Square Enix hat mal wieder in seinem Portfolio gewühlt – und Live a Live gefunden. Mir war anfangs gar nicht klar, dass es sich hier um ein Remake handelt. Doch mit etwas Recherche fand ich heraus, dass Live a Live vor über 30 Jahren bereits seinen Auftritt auf dem NES hatte – allerdings nur im asiatischen Raum. Daher kannte ich das Original auch nicht. Gehen wir also unvoreingenommen in den Kampf.
Alter Bekannter?
Auf den ersten Blick erinnert Live a Live stark an Octopath Traveler: Der Look eines lebendig gewordenen Dioramas hat durchaus seinen Charme. Für diese Art von japanischem Rollenspiel lasse ich mir das sehr gerne gefallen – zumal es viele kleine Details zu entdecken gilt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht nicht eine Hauptstory, sondern gleich acht. All diese Geschichten sind auf unterschiedliche Zeitalter verteilt – angefangen in der Urzeit über die Ritter- und Samurai-Ära hinzu Modernen und weit in der Zukunft angesiedelten Epoche.
Dabei müsst ihr nicht chronologisch vorgehen, sondern könnt frei wählen, mit welchem Zeitalter ihr starten wollt. Jede der acht Geschichten ist eine Episode für sich. Ganz am Ende folgt dann so etwas wie eine Verknüpfung der einzelnen Geschichten. Aber spielt einfach das, auf was ihr gerade Lust habt. Live a Live überlässt euch auch die Möglichkeit während der Story in ein anderes Zeitalter zu wechseln. Also seid ihr nicht direkt festgelegt, wenn ihr eure Entscheidung zu Beginn bereut.
Andere Zeit, gleiche Probleme
Der Ablauf in den einzelnen Epochen ist dabei immer recht ähnlich: Euer Held wird vor ein Problem gestellt und muss dafür eine Lösung finden. JRPG-typisch kommt es dabei immer wieder zu Kämpfen in rundenbasierter Form. Trotz der Wahlmöglichkeiten ist Live a Live innerhalb der einzelnen Kapitel sehr linear. Die Kämpfe unterschieden sich nur minimal von Epoche zu Epoche. Sprich: Es kann nach einer Weile schon etwas langweilig werden.
Zur Auflockerung hat Square Enix aber ein paar kleine Rätsel eingebaut. Dabei solltet ihr die Spezialfähigkeit eurer Hauptfigur nutzen, um ein paar Geheimnisse zu lüften. Das fühlt sich alles nicht schlecht an, wird aber schnell zur Routine. Ein dickes Lob hingegen hat die Vertonung verdient: Sämtliche Dialoge wurden wunderbar ins Englische oder Japanische synchronisiert. Bis auf Urzeit könnt ihr jedem Gespräch also in einer der beiden Sprachen lauschen. In der Urzeit kommuniziert euer Held lediglich über Grunzen oder lässt Taten bzw. seine Fäuste sprechen.
Jedem das Seine
Die Qualität der einzelnen Episoden schwankt auch etwas: Manche Geschichten sind etwas Text bzw. Dialog lastiger als andere. Bei einigen Storys stehen die Action und der Kampf mehr im Fokus. Ihr findet relativ schnell raus, was euch anspricht und was nicht. Sonderlich viel Taktik verlangen die Auseinandersetzungen mit euren Feinden jedoch nicht. Visiert so viele wie möglich an und entfesselt eure Kraft.
Es gibt nicht sonderlich viel zu meckern an Live a Live, nur dass es ihm etwas an Abwechslung fehlt. Die unterschiedlichen Epochen haben durchaus ihren Reiz. Spielerisch unterscheiden diese sich jedoch nicht. Das ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite aber auch bald monoton. Ich kann euch aber nicht sagen, wie das Original in dieser Hinsicht aufgestellt war.
Fazit
Auch hier halte ich mich kurz: Live a Live macht Laune. Nur irgendwann – spätestens ab der Hälfte – geht dem Spiel deutlich die Luft aus. Die unterschiedlichen Storys fühlen sich durch frische Settings anfangs noch aufregend an, aber nur so lange bis ihr merkt, dass ihr eigentlich die gleiche Spielmechanik mit anderen Texturen vor euch habt. Wenn euch das nichts ausmacht, werdet ihr mit Live a Live aber sehr gut unterhalten werden. Wie und ob die Geschichte am Ende wirklich zusammenpasst, dabei scheiden sich die Geister. Am besten schaut ihr euch mal Videos dazu an, bevor ihr eine Kaufentscheidung fällt.
Erhältlich für: Switch
Website: nintendo.de/Spiele/Nintendo-Switch-Spiele/LIVE-A-LIVE-2168010.html