Manchmal komme ich gedanklich etwas durcheinander, wenn ich über die Spiele von KEMCO berichte. Das liegt größtenteils daran, dass der japanische Publisher in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit Retro-Rollenspiele auf den Markt wirft, die sich zwar ähneln, aber dennoch ihre Alleinstellungsmerkmale haben.
Bei „Legend of the Tetrarchs“ sieht die Sache allerdings etwas anders aus, da sich das Spiel positiv aus der Rollenspielflut von KEMCO hervorhebt. Das japanische Rollenspiel von Exe-Create sieht auf den ersten Blick aus, wie ein typischer Genre-Vertreter von Publisher KEMCO: Schöne 16-Bit-Grafik, angenehmer Sound, tolles Retro-Gameplay und einen motivierenden Spielfluss.
Doch schon gleich zu Beginn hat mich die Story, von der ich gewöhnlich wenig erwarte, wirklich überrascht. Hier tauche ich gerne mal ein bisschen tiefer ins Geschehen ein.
Licht und Schatten
Die Welt des Fantasy-Spiels ist in drei Bereiche eingeteilt: Himmel, Hades und die Ebene, auf der die Menschen leben. Alles wird im Einklang von den vier sogenannten Tetrarchs gehalten. Diese vier Gegensätze, Licht, Schatten, Tod und Leben sorgen für das Gleichgewicht.
Doch als der Schatten-Tetrarch intrigiert, werden die Menschen zu Sklaven des Hades. Als Spieler schlüpft man in die Rolle eines Kriegers, der mit Ach und Krach einen dämonischen Angriff überlebt hat – so mal ganz grob der Abriss der Hintergrundhandlung.
Das Interessante ist auf der einen Seite die Tiefgründigkeit, die der Geschichte zugrunde liegt, aber auch der Wechsel der Perspektiven, aus denen die Story erzählt wird. Während sich also die Tetrarchs des Lichts und des Schattens bekriegen, muss der Spieler auch mit ein paar Designentscheidungen klarkommen.
Da die Geschichte nicht in cineastischen Zwischensequenzen erzählt wird, warten – besonders in den ersten Stunden – jede Menge Textboxen auf euch, die gelesen werden wollen. Das kann hier und da anstrengend werden, aber es lohnt sich.
An dieser Stelle muss jeder selbst entscheiden, ob er manche Dialoge überspringt oder nicht. Mir hat es jedenfalls wesentlich besser gefallen als bei anderen Rollenspielen dieser Art.
Klassisch – in jeder Hinsicht
Spielerisch hingegen reiht sich „Legend of the Tetrarchs“ sehr gut in den Reigen der klassischen Japano-Rollenspiele ein. Es geht von Dorf zu Dorf, um dort Monster in der Gegen zu eliminieren – natürlich in rundenbasierter Manier. Anschließend werden Erfahrungspunkte eingesackt, aufgelevelt und die Beutel mit Gold gefüllt.
Die verdienten Münzen wiederum gebt ihr dann in den Dörfern für Ausrüstung und Waffen aus. Aber auch Schätze warten darauf gekauft zu werden – was sich zunächst merkwürdig anhörte. Dabei handelt es sich aber um eine Art Perk, die gewisse Werte eurer Charaktere permanent verbessern. Also eine Sache, die sich lohnt.
Wie bei jedem JRPG dieser Art müsst ihr auch bei „Legend of the Tetrarchs“ hin und wieder etwas grinden, um eure Mannen auf einen höheren Level zu bringen. Denn ansonsten wird es in den Kämpfen, vor allem gegen Ende, echt hart werden. Aber nicht nur die Figuren selbst leveln auf, sondern auch die Waffen, die sie bei sich tragen. Dafür müsst ihr aber Münzen investieren – was bis zu fünfmal pro Waffe möglich ist.
Fazit
Machen wir es kurz: „Legend of the Tetrarchs“ ist wirklich ein herausragendes, klassisches JRPG, das ich sehr gerne gespielt habe. Die tiefgründige Story hat mich überrascht und das Gameplay sowie die Grafik haben mich verzaubert. Mit „Legend of the Tetrarchs“ hat KEMCO eine richtig tolle Softwareperle im Angebot, auf das Entwickler Exe-Create sehr stolz sein darf.
Erhältlich für: PS4, Xbox One, Switch, PC, PS Vita
Website: kemco.jp/game/fourlegerrior/en/index.html