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Laser League

Vergesst Tron – kommt doch lieber in die Laser League!

Haarscharf: Die Entscheidung für den Sieg machte nur einen Wimpernschlag aus – diesmal mit dem besseren Ausgang für mich und mein Team. Nur eine Millisekunde früher erreichte ich den freien Knotenpunkt und aktivierte den damit verbundenen Laser. Mein Kontrahent kam zu spät, konnte aber auch nicht mehr bremsen und zerschellte am Laser-Zaun – Sieg durch K.O. Langsam beruhigt sich mein Puls, aber das Adrenalin wird noch eine Weile in meinem Körper bleiben.

Ein tolles Gefühl. Ja, ich war wirklich überrascht über „Laser League“ – ein Spiel von Roll7, die unter anderem für „OlliOlli“ bekannt wurden. Unter dem schützenden Publisher-Mantel von 505 Games kommt nun diese Softwareperle auf den Markt. Perle? Ja, richtig gelesen – auch wenn es die Screenshots nicht vermuten lassen. Kein Standbild dieser Welt könnte den Spaß beschreiben, den dieses Spielchen hier macht. Also versuche ich es in Worte zu fassen – was ebenfalls keine leichte Aufgabe ist.

Inspiriert, aber nicht kopiert

Angesiedelt ist der futuristische Sport in einer Art „Tron“-Welt. Jeder Sci-Fi-Begeisterte sollte schon mal von dem Streifen gehört haben. Beim Film blieb nicht nur die Neon-Optik im Gedächtnis, sondern sicherlich auch das tödliche Motorradrennen, bei dem jeder Flitzer einen Laser-Zaun hinter sich erschuf, an dem Gegner den virtuellen Tod fanden.

Solche Laser gibt es bei „Laser League“ zwar auch, aber das war es dann schon mit den Parallelen zum Film. Hier gelten andere Regeln. Es klingt zunächst nicht sonderlich innovativ: In Zweier-, Dreier- oder lokal sogar in Vierer-Teams tretet ihr gegeneinander an – ja, das Spiel ist fast nur online zu zocken, eine Kampagne gibt es nicht. Ziel jeder Runde ist es, das andere Team komplett auszulöschen.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Dreh- und Angelpunkt sind die zufällig erscheinenden Knotenpunkte auf dem Spielfeld: Lauf ihr vor euren Gegnern darüber, dann schießen rechts und links davon Laser in eurer Teamfarbe empor. Diese sind tödlich für die Kontrahenten, können von euch aber durchquert werden. Das Laserfeld bleibt dann für etwa eine halbe Minute bestehen.

Klingt immer noch nicht herausfordernd? Es wird noch besser … Die Laserfelder bleiben natürlich nicht einfach bewegungslos stehen, sondern rotieren oder wandern durch die Arena. Und selbstverständlich gibt es nicht nur zwei oder drei von diesen Feldern, sondern im späteren Verlauf dutzende, die allesamt einem anderen Bewegungsmuster folgen. Da kann einem schon schwindelig werden. Schnelle Reaktionen, Geschick und eine gute Übersicht sind schon mal der erste Schlüssel zum Erfolg.

Taucht noch tiefer hinein

Die taktische Würze kommt jedoch mit der Auswahl des Charakters zustande und dem Zusammenspiel mit euren Teamkameraden. Insgesamt stehen sechs unterschiedliche „Sportler“ zur Verfügung, die jeweils individuelle Fähigkeiten mitbringen: Da wäre ein Schocker, ein menschlicher Rammbock, ein Geist, ein Dieb, ein Scharfschütze und ein Schwertmeister, wenn ich es in eigene Worte fassen sollte.

Für jede Spielart sollte da etwas dabei sein, wie ihr gleich sehen werdet. Anfängern empfehle ich den Schocker oder den Geist, da ihre Fähigkeiten am einfachsten zu bedienen sind: Der Schocker elektrisiert seine Widersacher in einem kleinen Umkreis, so dass sie kurzzeitig zu Boden gehen – ideal, um dann von einem heranrauschenden Laser pulverisiert zu werden.

Der Geist wiederum kann sich für eine kurze Zeit unverwundbar machen und so auch Laser-Barrieren unbeschadet durchqueren. Etwas schwieriger wird es mit dem Rest der Figuren: Beim Rammbock beispielsweise ist die Spezialfähigkeit, die sich allesamt über die Zeit automatisch aufladen, etwas kürzer, dafür ist der Einsatz aber auch riskanter: Wie der Name schon sagt, kann er Gegner wegrammen.

Dafür legt er einen kleinen Sprint in eine Richtung hin und schiebt alles weg, was ihm im Weg ist – echt prima, um seine Gegner in Zäune zu schubsen. Allerdings kann es einen bei dem Sprint auch schnell selbst erwischen, wenn sich ein gegnerischer Laser-Zaun vor einem aufbaut. Gleiches gilt auch für den Schwertkämpfer, der seine Feinde direkt töten kann, aber ebenfalls dafür eine gewisse Strecke zurücklegen muss.

Wie gesagt: Für jeden Geschmack findet sich hier das passende Deckelchen. Für eine noch bessere Anpassung darf jeder Charakter zwischen zwei Mods wählen: So verkürzt sich beispielsweise die Aufladezeit oder aber ihr könnt eure Fähigkeit für einen längeren Zeitraum einsetzen. Die kleinen Anpassungen werdet ihr später sehr zu schätzen wissen, wenn ihr einen Lieblingscharakter gefunden habt.

Noch mehr Spaß garantiert

Als wäre das noch nicht genug, gibt es hin und wieder Boni, die zufällig auf dem Feld erscheinen: Lauf ihr darüber, ist eure Spezialfähigkeit direkt aufgeladen, tote Kameraden wiederbelebt oder die Farbe der Laser-Zäune tauschen urplötzlich – es gibt viele Überraschungen, die noch mehr Dynamik ins Spielgeschehen bringen. Optisch lehnt sich „Laser League“ stark an Tron an, was den schnellen Matches aber zugute kommt:

Dank der puristischen, neonlastigen Farbgebung habt ihr immer die gegnerischen Laser im Auge – und hoffentlich auch eure Spielfigur. Die Präsentation der Partien erinnert schon fast an ein Wrestling-Event, in dem sich die Kämpfer vorher und auch nach einem Sieg ordentlich feiern lassen – fühlt sich jedenfalls verdammt gut an.

Fazit

Insgesamt hat Roll7 und 505 Games bei „Laser League“ alles richtig gemacht: Der futuristische Sport ist ein Erlebnis, das sich Teamplayer nicht entgehen lassen sollten. Frei nach dem Motto „leicht zu erlernen, schwer zu meistern“ verspricht jede Runde auf dem Sportfeld der Zukunft einen ordentlichen Adrenalinschub und noch mehr Unterhaltung. Optisch und spielerisch passt hier alles zusammen. Mein letzter Tipp: Versucht es lieber mal selbst als euch Screenshots oder Videos dazu anzuschauen – es lohnt sich!

Erhältlich für: PS4, Xbox One, PC
Website: laserleaguegame.com/de