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Lords of the Fallen

Lämpchen wechsle mich!

Als ich dieses Jahr auf der gamescom bei CI Games Platz nehmen durfte, um mir einen ersten Eindruck vom Remake des 2014 erschienenen Lords of the Fallen zu verschaffen, staunte ich nicht schlecht. Trotz meiner hohen Ansprüche als Jünger von From Software und ihren einzigartigen Soulsborne-Spielen hat mich Lords of the Fallen sofort überzeugt. Und nun, da ich die finale Version testen konnte, muss ich sagen, das Warten hat sich gelohnt!

Große Vorbilder

Das Remake bzw. die Neuinterpretation spielt ca. 1.000 Jahre nach den Ereignissen des Originals. Das Böse in Form des Gottes Adyr bedroht ein weiteres Mal die Welt von Mournstead und ihr macht euch auf den Weg, um ihn im Auftrag des Guten, sprich des Gottes Orius, in die Schranken zu weisen. Wer einen der Klassiker von From Software gespielt hat, dem muss man das Spielprinzip im Grunde nicht mehr erklären.

Ihr wählt eine Charakterklasse zum Start aus, passt euren Avatar individuell an und ab geht die Fahrt. Dabei rüstet ihr verschiedene Gegenstände, Waffen und Rüstungen aus, levelt an Leuchtfeuern, äh Statuen gefallener Vorgänger, sorry, auf, stärkt die verschiedenen Werte eures Avatars usw. Was Lords of the Fallen jedoch besonders macht, das ist der Wechsel zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Letzteres heißt hier Umbral und spielt eine entscheidende Rolle.

Tartaros, ich komme!

Der Wechsel zwischen den Welten ist DAS Alleinstellungsmerkmal von Lords of the Fallen. Nicht nur, dass ihr im Tod nicht direkt die Segel streicht, sondern in Umbral quasi eine zweite Chance bekommt. Auch außerhalb der Gefechte müsst ihr regelmäßig mittels eurer Lampe in die Unterwelt wechseln, um dort Hindernisse aus dem Weg zu räumen und so in der echten Welt weiterzukommen.

Doch die Unterwelt wäre nichts ohne die permanenten Gefahren, die dort lauern. Seien es respawnende Gegner oder der Schnitter persönlich, zu lange solltet ihr euch dort nicht aufhalten. Auch insgesamt steckt Lords of the Fallen voller Gefahren, denen ihr am besten mit viel Geduld und Frustrationstoleranz begegnet. Gerade in Umbral werdet ihr ein ums andere mal ins Gras der Unterwelt beißen, wenn hinter euch der nächste Gegner aus dem Nichts auftaucht.

Zum Glück seid ihr dem nicht hilflos ausgeliefert. Denn euch stehen von Beginn an zahlreiche Nah- und Fernkampfmöglichkeiten zur Verfügung, zudem könnt ihr euch online und teils auch offline Unterstützung z.B. bei den knackigen Bosskämpfen holen. Und die werdet ihr auch brauchen, denn leider wirkt Lords of the Fallen im Gameplay nicht ganz ausgereift. Die Zielerfassung wird euch das ein oder andere mal mit ihrer Willkür den Schweiß der Frustration auf die Stirn treiben. Und der Grat zwischen Schwierigkeitsgrad und gefühlter Unfairness ist bei so mancher Zombiehorde in Umbral doch sehr schmal.

Alles bisschen dunkel, aber sehr schön hier

Nun zur Atmosphäre. Hier punktet Lords of the Fallen mal richtig. Mournstead ist nicht nur toll anzusehen und sehr detailliert, es ist den Designern wirklich gelungen, das Gefühl einer Fantasywelt am Abgrund einzufangen. Vor allem Umbral profitiert stark von der Mühe, die sich die Entwickler gegeben haben.

Und wie es sich für ein Soulsborne gehört, erschließt sich euch die Hintergrundgeschichte mit ihren Irrungen und Wirrungen nur in Bruchstücken. Und selbst die könnt ihr erst mit genug Erfahrung und Einsicht entziffern. Gepaart mit dem sehr schönen und detailverliebten Charakter- und Bossdesign, sowie dem atmosphärischen Soundtrack, spielt Lords of the Fallen hier seine Stärken voll aus.

Fazit

Kann Lords of the Fallen Dark Souls, Elden Ring & Co. das Wasser reichen? Nein. Ist es ein starkes, sehr atmosphärisches und richtig schön herausforderndes Spiel? Oh ja! Spielt es auf jeden Fall an, wenn ihr Fans der Soulsborne-Reihe seid, es lohnt sich.

Erhältlich für: Xbox, PS, PC
Website: lordsofthefallen.com