Die Entwickler von HAL Laboratory sind wieder da – und mit ihnen das rosa-knuddelige Dickerchen Kirby. Diesmal ist der kleine Vielfraß aber nicht alleine: Mit drei anderen Freunden kann er sich diesmal ins Abenteuer stürzen. Um ganz ehrlich zu sein: Die komplette „Kirby“-Reihe ist damals als Kind und Jugendlicher völlig an mir vorüber gegangen. Ich kannte zwar den rosa Hauptakteur und seinen unbändigen Hunger, aber das war’s dann schon. Außer bei den „Smash Brothers“ habe ich zuvor noch nie die Kontrolle über das süße Kerlchen übernommen. Damit ist „Star Allies“ quasi mein sehr spätes Debüt.
Willkommen in der Wohlfühl-Oase
Optisch könnte der Titel wohl kaum niedlicher rüberkommen: Die fröhlich bunte Welt wickelt mich direkt um den Finger. Selbst die fiesesten Gegner sehen hier noch knuddelig aus – und lassen sich kinderleicht vom Bildschirm fegen beziehungsweise verdauen. Denn Kirbys Spezialtalent, wenn ich es mal so nennen darf, ist eben nun mal sein außergewöhnlicher Appetit: Die meisten Gegner kann er einfach einsaugen und nach Bedarf entweder wieder ausspucken, um Schaden anzurichten oder sie komplett verdauen und ihre Spezialfähigkeit damit dauerhaft übernehmen. Esse ich beispielsweise einen Feuerspucker und verdaue ihn, dann darf ich mich selbst als Herrscher der Flammen ansehen.
Beim Verzehr des riesigen Hirschkäfers verfüge ich urplötzlich über magische Wrestling-Kräfte – lustig und unterhaltsam. Aber damit ist noch lange nicht das Ende der spielerischen Fahnenstange erreicht. Der Clou an „Star Allies“ ist nämlich das Teamwork: Normalerweise musste Kirby seine Abenteuer immer alleine bestreiten. Diesmal darf er auf die Hilfe von drei Freunden vertrauen. Wie man solche Freunde bekommt? Ganz einfach: Schmeißt ein Herzchen auf sie anstatt sie einzusaugen – und schwups habt ihr einen tapferen Mitstreiter, der euch brav hinterher stiefelt und kräftig austeilen kann. Gesteuert wird allerdings immer nur Kirby – es sei denn ihr spielt gemeinsam mit Freunden. Hat Kirby mal keine Lust mehr auf einen bestimmten Kameraden, kann er ihn entweder aussortieren, einen neuen Freund rekrutieren oder ihn einsaugen, um dessen Fähigkeiten „auszuleihen“.
Gemeinsam Wände einreißen
Zum Lösen mancher Rätsel braucht ihr allerdings eure Freunde: Denn verschiedene Kombinationen eröffnen neue Wege: So kann mich mein Vogelfreund mit seiner Windenergie verzaubern, während ich als Boomerang-Kirby unterwegs bin. Das Ergebnis: Nun schleudere ich plötzlich wirbelnde Wind-Boomerangs, die selbst die stärksten Ketten durchschlagen. Als Wrestling-Star kann ich Freunde kurzerhand in eine zerstörerische Kugel verwandeln. Es gibt etliche Kombinationen, die immer wieder überraschende Resultate zu Tage fördern. Wer also alle Geheimnisse in Form von verstecken Puzzle-Teilen oder Zusatzlevels finden möchte, der sollte also experimentierfreudig sein. Aber keine Sorge: Das Spiel liefert euch genügend Hinweise, was gerade gebraucht wird. Sowieso nimmt euch der Titel sehr stark an Hand.
Spielerisch stellte mich das Abenteuer nie vor eine sonderlich große Herausforderung. Insgesamt bin ich bis zum Abspann vielleicht dreimal gestorben, wobei zwei Tode meiner naiven Neugier geschuldet waren – ich wollte unbedingt wissen, was da unten in der Schlucht ist … Einmal hat mich ein Endboss dumm erwischt, was auch leicht zu vermeiden gewesen wäre. Aber mit meinen über 70 Leben im Gepäck macht das nichts aus. Ich frage mich an dieser Stelle ernsthaft, warum es das System mit den Leben überhaupt noch gibt. Hat hier jemand wirklich Probleme über die Runden zu kommen? Warum nicht einfach auf „unendlich“ stellen und gut ist?! Geht bei Mario ja inzwischen auch. Aber vielleicht werden jüngere Spieler, an die sich dieser Titel vorrangig widmet, ja größere Schwierigkeiten mit dem Plattformer haben.
Fazit
Am Ende des Abenteuers merke ich jedoch, dass mich der geringe Schwierigkeitsgrad nicht gestört hat. Irgendwie war es sogar erholsam immer mal wieder zur Switch zu greifen und ein paar Levels zu absolvieren – natürlich mit allen darin verstecken Secrets. Kirby macht Mario in keinerlei Hinsicht Konkurrenz: „Star Allies“ ist eher ein unaufgeregter Spaß mit sehr hohem Wohlfühlfaktor. Mein Debüt mit dem kleinen Vielfraß habe ich daher sehr genossen.
Erhältlich für: Switch
Website: kirby.nintendo.com/star-allies