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Laysara: Summit Kingdom

Wenn Stadtbau plötzlich zum Bergsteigen wird.

Laysara: Summit Kingdom ist ein richtig spannender Städtebauer, weil er das Genre nicht einfach nur in eine hübsche Bergkulisse setzt, sondern seine ganze Spielidee aus Höhe, Enge und Transportwegen ableitet.

Für mich ist das am Ende weniger der gemütliche „Ich male mir meine Traumstadt“-Builder als vielmehr ein sehr schöner, oft kluger und manchmal etwas störrischer Logistik-Puzzler mit eigenem Charakter. Aber ich will nicht schon alles verraten. Also kommt mit auf eine spannende Bergtour!

Das Besondere daran

Die Grundidee ist stark: Ihr baut nicht in einer Ebene, sondern an Berghängen, über Schluchten und entlang schmaler Plateaus, während jede Karte andere Formen, Vegetationszonen, Rohstoffe und Wetterbedingungen mitbringt. Hinzu kommt, dass eure Siedlungen in der Kampagne oder Sandbox nicht isoliert nebeneinanderstehen, sondern über Handelsrouten miteinander verflochten sind, wodurch sich nach und nach ein ganzes Netzwerk aus Bergstädten aufbaut.

Genau dadurch fühlt sich Laysara sofort anders an als viele Genre-Kollegen. Straßen, Brücken, Schächte und später effizientere Transportlösungen sind hier nicht bloß Infrastruktur nebenbei, sondern das eigentliche Herz des Spiels.

Aufbau und Spielgefühl

Im Alltag jongliert ihr mit einer Drei-Stände-Gesellschaft aus Lowlanders, Artisans und Mönchen, die unterschiedliche Arbeiten übernehmen, verschiedene Bedürfnisse haben und auch je nach Höhenlage andere Vorlieben mitbringen. Neue Gebäude arbeiten zudem nicht einfach automatisch los, sondern wollen bewusst in Lieferketten eingebunden werden, was den Aufbau eurer Produktion viel aktiver und präziser macht als in manch anderem Städtebauer.

Das ist einerseits sehr befriedigend, weil jede funktionierende Siedlung wie das Ergebnis sauberer Planung wirkt. Andererseits entsteht genau daraus auch mein größter Vorbehalt: Laysara spielt sich oft stärker wie ein räumliches Optimierungsrätsel als wie der organische Aufbau einer lebendigen Stadt.

Lawinen, Höhe und Logistik

Die Bergkulisse ist nicht nur hübsch, sondern spielerisch ständig präsent. Lawinen, Wetterumschwünge, knapper Bauplatz und die Frage, wie Waren sicher über steile Höhenunterschiede kommen, machen jede Karte zu einer kleinen strategischen Denkaufgabe. Besonders gelungen finde ich, wie Transportreichweiten, Verteilerpunkte, Karrenrouten und Hebeanlagen ineinandergreifen und aus simplen Produktionsketten ein richtig schönes Netzwerk-Gefummel machen.

Gleichzeitig merkt man, dass nicht jede Idee bis zum Ende gleich stark trägt. Ein kritischer Punkt ist, dass manche Gefahren ihren Schrecken verlieren, sobald man ihre Gegenmaßnahmen verinnerlicht hat, und dass einige Lösungen dann eher nach korrekter Formel als nach echter Improvisation wirken.

Atmosphäre und Komfort

Optisch ist das Spiel wirklich gelungen: Die Dörfer schmiegen sich wunderbar in die Hänge, Brücken und Wege erzeugen schnell dieses herrliche Ameisenfarm-Gefühl, und selbst die Naturgewalten sehen eindrucksvoll aus.

Ganz reibungslos ist es aber nicht. Menüs können etwas fummelig sein, auf Konsole wirkt die Bedienung stellenweise klar nach Maus und Tastatur entworfen, und selbst wohlwollende Stimmen beschreiben Laysara eher als charmanten Spezialisten denn als maximal tiefen Genre-König. Dass die Steam-Bewertungen trotzdem insgesamt „sehr positiv“ ausfallen, passt gut zu diesem Bild: Das Spiel hat ein klares Profil und trifft damit viele, aber eben nicht automatisch alle Stadtbau-Fans.

Fazit

Ich mag an Laysara vor allem, dass es eine echte Idee hat und diese nicht verwässert. Der Aufstieg zum Gipfel, das Errichten eines Tempels auf der Spitze und das ständige Ringen mit Gelände, Höhe und Versorgung geben dem Spiel eine Identität, die im Genre sofort hängen bleibt. Wenn ihr Städtebauer mögt, bei denen Transport, Effizienz und clevere Platznutzung wichtiger sind als freie Schönbau-Romantik, dann ist das hier ein richtig guter Fang.

Wenn ihr dagegen vor allem dieses warme Gefühl sucht, einer Siedlung beim ganz natürlichen Wachsen zuzusehen, könnte euch Laysara etwas zu konstruiert und zu sehr auf „richtige“ Lösungen getrimmt vorkommen. Für mich überwiegt trotzdem klar das Positive: kein perfekter Berg, aber einer, dessen Aufstieg sich lohnt.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC, Switch 
Webseite: store.steampowered.com/app/1823950/Laysara_Knigreich_der_Berge