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Like a Dragon: Infinite Wealth

Pack die Badehose ein: Hawaii, wir kommen!

Es gibt Freunde von mir, die ganz nervös werden, wenn wieder mal ein neues Like a Dragon erscheint. Die Spiele aus dem Ryu ga Gotoku Studio haben scheinbar eine magische Anziehungskraft. Ich konnte mich persönlich noch nicht so damit beschäftigen – was einerseits an meiner Zeit, andererseits an meinem Interesse lag. Mit Like a Dragon: Infinite Wealth bin ich also zum ersten Mal in dieses Universum eingetaucht. Kommt mit auf eine spannende und verrückte Reise.

Einfach mal rein ins Vergnügen

Wie gesagt: Ich bin hier ohne Vorwissen gestartet. Daher kann ich euch auch schlecht über den bisherigen Werdegang der meisten Charaktere erzählen. Jedenfalls stehen bei Like a Dragon: Infinite Wealth nun zwei Hauptpersonen im Mittelpunkt: Ichiban Kasuga und Kazuma Kiryu. Fans der Reihe werden beide sicherlich gut kennen. Aber auch ohne Wissen über die anderen Spiele werdet ihr sehr gut in die Story eintauchen können - versprochen.

Sowieso ist die Geschichte schon mal das erste Highlight, das mich überrascht hat. Like a Dragon: Infinite Wealth erzählt seine Story in schicken Zwischensequenzen und bleibt dabei von Anfang bis Ende immer spannend – auch wenn manche Sequenzen etwas arg ausufern. Insgesamt warten übrigens 18 Stunden (!) allein an Zwischensequenzen auf euch. Wer will, kann diese jederzeit überspringen. Nur zwischendurch kam es mir vor, als ob ich einen unterhaltsamen Actionfilm anschaue. Nicht schlecht.

Runde für Runde mehr Spaß

Spielerisch habt ihr es bei Like a Dragon: Infinite Wealth mit einem Rollenspiel aus Fernost zu tun – jedenfalls, wenn man auf die Mechanik achtet. Dazu gleich mehr. Weniger fernöstlich ist hingegen das Setting. Es beginnt in Japan und verlagert schnell die Story nach Hawaii. Das sonnige Paradies wird zum Schauplatz vieler lustiger und emotionaler Begegnungen. Ohne zu viel zu verraten: Ihr sollt mehr über den Verbleib von Ichibans Mutter herausfinden. Jedenfalls ist Hawaii ein grandioser Ort, um richtig viel zu erleben.

Bevor ich mich all den Nebentätigkeiten hingebe, liefere ich euch einen Blick auf das Haupt-Kampfsystem. In rundenbasierter Manier kämpft ihr hier gegen immer wieder auftauchende Gegner. Ganz so starr wie bei anderen Genre-Vertretern ist das Kampfsystem nicht. Sobald eure Attacken aufgefüllt sind, schlagt ihr zu. Bei Gegner-Angriffen könnt ihr im richtigen Moment blocken und dadurch Schaden oder Schadenseffekte verhindern.

Außerdem habt ihr die Möglichkeit, euch in einem begrenzten Radius zu bewegen. Dadurch bindet ihr die Umgebung ein, greift seitlich oder von hinten an oder ermöglicht Team-Angriffe mit anderen Mitgliedern. Alles sehr angenehm zu spielen und teilweise irre komisch und schön brachial in Szene gesetzt.

Eine unvergleichliche Crew

Euer Team wächst im Verlauf der Story übrigens auf zehn Mitglieder. Jedes Mitglied bekommt eine eigene Geschichte spendiert, der ihr weiter nachgehen könnt, wenn ihr wollt. Zudem bringt jeder Charakter noch einen eigenen Job mit sich. Oh ja, bei Like a Dragon: Infinite Wealth gibt es wahnsinnig viel zu tun, wenn ihr wollt. Ich habe mich von den ganzen Nebenaktivitäten und Nebenmissionen immer mal wieder vom Kurs abbringen lassen. Allein die Nebenmissionen umfassen 50 Stück. Das würde schon reichen, um ein Spiel zu füllen.

Und das ist erst die Spitze des Eisbergs: Auf Hawaii erwarten euch dutzende von Mini-Spielchen, von denen viele gar nicht so mini sind. Natürlich gibt es in so einem Spiel Karaoke-Einlagen, was nicht ganz mein Ding ist. Lustig sind die Spielchen dennoch. Ihr könnt aber auch als todesmutiger Burger-Kurier auf dem Taxi quer durch Hawaii jagen, um rechtzeitig Essen auszuliefern. Hier schwingen sehr viele Crazy Taxi Vibes mit.

Ganze Spiele im Spiel

Was mich aber am meisten erstaunt hat sind die beiden Spiel-Modi Sujimon und Dondoko Island. Bei Sujimon habt ihr es mit einem vollwertigen Pokémon-Klon zu tun. Ja, ihr könnt verschiedene – nennen wir sie mal “Wesen” – fangen, um sie gegeneinander antreten zu lassen. Es sind dabei weniger magische Figuren als vielmehr normale Menschen, die sich verkleidet haben. Verrückt und sehr lustig. Um als bester Trainer auf der Insel zu enden, müsst ihr euer Sujimon Team gut aufeinander abstimmen. Allerdings ist das völlig optional.

Ebenso optional ist der Ausflug nach Dondoko Island. Hier könnt ihr ein 5-Sterne-Ressort aufbauen. Dazu müsst ihr die Insel von Müll und Schutt befreien und euch um die Umwelt kümmern. Kommt euch bekannt vor? Ja, hier orientiert sich Like a Dragon: Infinite Wealth stark an Spielen wie Animal Crossing. Auch hier könnt ihr jede Menge Zeit verballern, wenn ihr Lust habt. Aber all das ist kein Muss, sondern einfach nur da, um euch zu unterhalten. Und das macht das Spiel erstaunlich gut.

Wie gemacht für schönen Blödsinn

Grafisch kann ich mich auch wenig beklagen. Die Charaktere sehen gut aus, wirken hier und da etwas holzig in der Animation. Bei der Umgebung fiel mir ein paar Mal auf, dass es weniger Details gibt, als vermutet. Zudem ploppen einige Dinge wie Passanten immer mal wieder zufällig auf. Das macht in Summe aber gar nichts aus. Erwähnen wollte ich es dennoch. Kommen wir zum Abschluss.

Fazit

Wow, Like a Dragon: Infinite Wealth hat mich wirklich eiskalt erwischt. Inzwischen kann ich die Faszination meiner Freunde nachvollziehen. Das Spiel ist vollgepackt mit irren Ideen, vielen Mini-Spielchen und einer packenden Story, die euch mindestens 60 Stunden lang beschäftigen wird. Zudem beinhaltet der Titel vollwertige Spiele wie Sujimon oder der Trip nach Dondoko Island, die ihr völlig optional nebenher zocken dürft. Infinite Wealth ist damit der ideale Einstieg für Neulinge der Reihe. Bei so viel Abwechslung und gelungenem Gameplay bin ich mir sicher, dass hier viele Spieler:innen bereits ihr Highlight für dieses Jahr gefunden haben. Hut ab!

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: infinitewealth.sega.com