Ach wie niedlich: Die gelbe Regenjacke steht dem kleinen Mädchen. Schade, dass es in dem Raum etwas dunkel ist, in dem die Kleine gerade aufgewacht ist. Glücklicherweise hat sie ein Sturmfeuerzeug parat, das Licht ins Dunkel bringt. Nur noch eine Kiste an ihren Platz gerückt und schon kann Six, so der Name der Kleinen, aus der Luke in den nächsten Raum klettern …
Eine typische Szene in diesem Spiel. Doch irgendwas stimmt hier nicht: Denn sämtliche Objekte in den verschiedenen Zimmern sind viel zu groß, als dass sie von dem Mädchen genutzt werden könnten. Dadurch wirkt sie noch kleiner und zerbrechlicher. Eins ist klar: Hier gehört sie definitiv nicht hin. Und schon sehr bald wird klar, dass auf dem Kutter, auf dem sie sich befindet, nicht alles mit rechten Dingen vor sich geht: Hinter jeder Ecke trachten massige Wesen nach ihrem Leben …
Alles drin, um sich zu schaudern
Das Setting und die Atmosphäre von „Little Nightmares“ gehen Hand in Hand und machen das Spiel zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das war bereits schon auf dem PC, der Xbox One und der PS4 der Fall. Nun also kommt der Horror in kompletter Form (mit sämtlichen DLCs, zu denen ich später komme) auf die Nintendo Switch – eine kleine Überraschung.
Denn „Little Nightmares“ geizt nicht gerade mit Rechenleistung. Erstaunlicherweise schluckt das die Switch recht gut und zaubert hier vielleicht eins der eindrucksvollsten Spielchen auf den Monitor – ganz besonders im Handheld-Modus. Dabei ist das eigentliche Konzept nicht neu: Denn im Grunde habt ihr es hier mit einem schicken Jump&Run mit Rätselelementen zu tun.
Nur das Setting ist eben etwas anders als bei Genre-Verwandten wie Mario und Co. Vielmehr orientiert sich das düstere Geschehen an Perlen wie „Limbo“ oder „Inside“ – und steht diesen Vorbildern in nichts nach. Das kleine Mädchen geistert durch düstere Räume und muss jederzeit befürchten, gefasst zu werden – von alptraumhaften Gestalten. Das ist wirklich spannend inszeniert, sodass die insgesamt neun bis zehn Stunden Spielzeit wie im Flug vergehen und nie langweilig werden.
Doch das eigentlich Faszinierende daran ist nicht das, was erzählt wird, sondern das, was nicht erzählt wird. Zur Erläuterung: Im gesamten Verlauf wird kein Ton gesprochen – die komplette Geschichte muss erahnt werden, was hervorragend funktioniert. Die Umgebung gibt mal dezente, mal sehr offensichtliche Hinweise darauf, was sich hier abgespielt haben könnte – echt klasse gelöst. Dadurch bleibt das fordernde Spiel mit seinen Hüpf-, Schleich- und Rätselpassagen lange im Gedächtnis.
Habt ihr kurz Zeit?
Nur eine Sache hat mich beim Testen dann letztlich doch ein paar Nerven gekostet: Die Ladebildschirme sind meines Erachtens etwas zu lange. Ich habe sogar die Xbox One Version hervorgekramt, um zu schauen, wie sich das Laden dort anfühlt – wesentlich schneller. Das ist insofern nervig, wenn ihr öfters mal ins virtuelle Gras beißt, was an manchen Stellen öfters passiert.
Letztlich sind die jeweils 20 bis 30 Sekunden (nach eigener Schätzung) aber dann nicht ganz so schlimm und aufgrund des hervorragenden Spielprinzips zu verschmerzen. Die bereits angesprochenen DLCs machen vom Gameplay her nichts neu. Allerdings übernehmt ihr darin die Kontrolle über andere Insassen des Horror-Kahns und erlebt die Geschichte von Six aus einem neuen Blickwinkel. Das Ganze spielt parallel zu den Ereignissen aus dem Hauptspiel. Nett, dass diese Story-Zusätze nun mit an Bord sind.
Fazit
Schlussendlich bleibt euch ein technisch hervorragendes Spiel, das seine düstere Atmosphäre auch auf der Switch bestens in euer Wohnzimmer (oder wo auch immer) zu transportieren weiß. „Little Nightmares“ haut dabei genau in die gleiche Kerbe, wie „Limbo“ oder „Inside“ es bereits getan haben, beinhaltet aber etwas mehr Sprungpassagen, was den Horrortrip zu etwas Einzigartigem macht. Überraschenderweise läuft das Spielchen flüssig auf Nintendos Hybrid-Konsole und lässt damit endlich auch
Erhältlich für: Switch, PS 4, Xbox One, PC
Website: nintendo.de/Spiele/Nintendo-Switch/Little-Nightmares-Complete-Edition-1347594.html