Die Weihnachtszeit hat mal wieder ein paar coole LEGO-Sets unterm Tannenbaum angeschwemmt. Einem davon widmen wir uns heute genauer.
Der Chaosdrache Donnerzahn wirkt schon auf der Verpackung wie die Essenz dessen, was moderne NINJAGO-Sets ausmacht: viele Gelenke, viele Farben, viele Figuren – und das Versprechen, dass der Wohnzimmerboden gleich zur Kulisse einer halben TV-Staffel wird.
Schon beim Auspacken war klar, dass LEGO hier auf ein schlankes, aber schickes Actionpaket rund um eine zentrale Figur setzt, die deutlich mehr kann, als nur dekorativ das Maul aufzureißen.
Vom Serien-Drama zum Spieltisch
In der 3. Staffel von „NINJAGO: Aufstieg der Drachen“ tauchen mit den Drachenmenschen und ihrem Anführer Tyr Gegner auf, die sich visuell sofort vom klassischen Schlangenvolk oder den Stein-Armeen abheben: mehr Monster, weniger Soldat, mehr Fantasy als Tech. Genau da setzt Donnerzahn an. Der Drache ist im Set an ein kleines Nebenmodell gekettet – im Serienkontext ein schönes Bild für ein mächtiges Wesen, das unter der Kontrolle der Falschen steht.
Das macht erzählerisch sofort Sinn: Die Prismaklingen der Ninja sind nicht „nur“ Waffen, sondern magische Schlüssel, um den Drachen aus seiner Gefangenschaft zu befreien und ihn vom Chaos zu lösen.
Schöner Fantasie-Anreger
Diese Story-Miniatur funktioniert auf dem Tisch erstaunlich gut. Der Drachenkörper an Ketten weckt automatisch den Reflex: „Den müssen wir retten“ – und plötzlich sind Lloyd, Nya, Arin und Sora nicht nur in einem Kampf-Setup, sondern in einer Befreiungsmission. Ob das eine gute Idee ist, könnt ihr selbst entscheiden.
Dass LEGO es schafft, solche seriennahen Motive in ein 668-teiliges Set zu pressen, ist eine der Stärken dieser aktuellen NINJAGO-Welle.
Gelenke, Shooter und jede Menge Drachen-Drama
Beim Bauen steht ganz klar der Drache im Mittelpunkt. Die 668 Teile verteilen sich auf ein klassisches NINJAGO-Skelett: Technic-Kern für Stabilität, darüber Platten, Slopes und ein ordentlicher Schwung von Spikes und transfarbenen Elementen für das „Chaos“-Gefühl.
Der Körper ist modular aufgebaut; Schwanz, Beine und Flügel werden jeweils separat gebaut und dann mit Kugelgelenken befestigt. Das macht den Aufbau angenehm abwechslungsreich: Nach einem Abschnitt „Innenleben“ folgt meist ein Stück sichtbare Oberfläche, was das Set deutlich kurzweiliger wirken lässt, als es die Teilezahl vermuten lässt.
Majestätisches Aussehen
Höhepunkt aus Baumeistersicht sind klar Kopf und Flügel. Der Kopf ist schön geformt, mit einem Maul, das weit genug aufklappt, um bedrohlich auszusehen, aber nicht so locker sitzt, dass es ständig von allein schnappen würde. Die Flügel tragen unter jedem Ellbogen einen Shooter, was spielerisch einfach effektiv ist. Kinder bekommen hier Anregungen fürs Kopfkino und wilde Kämpfe.
Die Kettenkonstruktion, mit der Donnerzahn am Nebenmodell befestigt ist, wirkt robust genug, um einige Befreiungsaktionen auszuhalten. Gleichzeitig ist sie so angebracht, dass das „Sprengen“ der Situation mit den Prismaklingen gut in Szene gesetzt werden kann, ohne dass man das halbe Set auseinanderreißt.
Ein Drache, der wirklich lebt
Was Donnerzahn für mich aus der Masse der LEGO-Drachen heraushebt, ist die Beweglichkeit. Kopf, Maul, Hals, Flügel, Beine, Füße und Schwanz sind in einem Umfang gelenkig, der echtes „Posing“ erlaubt, statt nur zwei, drei Standardhaltungen zuzulassen.
Fürs Spielen bedeutet das: Der Drache kann landen, aufsteigen, sich im Flug drehen, sich bedrohlich über Minifiguren beugen oder mit dem Schwanz nach hinten austeilen. Gerade im Zusammenspiel mit den Flügel-Shootern entstehen so schnell dynamische Szenen, die über das übliche „Drache steht – Minifiguren stehen davor“ hinausgehen. Das aber nur als kleine Randnotiz.
Sechs Figuren, klare Rollen
Die sechs enthaltenen Minifiguren sind für ein Set dieser Größe ein echtes Pfund. Lloyd, Nya, Arin und Sora kommen in aktueller Ausrüstung daher, die gut zur Drachen-Ära von NINJAGO passt: viel Rüstung, reichlich Farbe und Waffen, die eher nach Fantasy-Schmiede als nach Standard-Katana aussehen. Damit lassen sich problemlos eigene Teams und Rollen definieren – vom Luftunterstützungs-Ninja bis zum Boden-Beschützer rund um das Nebenmodell.
Auf der Gegenseite stehen Nokt und Tyr, der Anführer der Drachenmenschen. Gerade Tyr ist optisch ein Highlight: eine Figur, die direkt signalisiert „Ich bin hier das große Problem“ – ideal, um Kinder in klassischer Gut-gegen-Böse-Logik sofort abzuholen. Zusammen mit dem geketteten Drachen ergibt sich ein klares Konfliktbild: Hier die Ninja mit Prismaklingen, dort der korrumpierte Drache und sein Meister.
Fazit: Ein Action-Set mit starkem Herzstück
Der Chaosdrache Donnerzahn ist für mich ein Paradebeispiel dafür, wie LEGO NINJAGO aktuell tickt: ein zentrales, sehr spielfreudiges Herzstück – hier der bewegliche Drache – eingebettet in ein klares Story-Setup mit genug Figuren, um echte Szenen nachzuspielen, statt nur lose Duelle zu inszenieren. Die Vielzahl an Gelenken und die unter den Flügeln versteckten Shooter machen Donnerzahn im Spiel glaubhaft lebendig, während die Ketten- und Prismaklingen-Idee das Befreiungsmotiv aus der Serie schön aufgreift.
Für die Zielgruppe ab 8 Jahren und für NINJAGO-Fans, die Drachen lieben, ist das Set ein Volltreffer: genug Bauspaß, sehr viel Spielwert und ein Drache, der seinem Chaosnamen auf die bestmögliche Art gerecht wird – auf dem Spieltisch, nicht im Bauprozess.
Webseite: lego.com/de-de/product/thunderfang-dragon-of-chaos-71832