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LEGO – Der Herr der Ringe: Barad-dûr

Exklusiv-Interview des Schreckens: Ist dieses LEGO-Set eine (dunkle) Macht-Demonstration?

Wir hatten die einzigartige Gelegenheit, den legendären Architekten von Barad-dûr zu interviewen. Bekannt als "Der Schattenmeister", ist er ein uralter Diener Saurons, der seit Jahrtausenden die düstersten Festungen Mittelerdes entwirft. Mit seinem markanten, von Narben übersäten Gesicht und den glühenden roten Augen verkörpert er die Essenz des Bösen. Trotz seines furchteinflößenden Äußeren, das an einen Krieger erinnert, gilt er als brillanter Ingenieur und Meister der dunklen Künste. Exklusiv für uns nahm er sich Zeit, um seine Gedanken zum LEGO-Set "Der Herr der Ringe: Barad-dûr" zu äußern. Lohnt sich die Anschaffung für euch? Das erfahrt ihr im Interview.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Antworten des Schattenmeisters grammatikalisch angepasst, da sie voller Grunz-Laute und übelsten Beschimpfungen waren.

Lieber Herr Schattenmeister, Sie haben das originale Barad-dûr entworfen und nun das LEGO-Set aufgebaut. Wie authentisch finden Sie die Nachbildung?
Schattenmeister: Die Grundstruktur ist überraschend akkurat. Der Turm erreicht eine beachtliche Höhe von 83 cm, was der Erhabenheit meiner Schöpfung nahekommt. Allerdings fehlt dem LEGO-Modell die wahre Düsternis. Es verwendet zu viele helle Steine, die die Aura der Verzweiflung schmälern.

Das Set enthält 5.471 Teile. War der Aufbau eine Herausforderung für Sie?
Schattenmeister: Herausforderung? Ich habe Jahrtausende damit verbracht, die echte Festung zu errichten! Diese winzigen Plastiksteine sind ein Kinderspiel. Aber ich muss zugeben, die modulare Bauweise mit abnehmbaren Stockwerken ist schon recht clever. Es erinnert mich an die Phasen, in denen wir Barad-dûr erbauten – Ebene für Ebene, jede davon voller Schrecken und voller Geheimnisse.

Das LEGO-Set kommt mit drei verschiedenen Bauanleitungen. Was halten Sie von dieser Aufteilung?
Schattenmeister: Pah! In Mordor brauchen wir keine Anleitungen. Wir bauen mit roher Gewalt und dunkler Magie. Aber ich muss zugeben, für schwache Menschenhände mag diese Aufteilung ... praktisch sein.

Die Teile sind in nachhaltiges Material verpackt. Was ist Ihre Meinung dazu?
Schattenmeister: Nachhaltigkeit? In Mordor kennen wir nur die Nachhaltigkeit des Leids! Aber diese ... "umweltfreundlichen" Verpackungen sind überraschend widerstandsfähig. Fast so zäh wie Ork-Haut. Ich frage mich, ob wir sie für unsere Folterinstrumente verwenden könnten ...

Das Set beinhaltet verschiedene Innenräume. Wie authentisch sind diese dargestellt?
Schattenmeister: Die Innenräume sind eine kreative Interpretation, da kaum jemand das Innere von Barad-dûr je zu Gesicht bekommen hat. Der Thronsaal für Sauron, die Schmiede und die Bibliothek sind nette Ergänzungen. Besonders gefällt mir der Käfig, der über der Lava baumelt – eine subtile Erinnerung an unsere Verhörmethoden. Die Ork-Helme und neuen bedruckten Schilde sind auch eine nette Geste der Macher dahinter.

Wo sie die verschiedenen versteckten Details gerade ansprechen: Das Skelett im Käfig, eine Ork-Schmiede und einen Einschub mit einer kleinen Spinne. Was sagen Sie zu solchen Easter Eggs?
Schattenmeister: Easter Eggs? Wir verstecken in Mordor doch keine Eier! Aber diese Details ... sie gefallen mir. Die Ork-Schmiede zeigt unsere industrielle Macht. Und die kleine Spinne – ah, eine nette Referenz an unsere Verbündete Kankra. Obwohl sie in der echten Festung natürlich viel größer und tödlicher wäre.

Es gibt sogar eine kleine Küche für die Orks und die Hobbits können Helme tragen. Wie stehen Sie zu diesen eher ungewöhnlichen Elementen?
Schattenmeister: Eine Küche für Orks? Lächerlich! Orks essen, was sie finden – vorzugsweise Fleisch, roh und zappelnd. Aber ich muss zugeben, gut genährte Orks kämpfen besser. Und Hobbits mit Helmen? Ha! Als ob das diese kleinen Ratten vor unserem Zorn schützen könnte. Aber es ist ... amüsant.

Wenn wir schon von den Charakteren sprechen: Das Set enthält 10 Minifiguren, darunter Sauron selbst. Wie zufrieden sind Sie mit der Figurenauswahl?
Schattenmeister: Die Anwesenheit dieser kleinen, dreckigen Hobbits missfällt mir zutiefst. Aber ich muss zugeben, dass die erste LEGO-Sauron-Minifigur beeindruckend ist. Der spezielle Helm und die Rüstung sind der Macht des dunklen Herrschers angemessen. Allerdings hätte ich mir mehr Orks gewünscht – man kann nie genug Orks haben.

Ein besonderes Feature des Sets ist Saurons leuchtendes Auge. Wie wurde dieses umgesetzt?
Schattenmeister: Ah, das Auge – Symbol der allgegenwärtigen Macht Saurons. Im LEGO-Set wurde es mit transparenten Elementen und einem Lichtstein nachgebildet. Es kann sich in alle Richtungen bewegen, was die ständige Wachsamkeit unseres Meisters gut darstellt. Das könnte euch Menschen gut gefallen. Allerdings fehlt ihm die wahre Intensität, die Feinde in Angst und Schrecken versetzt.

Das Set enthält auch den Palantír. Welche Bedeutung hat dieser für Barad-dûr?
Schattenmeister: Der Palantír ist von unschätzbarem Wert. Er ermöglicht es Sauron, seinen Einfluss über ganz Mittelerde auszuüben und mit Verbündeten wie Saruman zu kommunizieren. Im LEGO-Set ist er ein nettes Detail mit dem eingebetteten Kopf in der Mitte, aber natürlich fehlt ihm die wahre Macht des Originals.

Und was sagen Sie zu dem Tor, das sich öffnen und schließen lässt. Wie bewerten Sie diese Funktion?
Schattenmeister: Ah, das Tor – der Eingang zu unserem Reich des Schreckens. Diese manuelle Öffnungsfunktion ist ... akzeptabel. Es erspart uns lästige Torwächter. Aber nichts geht über das dröhnende Geräusch unseres echten Tores, das die Herzen unserer Feinde vor Angst erstarren lässt.

Die Wandbemalungen im Turm sind größtenteils durch Aufkleber realisiert. Was halten Sie davon?
Schattenmeister: Aufkleber? In Barad-dûr beschmieren wir unsere Wände mit dem Blut unserer Feinde! Aber ich muss zugeben, diese "Sticker" sind ... irgendwie praktisch. Manch einer hätte sich vielleicht bedruckte Plastiksteine gewünscht bei dem Preis. Aber es ist im Grunde eine Schande, dass die Sticker nicht die wahren Schrecken unserer Festung zeigen können. Hätte man das nicht anders lösen können? Vielleicht mit kleinen, beweglichen Folterszenen oder echten Miniatur-Feuern? Die LEGO-Erbauer scheinen mir zu ... zimperlich.

Apropos Preis: Das Set kostet 460,- Euro. Ist das gerechtfertigt?
Schattenmeister: HA! In Mordor nehmen wir uns, was wir wollen! Wir verhandeln nicht über Preise, wir erobern und plündern! Aber für eure lächerlichen Menschenstandards ... nun ja, die Arbeit ist beachtlich, das muss ich zugeben. 5.471 Teile, komplexe Mechaniken – vielleicht ist es das wert für jene, die sich eine Miniatur des größten Bollwerks des Bösen ins Wohnzimmer stellen wollen. Obwohl, für den Preis könnte man auch eine kleine Armee ausrüsten. Stellt euch vor: 460 Goldstücke für echte Orks statt Plastikfiguren! Das wäre eine Investition! Aber ich nehme an, eure schwachen Gesetze verbieten so etwas.

Was könnte LEGO-Fans an diesem Set besonders gefallen?
Schattenmeister: Als ob die Vorlieben dieser kleinen Plastikstein-Anbeter von Bedeutung wären! Aber wenn du darauf bestehst ... Die schiere Größe dürfte diese Sterblichen beeindrucken. Die Details werden ihnen sicherlich diebische Freude bereiten: versteckte Räume voller finsterer Geheimnisse, bewegliche Teile, die an unsere Folterinstrumente erinnern, und natürlich das allsehende Auge unseres dunklen Herrschers. Selbst ich, der Architekt des Schreckens, muss widerwillig zugeben, dass die Konstruktion ... nun ja, sagen wir... bemerkenswert ist. Für Menschenwerk versteht sich.

Und was könnte Fans missfallen?
Schattenmeister: Missfallen? MISSFALLEN?! Alles sollte ihnen missfallen! Das ist der Sinn von Barad-dûr! Aber wenn ihr nach Schwächen fragt: Zu wenig Dunkelheit! Zu viele dieser lächerlichen bunten Steine! In Mordor ist alles schwarz, grau oder blutrot. Diese Farbenvielfalt ist eine Beleidigung für jedes anständige Böse-Festung-Design! Und diese winzigen Figuren – lächerlich! Sauron sollte größer sein, furchteinflößender, so dass selbst Plastik-Elben vor Angst schmelzen! Die Orks sind viel zu ... niedlich. In Wahrheit sind sie grausame Bestien, die euch im Schlaf die Kehle durchbeißen würden! Und wo sind die Schreie der Verdammten? Die Gerüche von Schwefel und Verzweiflung? Ach ja, ich vergaß – eure primitiven Sinne können solche Feinheiten nicht erfassen. Wie bedauerlich.

Man kann ein zweites Set mit dem Turm verbinden, um ihn zu vergrößern. Ihre Meinung?
Schattenmeister: Ah, endlich etwas Vernünftiges! Größer ist immer besser, das ist das erste Gebot der Festungsarchitektur! Barad-dûr war nie dafür gedacht, in seiner Pracht begrenzt zu sein. Ein Turm, der bis in die Wolken ragt und den Himmel selbst verdunkelt – das ist unser Ziel! Die Möglichkeit, den Turm zu erweitern, ist vielleicht das Einzige, was diese LEGO-Konstrukteure richtig verstanden haben. Stellt euch vor: Ein Barad-dûr, das ein ganzes Zimmer füllt, von Boden bis Decke! Das könnte sogar mich beeindrucken. Vielleicht sollten wir Sauron vorschlagen, LEGO für unsere nächste Expansionsphase zu engagieren? Nein, vergesst das – diese Plastiksteine würden unter der Hitze unserer Schmieden schmelzen. Schade eigentlich, die Idee hatte etwas für sich.

Wie ordnen Sie dieses Set im Vergleich zu anderen Der Herr der Ringe LEGO-Sets ein?
Schattenmeister: Vergleiche? Barad-dûr steht über allen Vergleichen! Es ist der Gipfel der Macht, der Inbegriff des Schreckens! Diese anderen Sets – Minas Tirith, Helms Klamm, der Orthanc-Turm – lächerliche Sandburgen im Vergleich zu unserer Festung der Finsternis! Dieses Set stellt die anderen in den Schatten. Es ist größer, komplexer, düsterer – wie es sich für Mordors Kronjuwel gehört. Es ist das einzige Set, das annähernd die wahre Macht und Majestät des dunklen Reiches einfängt. Auch wenn es immer noch weit hinter der Realität zurückbleibt – aber das ist wohl unvermeidlich, wenn man versucht, Perfektion in Plastik zu pressen.

Was würden Sie noch verbessern?
Schattenmeister: Oh, wo soll ich nur anfangen! Mehr Schrecken, natürlich! Echte Lava statt dieser lächerlichen roten Steine – das würde den Aufbau zu einem wahren Test der Würdigkeit machen! Lebende Gefangene in den Kerkern, deren Schreie ertönen, wann immer man eine Etage öffnet. Ein Balrog als Wächter wäre angemessen – vielleicht mit echten Flammen? Und das Auge – bei allen Mächten der Finsternis, es sollte brennen, nicht nur leuchten! Aber ich verstehe, eure schwachen Materialien haben Grenzen. Vielleicht könntet ihr wenigstens ein paar Fallen einbauen? Nichts Großes, nur kleine Klingen, die hervorschnellen, wenn man an der falschen Stelle drückt. Das würde die Baumeister auf Zack halten! Oh, und mehr Orks. Wie gesagt: Man kann nie genug Orks haben.

Zum Schluss: Was ist Ihr Gesamteindruck des LEGO Barad-dûr Sets?
Schattenmeister: Es ist eine ... akzeptable Nachbildung meines Meisterwerks. Die Detailtreue und der Umfang sind beeindruckend … für ein Spielzeug. Allerdings fehlt ihm die wahre Essenz des Bösen, die Aura der Verzweiflung, die das echte Barad-dûr ausstrahlt. Aber für Sterbliche, die einen Hauch der Macht Mordors in ihr Heim bringen wollen, ist es durchaus geeignet. Vielleicht wird es ja den einen oder die andere dazu inspirieren, sich der dunklen Seite anzuschließen.

Das Interview führte Matthias Probst.

Webseite: lego.com/de-de/product/the-lord-of-the-rings-barad-dur-10333


Kurz zusammengefasst:

Pro:
• Insgesamt ein sehr majestätisches Set, das eine düstere und erhabene Ausstrahlung hat
• Tolle Anleitung mit süchtig machendem Bau-Flow: Immer wieder kam der Aha-Moment auf "Achso, deswegen habe ich das so gebaut" – einfach ein tolles Gefühl
• Viele, kleine Geheimnisse und lustige Details: Eine Anleitung für die drei Elben-Ringe, eine kleine Spinne, ein geheimer Stein, der das Tor öffnet, das leuchtende Auge und dann auch noch der versteckte Palantír – großartig!
• Gute Auswahl an Minifiguren
• Beeindruckende Darstellung von Lava
• Nachhaltige Verpackung

Contra:
• Bunte Steine scheinen an manchen Stellen durch (allerdings waren sie extrem hilfreich beim Aufbau! So erkennt ihr, welche Steine als nächstes verbaut werden müssen.)
• Anstelle der Aufkleber wären bedruckte Steine besser gewesen: Auch wenn die Aufkleber an sich schon sehr schöne Motive aufweisen.
• Zu wenige Orks und zu viele Hobbits als Minifiguren (Anm. d. R.: Wir wurden zu dieser Aussage gezwungen!)
• Gollums Arme sehen merkwürdig aus (diese waren in früheren Versionen hübscher)
• Beim Preis scheiden sich wie immer die Geister – müsst ihr selbst entscheiden. Wert ist es das allemal.