Als ich dieses Jahr bei Publisher Thunderful zu Besuch auf der gamescom war, freute ich mich bereits im Vorfeld auf einen Titel: Lego Bricktales. Denn anders als bei den meisten anderen Lego-Spielen kann ich hier endlich mal Stein für Stein meine Werke bauen – in einem gewissen Rahmen zumindest. Nun endlich steht das Werk von ClockStone endlich in den digitalen Regalen. Schauen wir uns die Klemmbausteine mal genauer an.
Opa in Nöten
Lego Bricktales erzählt eine familiengerechte Geschichte: Als hilfreicher Enkel greift ihr eurem Opa unter die Arme, weil dieser euch braucht. Opa hat eine Maschine entwickelt, mit der er von Ort zu Ort teleportieren kann. Nur leider hat er bei der Errichtung der Maschine völlig die Zeit vergessen. Das gute Gerät steht inmitten auf einem Erlebnispark – und dieser ist in desaströsem Zustand. Die Bürgermeisterin will das ganze Areal plätten – sofern ihr nicht vielleicht helfen könnt. Und genau hier beginnt eure Reise.
Die Story an sich ist nur Mittel zum Zweck. Denn durch die Portale kommt ihr an unterschiedliche Orte, an denen ihr den meist freundlichen Bewohner:innen helfen sollt. Wie ihr das macht? Ganz einfach: Ihr unterstützt sie beim Bauen. Und genau darum geht es bei Lego Bricktales.
Köpfchen statt Fäuste
Anstatt einfach wild auf Feinde zu schlagen und mächtige Objekte automatisch zu bauen, müsst ihr hier Köpfchen beweisen. Hier wird nicht gekämpft, sondern geknobelt – und das ist herrlich. Lego Bricktales entführt euch in unterschiedliche Dioramen, die wunderschön in Szene gesetzt sind. Fast fühlt es sich an, als ob euer Fernseher nur eine Scheibe sei, hinter der sich diese kleine Welt befindet. Grafisch macht Lego Bricktales alles richtig.
Die unterschiedlichen Gebiete, in die ihr gelangt, werfen euch vor immer fordernde Puzzles. Apropos Gebiete: Vom Dschungel geht es ins alte Ägypten oder zu Piraten, Rittern und sogar in die Moderne. Der Ablauf dort ist immer ähnlich: In den überschaubaren Schauplätzen gibt es immer wieder Stellen, an denen ein Hammer aufleuchtet. Das sind die unterschiedlichen Aufgaben, die ihr meistern müsst. Und diese lassen eurer Kreativität meist freien Lauf.
Motivierender Anstieg
Zu Beginn habt ihr es mit recht einfachen Herausforderungen zu tun: So müsst ihr einzelne Klemmbausteine an bestimmte Stellen navigieren und dort ablegen. Später werden die Aufgaben komplexer. So sollt ihr beispielsweise Brücken konstruieren, über die ihr später auch laufen könnt, ohne einzustürzen. Der Bau-Instinkt wurde direkt in mir erweckt.
Lego Bricktales gibt euch bei den Aufgaben immer eine bestimmte Anzahl an Lego Bausteinen mit auf den Weg. Diese könnt ihr dann komplett oder nur teilweise verwenden, um ans Ziel zu gelangen. In den späteren Abschnitten müsst ihr schon des öfteren beweisen, dass ihr die Steine schon mal in der Hand hattet. Denn nur, wenn ihr ausprobiert und neue Wege geht, ist euch der Erfolg gewiss. Und genau daraus zieht Lego Bricktales auch seinen Reiz: Die Rätsel sind clever gestaltet und werden nie langweilig.
Zur Steuerung muss ich noch ein paar Sätze loswerden: Wenn ihr im Bau-Editor seid, habt ihr schnell die komplette Kontrolle über das Szenario. Mit einigen gut gelösten Kniffen geht die Steuerung kinderleicht von der Hand und fühlt sich sehr präzise an. Etwas Geschick solltet ihr schon am Controller beweisen. Aber das habt ihr sicher schnell erlernt.
Fazit
Viel mehr brauche ich euch nicht zu erzählen: Wenn ihr auf Lego steht, solltet ihr Lego Bricktales unbedingt einen Besuch abstatten. Endlich habe ich die Möglichkeit, Stein für Stein zu einem Objekt zusammenzufügen. Dank der präzisen Steuerung, die euch schnell ins Blut übergeht, meistert ihr selbst die härtsten Herausforderungen. Damit hat sich Lego Bricktales einen Platz in mei-nem Spielerherzen gesichert – und sticht aus der Masse der Lego Spiele deutlich hervor. Meine wärmste Empfehlung.
Erhältlich für: PC, Xbox, PS, Switch
Website: thunderfulgames.com/games/lego-bricktales