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Kvark

Retro-Shooter-Charme mit sowjetischem Flair und bissiger Härte

Mit Kvark liefert das tschechische Studio Perun Creative einen „Boomer Shooter“, der sich als Liebeserklärung an Klassiker wie Half-Life und Quake versteht, dabei aber ein ganz eigenes sowjetisches Setting und einen rauen, ironischen Ton anschlägt. Wer Retro-Shooter mag, bekommt hier ein Spiel, das bewusst an alte Tugenden anknüpft – mit allen Stärken und Schwächen, die das mit sich bringt.

Sowjetcore trifft Shooter-Nostalgie

Schon das Setting ist außergewöhnlich: Ihr durchstreift als namenloser Held eine düstere, alternative Version der 1980er in der Tschechoslowakei – voller rostiger Anlagen, roter Wände und morbider Industrie-Ästhetik. Die Stimmung ist dicht, der Humor trocken, und die Welt wirkt wie eine ironische Parodie auf den fatalistischen Alltag im Ostblock.  

Was direkt auffällt: Die Grafik setzt auf grobe Texturen, knallige Farben und einen bewusst altmodischen Look, der Retro-Fans sofort abholt. Das ist natürlich alles Geschmacksache. Mir persönlich bereitet das jedenfalls schöne nostalgische Gefühle. Der Soundtrack und die Effekte unterstreichen das raue Ambiente und sorgen für authentisches Shooter-Feeling.

Knallharte Action, wenig Komfort  

Das Gameplay ist kompromisslos auf Oldschool gebürstet: Ihr kämpft euch mit klassischen Waffen wie Pistole, Schrotflinte, Sturmgewehr, EMP-Gewehr, Armbrust und Minigun durch Horden von Soldaten, Robotern und Mutanten. Jede Waffe fühlt sich wuchtig an, Nahkampf und Schusswechsel sind laut, brutal und schnell – das Trefferfeedback ist kernig, aber manchmal auch etwas altbacken.  

Besonders auffällig: Gegner stürmen oft direkt auf euch zu, was zu chaotischen Gefechten führt, aber auch dazu verleitet, sie in engen Gängen zu „funneln“ - ach, das war früher oft mein Mittel der Wahl, wenn es ging. Die KI ist also keine Offenbarung, doch die Kämpfe bleiben fordernd, da Feinde viel Schaden austeilen und selten zimperlich sind.  

Eine Besonderheit ist das Speichersystem: Statt freier Speicherpunkte gibt es nur seltene, einmal nutzbare Checkpoints. Das macht das Spiel deutlich härter und kann frustrieren, wenn man nach einem Fehler ganze Abschnitte wiederholen muss. Die Entwickler begründen das mit dem Wunsch, die Herausforderung hochzuhalten und „Cheaten“ durch Quicksaves zu verhindern.

Rätsel, Bossfights und Taktik

Neben den Kämpfen erwarten euch immer wieder kleine Physik- und Schalterrätsel, die an Half-Life erinnern und das Tempo angenehm variieren. Bosskämpfe setzen auf große, mechanische Gegner mit Schwachstellen und mehreren Phasen – sie sind kreativ, aber oft auch gnadenlos schwer, da manche Angriffe sofort tödlich sind und Fehler kaum verziehen werden.  

Das erinnert teilweise an Spiele wie Dark Souls. Mein Tipp: Spart euch die schwere Munition gut auf. Denn wie gesagt: Die Waffenvielfalt ist gelungen, auch wenn manche (wie EMP-Gewehr oder Granaten) erst spät richtig nützlich werden und das Arsenal insgesamt eher klassisch bleibt. 

Retro mit Ecken und Kanten 

Technisch läuft Kvark flüssig, die Steuerung ist präzise und die Waffen fühlen sich satt an. Allerdings gibt es auch die angesprochenen Schwächen: Die KI ist simpel, Plattform-Abschnitte können nerven, und das Speichersystem ist Geschmackssache. Und damit kommen wir zum …

Fazit: Für Retro-Fans ein Geheimtipp mit Biss 

Kvark ist ein kompromissloser Retro-Shooter, der seine Inspirationen offen zeigt, aber mit eigenem Setting, rauem Humor und forderndem Gameplay überzeugt. Wer Oldschool-Shooter liebt und sich von harten Speicherpunkten, simpler KI und sowjetischer Dystopie nicht abschrecken lässt, bekommt hier ein lautes, schnelles und überraschend unterhaltsames Action-Paket. Für Genrefans ein echter Geheimtipp – für Einsteiger oder Komfortverwöhnte aber eine harte Nuss.

Erhältlich für: Xbox, PS, Switch, PC

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