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Kingdom Rush

Tower Defence auf die pixelige Art: Mit wenig Mitteln macht dieses Spielchen vieles richtig.

Ja, ich bin ein Fan von Tower Defence Spielchen. Das muss ich vielleicht gleich zu Beginn loswer-den. Umso kritischer schaue ich mir dann aber auch solche Spiele aus dem Genre an. Mit Kingdom Rush hat der nächste Ableger dieses Nischen-Genres mein Herz erobert. Denn obwohl ihr hier nur begrenzte Möglichkeiten habt, wird euch das Spiel von Ironhide Game Studio und Armor Games angenehm fordern und unterhalten.

Och, wie niedlich

Zunächst einmal ist Kingdom Rush sehr niedlich dargestellt. In stark abstrakter Weise werden hier die Gegner dargestellt, was mich an die 16-Bit-Ära der SNES-Zeit erinnert – ein schönes Gefühl. Von den übersichtlichen Karten über die süßen Animationen bis hin zum Mittelalter-Setting trifft das Art-Design genau meinen Geschmack. Kingdom Rush konzentriert sich auf das Wesent-liche, ohne dabei den Humor aus dem Auge zu verlieren. Dickes Lob an dieser Stelle.

Rein von der Story her werdet ihr hier nicht zugreifen: Ihr sollt einem König eines Fantasy-Reichs helfen, seine Gebiete von Monstern zu befreien. Ja, bei diesem Genre ist es schwierig, was Ansprechenderes zu finden. Aber das geht schon klar. Viel wichtiger sind die Spielmechaniken – und hier hat Kingdom Rush ein paar gute Ideen.

Alles in festen Bahnen

Ihr startet auf einer Karte, auf der ihr immer fest vordefinierte Plätze für Türme finden werdet. Diese Baustellen solltet ihr möglichst taktisch mit Abwehrtürmen füllen. Kingdom Rush bietet euch lediglich vier unterschiedliche Türme zur Auswahl. Das klingt zu Beginn nicht sonderlich viel, reicht aber völlig aus. Zudem erweitert sich die Auswahl später, wenn ihr höhere Stufen erreicht habt.

Zur Auswahl stehen Bogenschützen, Soldaten, Artillerie-Geschütze und Magier. Jede Turmart bietet gegen bestimmte Arten von Gegnern ihre Vorteile. Ihr müsst am Ende nur ausbalancieren, wo welcher Turm stehen soll und wie ihr die Türme nach und nach aufwertet. Das benötigte Gold dafür liefern die Feinde, die in Wellen antreten und brav den Pfad ablaufen. Aber das kennt ihr ja aus anderen Spielen des Genres.

Steigender Anspruch

Für Abwechslung sorgt Kingdom Rush mit drei unterschiedlichen Mechaniken: Wenn ihr später die Türme aufwertet, sind diese nicht nur schlagkräftiger, sondern ihr habt bei jedem Turm eine spezielle Höchststufe, für die ihr euch entscheiden könnt. Bei den Bogenschützen könnt ihr beispielsweise auf mehr Schaden oder höhere Reichweite gehen. Das bringt noch mehr Taktik ins Spiel.

Das zweite Standbein ist der Rollenspielaspekt nach jeder Mission: Mit gewonnenen Sternen aus den Missionen dürft ihr passive Skills freischalten. Beispielsweise habt ihr die Möglichkeit hin und wieder Bauern zu beschwören, Meteoriten herabregnen zu lassen oder eure Türme zu verbessern. Das äußert sich in mehr Lebenspunkten, mehr Schaden oder weniger Kosten. Sämtliche freigeschaltete Skills könnt ihr jederzeit umsortieren, wenn ihr es für eine Mission mal brauchen solltet. Sehr praktisch.

Das dritte und letzte Standbein sind die auswählbaren Held:innen, die ihr mit auf eine Mission nehmen könnt. Anfangs steht da ein tapferer Ritter, der mit anpackt und eure Truppen motiviert. Später kommen noch einige weitere Helden zur Auswahl hinzu, die jeweils eine Spielweise abdecken. Ihr werdet sicher euren liebsten Helden oder Heldin finden. Ich persönlich mag die Bogenschützin, die ihren kleinen Wolf beschwört. Jedenfalls ist das eine gute Idee, um den Missionen mehr Pepp zu geben.

Manchmal aber auch wie Kaugummi

Nur eine kleine Kritik muss ich aber loswerden. Die Missionen können sich teilweise sehr in die Länge ziehen. Habe ich zu Beginn vier bis sieben Wellen an Feinden, werden es später bis zu 20 Wellen – und das dauert. Klar, ich kann jede Welle früher herbeirufen, aber dann seid ihr schnell am Ende mit eurer Burg. Die Hälfte der Wellen hätte an manchen Stellen durchaus gereicht.

Zusätzlich zu den drei Schwierigkeitsgraden gibt es noch zwei Herausforderungen für jede Mission: Hier müsst ihr beispielsweise ohne Held:innen gewinnen oder seid auf bestimmte Türme eingeschränkt. Das alles ist dann für Leute, die sich so richtig in die Level einfuchsen wollen und mehr Sterne für ihre Skills wollen.

Fazit

Und damit kommen wir zum Abschluss. Kingdom Rush ist ein spaßiges Tower Defence Spiel, das über lange Zeit bei Laune hält. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß bei der Verteidigung des bunten Königreichs. Die Spielmechaniken mit vier Türmen, einsetzbare Aktiv- und Passiv-Skills, Heldenauswahl und erlernbare Skills unterhalten und fordern euch über die gesamte Spielzeit. Abgerun-det wird das Ganze mit einem niedlichen Comic-Look, der auch nach der x-ten Mission nicht langweilig wirkt. Wenn ihr also auf dieses Genre steht, ist Kingdom Rush definitiv eine gute Wahl.

Erhältlich für: PC, Xbox, Switch
Website: rainyfrog.com/en/game/exitman-deluxe