Als begeisterter Tüftler war ich hocherfreut, als der Kosmos Experimentierkasten "Boxing Bots" bei mir eintraf. Mit Vorfreude machte ich mich ans Werk, die hydraulischen Boxroboter zusammenzubauen. Was ich dabei erlebt habe und ob sich die schlagkräftigen Kerlchen lohnen, erzähle ich euch in meinem Testbericht.
Naivität eines Anfängers
Nachdem ich den Kasten geöffnet hatte, kamen sehr viele Plastikteile zum Vorschein. Allesamt fein säuberlich sortiert, teilweise auch farblich gut zu unterscheiden. Jedes Teil hängt an einem Gitter, aus dem man es entfernen muss. Mir war klar, dass ich nach dem Heraustrennen wohl an manchen Teilen noch kurz schleifen muss. Das ist bei Plastik meist der Fall, wie ich von anderen Bausets dieser Art wusste. Allerdings hatte ich wohl noch nie so ein qualitativ hochwertiges Set vor mir, wie ihr gleich sehen werdet.
Zunächst griff ich voller Elan zu Schere und Glitzer-Nagelfeiler - ich hatte nur den mit Glitzer zuhause. Was sich schnell zeigte: Ein krasser Anfängerfehler. Die Teile ließen sich so kaum präzise bearbeiten. Das Heraustrennen war eine Herausforderung, da das Plastik sehr robust ist. So erging es mir auch mit der Feile: Ich feilte mir einen ab und verstreute überall auf dem Tisch Glitter. Fast hätte man meinen können, dass hier ein Einhorn mit mir durchgegangen war. Daher mein Profi-Tipp: Besorgt euch unbedingt einen Seitenschneider und eine Schlüsselfeile. Damit spielt ihr gleich drei Klassen höher und der Zusammenbau macht viel mehr Spaß! Sonst ärgert ihr euch nur, was dem tollen Set definitiv nicht gerecht wird.
Weiter wie ein Profi
Mit dem richtigen Werkzeug ausgestattet, machte ich mich zuerst an den roten Roboter. Dabei habt ihr die Wahl, ob ihr ihm lieber den Roboter-Kopf oder den eines Kängurus aufsetzt. Sowohl bei Rot als auch bei Blau könnt ihr das entscheiden und jederzeit abändern. Kleiner Tipp am Rande: Auch wenn das Känguru ziemlich cool aussieht, bietet sein Kopf bei einem Kampf später die größere Schlagfläche. Das macht den Roboter einen Ticken schwieriger zu besiegen.
Jedenfalls gefiel diese Auswahl meinen beiden Jungs sehr gut. Das Aufbauen begann und sollte mich über vier Abende beschäftigen. Dabei muss ich sagen, dass meine Kids immer wieder mithalfen und wir uns Zeit für die Experimente zwischendurch ließen. Also wenn ihr es wirklich darauf anlegt, seid ihr in ein bis zwei Sitzungen durch. Für mich war aber der Weg das Ziel – und der ist sehr unterhaltsam gewesen.
Denn die Anleitung ist nicht bloß eine Auflistung von Arbeitsschritten, sondern zusätzlich ein Comic und ein Experimente-Heft. Ziemlich cool und unterhaltsam. Ihr bekommt nebenher erklärt, was es mit Hydraulik auf sich hat und dürft kleine Experimente dazu machen. Denn die beiden Boxing Bot funktionieren mit Hydraulik, was echt faszinierend ist.
Passt perfekt zusammen
Das Klick-Steck-System erwies sich als kinderleicht und sehr intuitiv. Ich musste zwar zu Beginn immer wieder genau in die Anleitung schauen, aber im Grunde passen die Teile perfekt zusammen, ohne dass es große Erklärungen bräuchte. Besonders faszinierend fand ich den Aufbau des hydraulischen Systems. Sobald ihr Wasser in einen Kolben gefüllt habt und die Schläuche miteinander verbindet, erlebt ihr das erste kleine Wunder – so kam es meinen Jungs jedenfalls vor. Sobald man den Knopf auf der einen Seite des Schlauchs drückte, bewegte man damit eine Vorrichtung auf der anderen Seite des Schlauchs. Die Kraft des Wassers in Aktion.
Jeder der beiden Roboter besitzt drei unterschiedliche Hydraulik-Systeme: Jeweils eins für jeden Arm und eins für den Rücken. Dadurch könnt ihr den Roboter zur Seite ausweichen lassen, indem ihr den Hebel nach links oder rechts bewegt. Auch ich als Erwachsener muss zugeben, dass das ganz schön cool ist. Nachdem wir mit dem roten Roboter fertig waren, ging es zum blauen Model. Dieser sollte unbedingt eine Känguru-Maske anbekommen, wie mich mein älterer Sohn bat.
Wenn ihr den ersten Roboter fertig gebaut habt, ist der zweite ein Klacks. Fast schon intuitiv habe ich die Teile zusammensetzen können. Hier und da in den Kolben Schmieröl verteilt (was auch mitgeliefert wird) und anschließend die Hydrauliksysteme installiert. Für Kinder unter 10 Jahren ist das wirklich noch zu schwierig. Zwischen 10 und 14 Jahren empfehle ich euch, dass die Eltern mal einen Blick nebenbei auf den Bau werfen. Es gibt einige knifflige Stellen, die ihr meistern müsst.
Ready? Fight!
Kaum waren die Roboter fertig, stürmten meine beiden Jungs ins Zimmer und lieferten sich sofort einen spektakulären Kampf. Die Steuerung über die Hydraulik-Joysticks erwies sich als äußerst simpel und sehr präzise. Faustschläge, Blocks und Ausweichmanöver – alles war möglich und sorgte für jede Menge Action und Gelächter. Schnell wurde auch klar, dass das Känguru manchmal das Nachsehen hatte, aufgrund seiner längeren Schnauze. Die Uppercuts trafen hier oft ins Schwarze, was meinen älteren Sohn immer wieder ärgerte. Wenn ihr also gleiche Voraussetzungen haben wollt, dann setzt auch gleiche Masken auf.
Was mich besonders beeindruckte, war die Robustheit der Konstruktion. Trotz der hitzigen Duelle hielten die Roboter allen Belastungen stand. Die Hydraulik funktionierte zuverlässig und vermittelte ein realistisches Gefühl der Kontrolle. Selbst, wenn die Roboter mal im Eifer des Gefechts aneinander knallten. Dank der Rollen an ihren Füßen gleiten die Kerle locker über jede Oberfläche.
Damit ihr die Kämpfe auch bewerten könnt, gibt es zwei Dinge zu erwähnen: Den Boxing Bots liegen zwei Scoreboards bei, auf dem man die Punkte zählen kann. Aber wie punktet man? Ganz einfach: Wer es schafft, den Kopf des gegnerischen Roboters nach hinten zu stoßen, erzielt einen Punkt. Dies sorgt für zusätzlichen Wettkampfcharakter und motiviert zu immer neuen Duellen. Ab jetzt kommt es bei uns im Wohnzimmer immer wieder zu gelegentlichen Tisch-Kämpfen, die für Unterhaltung sorgen.
Fazit
Die Kosmos Boxing Bots sind ein hervorragendes Experimentierset, das Technik und Spielspaß perfekt vereint. Es fördert nicht nur das Verständnis für Mechanik und Hydraulik, sondern bietet auch stundenlangen Unterhaltungswert. Mit dem richtigen Werkzeug ist der Aufbau gut zu bewältigen und das Endergebnis absolut beeindruckend. Damit sind die Boxing Bots jeden Cent wert, den ihr dafür hinlegt. Ich war selbst überrascht, wie hochwertig die Roboter verarbeitet sind und wie viel Spaß es macht, die beiden Kerlchen aufzubauen. Allein dafür würde sich die Anschaffung bereits lohnen, da ich schöne Abende damit verbracht habe. Für technikbegeisterte Kinder ab 10 Jahren und junggebliebene Erwachsene kann ich die Boxing Bots daher wärmstens empfehlen. Wie gesagt: Sie sind ihr Geld definitiv wert und werden sicher noch viele spannende Duelle in unserem Wohnzimmer austragen!