Unterhaltung Games

Lego Arcade Pinball Machine

Verspielte Idee mit sehr viel Retro-Charme.

Es war eine kleine Überraschung, dass LEGO dieses Set auf den Markt bringt – jedenfalls für mich. Die Arcade Pinball Machine aus der LEGO-Icons-Reihe war für mich ein „Blast from the Past“, weil ich direkt in meine Jugend zurück katapultiert wurde.

Mein damaliger Freund aus der Grundschule hatte einen echten Flipper-Automaten im Keller, an dem wir Stunden verbracht haben. Und nun darf ich so ein Gerät aus LEGO-Steinen bauen. Ich war begeistert. Warum? Das verrate ich euch gerne im folgenden Erfahrungsbericht.

Das Set

Kommen wir aber kurz zu den Fakten: Das Set bringt 2.274 Teile mit, kostet in Deutschland 209,99 Euro und ist seit dem 4. Juli für alle erhältlich. LEGO Insider durften sich schon drei Tage früher über den Zugang zum Set freuen.

Fertig gebaut misst der Flipper knapp 24 Zentimeter in der Höhe, 38 Zentimeter in der Länge und 28 Zentimeter in der Breite. Nimmt also schon etwas Platz weg, lässt aber dafür genug Raum zum echten Spielen – dazu kommen wir aber später.

Der Bau: Herausfordernd, aber lohnend

Insgesamt 16 Papiertüten warten auf euch. Jede davon wird euch zehn bis zwanzig Minuten beschäftigen. Damit habt ihr schon mal eine grobe Marschrichtung, wie lange der Aufbau dauert. Grundsätzlich geht die LEGO Arcade Pinball Machine für mich in die Richtung LEGO Technik. Denn es gibt eine Menge tolle Mechaniken, die das Set zum Leben erwecken.

Gerade der Technik-Teil hat mich aber ein wenig gefordert. Die Mechanik mit Startrampe, den beiden unteren Flippern, dem einen oberen Flipper und den drehenden Bumpern steckt voller kleiner Zahnräder, Federn und Verbindungsstücke, bei denen man genau hinschauen muss, damit später auch alles reibungslos funktioniert. Schwer ist das Ganze nicht, doch man muss sich konzentrieren. Denn ein kleiner Fehler bringt später die gesamte Mechanik ins Stocken.

Viele kleine Details, die Freude machen

Zunächst baut ihr den Rahmen auf. So bekommt ihr schnell eine Vorstellung davon, wie viel Raum das Gerät später einnehmen wird - und das ist schon beeindruckend. Relativ früh beginnt ihr dann mit der Startrampe, die dafür sorgt, dass die Kugel später losgeschossen wird.

Anschließend arbeitet ihr euch Stück für Stück durch den Boden bis nach oben zur Anzeige. Hier hat Lego mal wieder lustige Details versteckt, die einfach charmant sind: So gibt es eine Seriennummer des Automaten, die man nur sieht, wenn man weiß, wo man suchen muss. Oder es gibt bedruckte Platten unterhalb des Flipper-Automaten. Hier muss man LEGO ein Lob für charmantes Design aussprechen. Zur restlichen Optik komme ich gleich noch.

Am Ende hat sich die Mühe definitiv gelohnt, denn der Bauprozess selbst hat mir großen Spaß gemacht. Genau diese Mischung aus kniffliger Technik und dem Aha-Moment, wenn ein Mechanismus zum ersten Mal klickt, macht für mich den Reiz solcher Icons-Sets aus. Und hier war ich echt begeistert.

Achtung, ich kleb dir eine!

Ein Punkt, bei dem man wirklich eine ruhige Hand braucht, sind die Aufkleber. Diesmal hat LEGO erfreulich wenige Aufkleber beigelegt und die meisten davon sind sehr großflächig. Und genau hier solltet ihr euch Zeit lassen, wenn ihr sie aufklebt. Denn sonst ärgert ihr euch, wenn am Ende ein Teil schief aussieht, obwohl nur der Aufkleber falsch gesetzt ist.

Bei mir hat sich die Sorgfalt aber gelohnt. Und wie gesagt: ein kleiner Aufkleber zeigt tatsächlich die Seriennummer des Flippers an. Ein anderer Aufkleber enthält den Highscore für die Anzeigetafel. Genau solche kleinen Details haben mich richtig begeistert.

Design: Retro-Space-Charme in Bestform

Optisch trifft das Set genau meinen Geschmack. Die Icons Arcade Pinball Machine ist komplett im klassischen LEGO-Space-Look gehalten und komplettiert dabei sogar erstmals den hellblauen Classic-Space-Astronauten als Minifigur. Dazu gesellt sich ein passendes Baby-Astronauten-Figürchen, das ebenfalls in diesem nostalgischen Hellblau gehalten ist. Einfach sehr süß.

Dieser Retro-Space-Look zieht sich konsequent über das gesamte Spielfeld, die Rückwand und selbst kleine Designelemente unterhalb des Geräts. Genau das macht das Set für mich nicht nur zu einem Spielzeug, sondern auch zu einem echten Blickfang für die Vitrine oder den Schreibtisch. Naja, bei mir steht der Automat neben dem PC, damit ich schnell mal zwischendurch eine Runde spielen kann.

Spielspaß mit cleveren Extras

Spielerisch bietet die Maschine deutlich mehr, als ich erwartet hatte. Neben den klassischen zwei Flippern unten gibt es einen dritten Flipper links oben, der zusätzliche taktische Möglichkeiten eröffnet und dem Spielfeld mehr Tiefe verleiht. Das ist ein Feature, das man bei einem LEGO-Set in dieser Form nicht selbstverständlich erwartet, und es hebt die Maschine spürbar von einem simplen Zwei-Flipper-Aufbau ab.

Richtig kniffelig wird es dagegen bei der grünen Röhre. Den Ball dort präzise hineinzuschießen, hat mich einige Versuche gekostet, und genau das sorgt für den nötigen Ehrgeiz, es beim nächsten Versuch besser zu machen.

Niedliches Ziel

Viele kleine Elemente machen zusätzlich Freude. Die bereits genannten Drehkreuze auf dem Spielfeld, der mechanische Start der Kugel per Federmechanismus und natürlich die beiden Astronauten-Figuren sind schön gestaltete Details.

Besonders charmant finde ich die kleine Geschichte dahinter: Trifft man den Asteroiden-Bumper, nähert sich der erwachsene Astronaut Schritt für Schritt seinem Baby-Astronauten auf der Rückwand, bis beide schließlich wieder vereint sind. Danach lässt sich der Fortschrittsbalken zurücksetzen, um erneut von vorn zu spielen.

Ein weiteres nettes Detail ist das kleine Geheimfach für die zweite Kugel. Offiziell liegt dem Set tatsächlich eine Ersatzkugel bei, und die Idee, dafür ein eigenes verstecktes Fach einzubauen, ist ein liebevoller Kniff, der zeigt, wie gut LEGO mitgedacht hat.

Stabil, aber kein Spielzeug für grobe Hände

Insgesamt ist die Konstruktion angenehm robust. Trotzdem sollte man beim Spielen nicht zu grob mit der Maschine umgehen - das musste ich beim Besuch unseres Nachbarn feststellen, der sein Kind dabei hatte. Als ich kurz mal im Bad war, hat er sich am Flipper zu schaffen gemacht – und das teilweise sehr brutal. Die Maschine hat das sogar ausgehalten, aber ich weiß nicht, wie lange noch. Schließlich steckt hinter der stabilen Fassade immer noch feine, teils empfindliche Mechanik aus Federn und kleinen Zahnrädern.

Wer regelmäßig damit spielt, sollte also mit einem gewissen Grundrespekt an die Sache herangehen, dann hält der Flipper aber auch einiges an Spielrunden aus.

Fazit

Für mich ist die LEGO Icons Arcade Pinball Machine ein rundum gelungenes Set, das Bau- und Spielspaß clever miteinander verbindet. Der Technik-Teil ist fordernd, aber genau richtig für alle, die gerne tüfteln. Das fertige Ergebnis mit drittem Flipper, versteckten Details und dem charmanten Astronauten-Fortschritt macht am Ende richtig viel Freude.

Wer Geduld für die Aufkleber und ein bisschen Übung für die grüne Röhre mitbringt, bekommt hier ein Stück Retro-Arcade-Feeling, das im Regal genauso gut funktioniert wie auf dem Spieltisch. Also echt toll, was LEGO hier gezaubert hat. Gerne mehr solcher Sets!

Webseite: lego.com/de-de/product/arcade-pinball-machine-11374