entlang. Dort tauchen immer wieder Gegner auf, die ihr im richtigen Moment treffen müsst – passend zum Rhythmus der Musik. Das erfolgt entweder über die Schultertasten oder dem Knopf auf dem Controller. Manchmal müsst ihr auch mehrere Tasten gleichzeitig drücken, wenn verschiedene Gegner auf unterschiedlichen Spuren gleichzeitig angreifen. Ab und an müsst ihr vorher springen und dann schlagen. Oder ihr springt und schwebt ein paar Noten ab. Klingt simpel, ist es im Grunde auch. Aber die späteren Levels werden euch fordern. Die Bosskämpfe laufen ähnlich ab, fordern euch aber nochmal eine Ecke mehr – und hören sich komisch an.
Hören sich komisch an? Genau! Bei „Kingdom Hearts: Melody of Memory“ könnt ihr auf eure Ohren vertrauen. Denn nur im richtigen Rhythmus sollten die Knöpfe gedrückt werden. Das funktioniert in den meisten Levels auch hervorragend. Nur ein paar Musikstücke scheinen sich nicht daran zu halten. Die Rollenspiel-Elemente machen sich durch Erfahrungsbooster oder verschiedene Heiltränke bemerkbar. Interessanterweise passt das zu diesem Szenario aber ganz gut zusammen.
Schöne Erinnerungen
„Kingdom Hearts: Melody of Memory“ zielt in erster Linie wohl auf eine feste Fan-Gemeinde ab, die gerne in nostalgischen Erinnerungen schwelgt. Denn über alle Maßen fordernd ist das Spielchen wahrlich nicht – aber es unterhält prima für rund sechs Stunden. Der Soundtrack ist den Machern jedenfalls gelungen. Grafisch habt ihr schicke, wenn auch nicht sonderlich detaillierte Umgebungen und Gegner vor euch. Darauf achtet ihr sowieso nicht, wenn ihr mitten in einem Stück seid.
Fazit
Danke an Square Enix für diesen erfrischenden, musikalischen Ausflug in die Welt von „Kingdom Hearts“. „Kingdom Hearts: Melody of Memory“ mag jetzt kein herausragendes Highlight sein, ergänzt die Reihe aber um ein nettes Spielchen für Zwischendurch. Wer auf locker-leichte Unterhaltung Lust hat, sollte hier reinhören bzw. -spielen.
Erhältlich für: PS4, Xbox One, Switch